17.03.2009
Frühstückstreffen für Frauen am 07.03.2009 in Bad Blankenburg
Wir waren sozusagen „unter uns“ – also alles Frauen, die ein Ziel hatten:
raus aus dem stressigen Alltag, auftanken und ein paar Streicheleinheiten für die Seele genießen.
Nun denkt man ja bei „unter uns“ eher an eine kleine verschworene Gruppe, die sich in eine ruhige Ecke zurückzieht, um ungestört ihren Interessen nachgehen zu können. Also in unserem Fall bestand die „kleine verschworene Gruppe“ aus 1.015 Frauen, die „ruhige Ecke“ war die Stadthalle in Bad Blankenburg und unser aller Interesse galt dem Vortrag von Monika Deitenbeck-Goseberg über das Thema „Mir steht das Wasser bis zum Hals – vom Umgang mit Sorgen.“
Frau Deitenbeck-Goseberg ist evangelische Pfarrerin in Lüdenscheid, arbeitet unter anderem beim Internet-Portal Gott.net mit und ist Vorsitzende des Obdachlosenfreundeskreises in Lüdenscheid.
Wir, das heißt 10 Frauen aus unserer Kirchgemeinde, von denen einige das erste Mal an einem Frauenfrühstück teilgenommen haben, waren zunächst beeindruckt von der Herzlichkeit und Offenheit, mit denen sich Menschen begegneten, die sich zuvor noch nie gesehen hatten. Die Tische waren liebevoll dekoriert und für ein ausgiebiges Frühstück eingedeckt, nette Mitarbeiterinnen versorgten uns immer wieder mit frischem Kaffee und ein Fagott-Quartett trug ebenfalls zu einer angenehmen Atmosphäre bei.
Frau Deitenbeck-Goseberg legte für ihren Vortrag die Begebenheit aus der Bibel zugrunde, nachdem Jesus 5.000 Menschen gespeist hatte und die Jünger förmlich drängte, ins Boot zu steigen, obwohl er wußte, dass ein Sturm kommen würde. In dieser Geschichte setzte sie drei Schwerpunkte:
1. Der große Sturm
Wie lautet der Name deines Sturmes – vielleicht „schwierige Nachbarschaft“, „herausfordernde Krankheit“, „Sorge um die Kinder“ oder „Mobbing am Arbeitsplatz?“
Es gibt hausgemachte Stürme, z. B. wenn man nicht lernt, „nein“ zu sagen, wenn man es immer allen recht machen will, wenn man seine Kinder so sehr verwöhnt, dass sie lebensuntüchtig werden …
Es gibt aber auch Stürme in unserem Leben, die wichtig sind, weil wir darin erst zu Persönlichkeiten werden.
2. Der wagende und der wankende Glaube
Das Vertrauen der Jünger im Boot auf stürmischer See war geschwunden, obwohl sie kurz zuvor erlebt hatten, dass Jesus mit 5 Broten und 2 Fischen 5.000 Menschen gesättigt hatte. Frau Deitenbeck-Goseberg gab uns deshalb den Rat mit auf den Weg, unser Glaubensvertrauen nie älter sein zu lassen als 1 Stunde, denn Glaubensvertrauen könne man nicht auf Vorrat anhäufen, sondern müsse immer wieder neu gebildet werden.
Wir dürfen wie Petrus auf den Wellen unseres Lebens gehen, solange wir keinen Blick auf die stürmische See riskieren, sondern nur auf den auferstandenen Herrn sehen. Damit vermeiden wir, dass Sturm und Wogen ihre Faszinationskräfte über uns entfalten können und dass unser Blick und damit unsere Kräfte zersplittert werden (Zweifel). Dies kostet uns allerdings immer den ganzen Menschen, das ganze Leben, das ganze Herz. Es geht nicht billiger!
Gott ist nicht unser Gegenüber, sondern jemand, dem wir uns anvertrauen können.
3. Der festhaltende Herr
Als Petrus auf dem Wasser gehend plötzlich bewusst wurde, was er tat, weil er doch nicht nur auf Jesus schaute, sondern auch auf die hohen Wellen, schrie er: „Herr , hilf mir!“, und Jesus packte sofort zu und ließ ihn nicht erst Wasser schlucken. Er wollte ja schließlich auch mit ihm den Grundstein für seine Gemeinde legen.
Jesus muss auch uns immer mal in letzter Sekunde packen, um uns vor etwas zu bewahren, weil er auch uns „Wackelkandidaten“ gebrauchen kann, um etwas in dieser Welt bzw. in unserer Umgebung zu bewegen, obwohl er weiß, dass wir versagen, verzagt, entmutigt und ängstlich sein können. Dabei kommt er uns immer von vorn entgegen, auch am letzten Tag unseres Lebens. Er möchte, dass wir unser Leben verschwenderisch leben, das heißt unsere Möglichkeiten, Gaben und Kräfte in unsere Welt zu investieren.
Einen Satz gab uns Frau Deitenbeck-Goseberg mit auf den Weg, der in jedem Sturm Mut macht: „Herr, ich habe genug gesehen von dem, was die Dunkelheit vermag. Jetzt möchte ich wirklich wissen, was DU kannst.“
In diesem Sinne: das Wasser ist zwar noch da, aber wir fühlen wieder festen Boden unter den Füßen. (az)
Bilder gibt es hier nicht. :-) Die waren in der Zeitung zu sehen. Wer wissen möchte, wer denn dort wohl hingeht, den empfehlen wir: Selber hingehen. :-)
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