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A K T U E L L E   N A C H R I C H T E N   A U S   D E N   G E M E I N D E N
28.08.2007
Nun sind die Gerüchte offiziell

Die Gemeinden Rudolstadt und Bad Blankenburg, die die Gemeinde Saalfeld seit längerer Zeit „unterstützend betreuen“ sollen aufgelöst und in die Gemeinde Saalfeld fusioniert werden. Erstaunlich, dass die Geschwister der betroffenen Gemeinden bis jetzt „dicht gehalten“ haben, zumal ich als alter Blankenburger nachvollziehen kann, wie sie sich jetzt fühlen. Nun ist diese Maßnahme jedoch offiziell in anderen Gemeinden vermeldet worden.

Lebendige Gemeinden auflösen?
Zugegeben, die beiden Gemeinden sind nicht groß, jedoch lebendig und im Wachstum begriffen. Viele junge Familien haben dort ihre Heimat, der Kindersegen ist nicht zu übersehen und vieles machen diese Gemeinden zusammen, bis hin zum gemeinsamen Sonntagsgottesdienst, abwechselnd in den Kirchen Rudolstadt und Bad Blankenburg. Ja und dabei wird es oftmals wirklich eng. Aber man fühlt sich einfach „sauwoh“. Ferner kann man nicht zuletzt an der Beliebtheit und den Besucherzahlen von Konzerten in den Gemeinden die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung beider Orte erkennen.

Vielschichtige Gründe – aber auch nachvollziehbar?
Über die Gründe für die Zwangsfusionierung kann und möchte ich nicht viel sagen oder spekulieren, aber es ist bekannt, das in der Gemeinde Saalfeld inzwischen zuviel Platz für zu wenige Geschwister ist und auch sonst nicht alles in Butter. Sehr zum Leidwesen des dortigen Vorstehers. Aber zwei gesunde Gemeinden opfern um eine andere wieder zum Leben zu erwecken? Dies sei jedoch nur am Rande bemerkt. Ich persönlich kann das alles nicht nachvollziehen und das gleiche denken und fühlen viele Ex-Rudolstädter und -Blankenburger, wenn sie von der Situation und den Plänen hören. Ja sogar viele Ex-Saalfelder (und davon gibt es etliche) schütteln verständnislos den Kopf, da sie sich nicht vorstellen können, dass die Probleme der Gemeinde Saalfeld auf diese Weise gelöst werden.

Mich bewegt jedoch ein ganz anderer Gedanke noch viel mehr (wobei ich jedoch den sorgenvollen Blick der Geschwister auf die Zukunft ihrer Gemeinden teile).

Was ist mit dem Auftrag Jesu an seine Jünger?
Lebendige Gemeinden, wie sie in der „Vision 2010“ unseres Bezirksapostels beschrieben sind, erhält man nicht durch das Zusammenlegen vieler kleiner Gemeinden. Gut, wenn die Gemeinde so klein ist, das kein Gemeindeleben mehr stattfinden kann, ist diese Maßnahme unumgänglich. Gemeinde sollte jedoch von innen her wachsen.

Manchmal beschleicht mich das Gefühl: Wir müssen das bewahren was wir haben und es nach außen so wirkungsvoll wie möglich darstellen. Das geht, zugegebenermaßen, am besten mit wenigen, großen und nach außen wirkungsvollen Gemeinden. Ist Selbstdarstellung der Zweck einer Gemeinde?

Was ist mit Seelsorge vor Ort, mit Mission und Evangelisation. Wir bedauern den Rückgang von Mitgliederzahlen (nicht nur in unserer Kirche), den Verfall von christlichen Traditionen und Werten. Mit dem Rückzug auf wenige große Gemeinden leisten wir diesem Trend einen guten Dienst. Leider.

Die Umsetzung des Missionsbefehles Jesu „Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“ (Mt 28,18-20) stelle ich mir persönlich jedenfalls anders vor.

Sollten wir nicht vielmehr vor Ort die Gemeinsamkeiten mit anderen Christen suchen und zusammen den Wunsch Jesu erfüllen? So verstehe ich die Aussagen von den Stammaposteln Fehr und Leber, von Apostel V. Kühnle und anderen wenn sie sagen, die Christen müssen in dieser Zeit mehr zusammenrücken um gemeinsam gegen die Entchristlichung anzugehen … Vielleicht habe ich aber dieses „Zusammenrücken“ auch falsch verstanden …

Wie geht es weiter?
Bewundernswert ist, dass sich die Geschwister aus Rudolstadt und Bad Blankenburg außer ihrer verständlichen Enttäuschung und Verärgerung nichts entlocken lassen, wie sie nun mit dieser Situation umgehen. Anzumerken ist ihnen zumindest eines: Sie wollen auch weiterhin IHRE Gemeinden aktiv und lebendig gestalten und nicht in irgendeiner Gemeinde die Gottesdienste nur auskaufen. Was immer dies auch heißen mag. (os)
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