13.06.2009
Interview mit Apostel Burchardt zum Thema: „Was ist eine lebendige Gemeinde?“
Apostel Achim Burchardt schreibt in der Zeitschrift „Unsere Familie“ – Ausgabe vom 20.01.2008 – zum Thema „lebendige Gemeinde“.
„Auf diese Frage haben wir uns in der Gebietskirche Niedersachsen Antworten gesucht. In Arbeitsgruppen wurde der Ist-Zustand der Gemeinden ermittelt. Wir verglichen die Ergebnisse mit unseren Vorstellungen, wie eine lebendige Gemeinde aussehen könnte. Dann entwickelten wir Perspektiven.
Einige Ergebnisse möchte ich kurz darstellen. Dabei betone ich: In vielen Gemeinden blüht heute schon Leben in unterschiedlicher Form und vieles läuft schon im Sinne unserer Perspektive. Unser Ziel ist es, dieses Leben in möglichst allen Gemeinden zu fördern“, so Apostel Burchardt.
An den Bedürfnissen der Gemeindemitglieder orientierte Seelsorge
„Die Seelsorge soll einfühlsam, den Geschwistern zugewandt und verständnisvoll sein. Die Mitglieder werden im geistlichen Leben und soweit möglich in Alltagsfragen begleitet. Die Seelsorger verstehen sich als Diener Christi und sind sich ihrer Verantwortung bewusst.
Den Vorsteher bieten wir Gelegenheiten, sich in Wochenendseminaren langfristig weiterzubilden. Diese Seminare orientieren sich an den Aufgaben des Vorstehers: u.a. der Umgang mit Konflikten, einfühlsame Kommunikation, Gesprächsführung und Rückmeldekultur.“
Aufrichtiger und gütiger Umgang mit Schwächen und Konflikten
„Eine lebendige Gemeinde zeichnet sich aus im aufrichtigen und gütigen Umgang mit Schwächen und Konflikten. Niemand wird wegen seiner Schwächen verurteilt. Sie werden mit Güte gesehen, in Barmherzigkeit getragen und in Nächstenliebe ausgeglichen. Konflikte sollen als Chance angenommen werden und im Sinn Christi gelöst werden.“
Die Gemeinde ist Mittelpunkt ihrer Mitglieder
„Jede Gemeinde ist mit unterschiedlichen Gottesgaben ausgestattet. Dies vielseitigen Gaben gilt es zu erkennen, anzuerkennen und zu fördern. Wir empfehlen, Raum für innere Einkehr, Gespräche und Gemeinschaftsveranstaltungen zu schaffen. Hilfreich können Gesprächskreise sein, auch Andachten zu besonderen Anlässen, stille Andachten und die Einrichtung von entsprechenden Räumlichkeiten für Gemeindeaktivitäten haben sich bewährt.“
„Die Predigt muss die Zuhörer ansprechen, sie bewegen und sie muss sich im Leben der Gläubigen umsetzen lassen.
In einem lebendigen Gottesdienst wünschen wir uns ein intensiveres Erleben des Heiligen Abendmahles. Musik kann darauf einstimmen. Angemessene Ruhe der Handelnden, Stille und Feierlichkeit unterstreichen die Heiligkeit des Augenblicks.
Gemeinsame Vorbereitung der Gottesdienste werden von den priesterlichen Ämtern gut angenommen. Wir bieten auch an, nachdem Gottesdienst gemeinsam über das Gehörte zu sprechen.“
Eine offene Gemeinde
„Eine freudige und lebendige Gemeinde wird von ihrer Umgebung positiv wahrgenommen. Sie sieht sich als Teil des christlichen Lebens im Ort. Die Kontakte zu Medien, zu den Kommunen, zu anderen Kirchen werden intensiviert. Die Gemeinde wirkt einladend auf Gäste. Der Gläubige ist christliches Vorbild in seiner Umgebung, spricht gern über seinen Glauben und weckt Interesse bei seinen Gesprächspartnern.
Lebendige Gemeinden wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus. (Epheser 4, 15)
Natürlich gibt es da und dort auch Hemmnisse, Einschränkungen, Rückschläge bei einer gewünschten Entwicklung. Wenn wir jedoch nur auf die Schwierigkeiten sehen, gibt es kaum Möglichkeiten. Schauen wir mehr auf die Möglichkeiten, dann ist vieles gar nicht so schwierig!“
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