31.08.2009
Nichts gelernt – Überraschung am Sonntag
Das sich die Freude in Grenzen hält war nach der Bekanntgabe vom 19.08.2009 überall zu spüren, denn die Mitteilung löste damals kaum Reaktionen in der Gemeinde Pößneck aus. Seit dem 30.08.2009 – dem Besuch von Apostel Wosnitzka in Pößneck – ist das alles anders, da ohnehin alles anders ist. Von kaum Reaktionen kann keine Rede mehr sein. Die Lunte ist angebrannt. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann der große Knall kommt. Es sei denn, die Beteiligten schaffen es sie durchzuschneiden. Das mag jetzt dramatisch klingen, ist es aber auch.
Was ist passiert? Apostel Wosnitzka besuchte am 30.08.2009 Pößneck, um Ralf Franz als Vorsteher für die Gemeinde Pößneck zu beauftragen. Darüber hinaus wurde er als Evangelist ordiniert. Theoretisch gibt es beide Gemeinden noch, praktisch nicht mehr, obwohl nie offiziell von einer Gemeindezusammenlegung gesprochen wurde. Fakt ist aber, dass in Pößneck nur noch alle 14 Tage am Sonntag und Mittwoch Gottesdienst ist und in Ranis ebenso. Die Amtsträger wurden dann kurzerhand auch für die jeweils andere Gemeinde bestätigt, ohne dass vorher mit ihnen darüber gesprochen wurde. Dann wurde gleich noch bekannt gegeben, dass aus beiden Chören einer gebildet wird und diese dann auch zusammen üben. Die Termine sind auch schon festgelegt. Auch hier wurde natürlich im Vorfeld nicht mit dem musikalischen Leiter der Gemeinde Pößneck und seinen Vertretern gesprochen. Wozu auch. Wir sind doch eine Amtskirche und alles wird von oben aufdoktruiert. Kein Wunder, dass kaum noch Geschwister bereit sind Amtsaufträge oder andere ehrenamtliche Tätigkeiten in den Gemeinden zu übernehmen.
Ein sehr spannungsgeladener Start
Anders als im Januar, als Bezirksevangelist Hans-Jürgen Kortüm die Gemeindeleitung übernommen hatte, ist die Luft jetzt viel spannungsgeladener. Durch mangelnde Gespräche mit den entsprechenden Verantwortlichen im Vorfeld, ist die Lunte gestern angebrannt worden. Die Fragen die sich jetzt stellen lauten: Wie lang ist die Lunte? Wann knallt es? und Kann die Lunte noch vor dem Knall zerschnitten werden?
Spontaner Applaus im Gottesdienst
Eine gandiose Laudatio durch Priester Wolfgang Thom an unseren, leider nun ehemaligen Gemeindeleiter Bezirksevangelist Hans-Jürgen Kortüm, verleitete die Gemeinde Pößneck zu spontanem Applaus. Die Geradlinigkeit von Hans-Jürgen Kortüm verschmolz in Pößneck zu einer einzigartigen Symbiose der vertrauensvollen Zusammenarbeit. Alles andere als selbstverständlich betrachtete Hans-Jürgen Kortüm die weitere ehrenamtliche Mitarbeit der in Pößneck tätigen Geschwister. Jeder einzelne wurde von ihm persönlich gefragt, ob er weiter unter seiner Leitung zur Verfügung steht. Das ist echte Leitung. Nicht einfach davon ausgehen, dass es alle weiter tun. Und am 30.08.2009? Hans-Jürgen Kortüm bedankte sich bei jedem einzelnen für die Mitarbeit in den letzten 7 Monaten seiner Leiterschaft. Das ist Nähe, Seelsorge, echte Liebe zu den Anvertrauten. Wir haben gegenseitig tief ins Herz des Anderen blicken dürfen.
Die Realität
Im Prinzip ist wieder ein Übergangslösung geschaffen wurden, die die weitere Entwicklung der Gemeinden Pößneck und Ranis behindert. Die Katze wurde wieder nicht aus dem Sack gelassen, sondern sie durfte nur kurz rausgucken. Nach dem 19.08.2009 waren die Pößnecker Geschwister eher in Gedanken bei den Ranisern, denn sie hätten für Pößneck leiden müssen. In der Woche keine Gottesdienste mehr in Ranis sondern in Pößneck und an zwei Sonntagen im Monat wäre die Gemeinde Ranis durch externe Priester bedient wurden. Das ist auch nicht fair.
Wann kommt der nächste Hammer? 2011, denn da läuft der Mietvertrag in Pößneck aus. Es wäre schon außergewöhnlich, wenn die 3 Gemeinden Pößneck, Ranis und Rockendorf von den allgegenwärtigen Gemeindeschließungen nicht betroffen wären. Hierzu gab es im letzten Jahr passend einen Artikel zum 1. April, um sich darüber einmal Gedanken zu machen, denn es ist mit Sicherheit schon beschlossene Sache, dass dann alle 3 Gemeinden vereinigt werden.
Wie weiter?
Gemeinsam reden ist jetzt die Devise. Viel reden. Es ist kein leichter Weg, aber mit ein bischen Willen geht es bestimmt. Und außerdem ist ja noch einer da. Mit meinem Gott über Mauern springen von dieser Erfahrung berichtet David in Psalm 18. Wir glauben und hoffen, dass uns das auch gelingt. (gal) |