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O T T E S D I E N S T E |
29.06.2007
Klare und deutliche Worte in Bautzen
Ein Gottesdienst für die Jugend der Bezirke Bautzen und Dresden, einschließlich der Gemeinde Bautzen, gehalten von unserem Apostel Wosnitzka am 24.06.2007 in Bautzen – eigentlich nichts Besonderes in Zeiten, wo der Stammapostel und mancher Bezirksapostel die Jugend bei deren Jugendtagen zu begeistern weiß.
Und dennoch – dieser Gottesdienst war – zumindest für manche(n) Zuhörer(in) – ein Signal und „anders“:
„Wohltuend“, „ehrlich“, „tief gehend“, so einige Reaktionen nach dem Gottesdienst.
Nachfolgend können die Verfasser die Reaktionen einzelner Augen- und Ohrenzeugen, sowie Auszüge aus Berichten „nur“ wiedergeben. Vielleicht regen uns die nachfolgenden Gedanken zum Nachdenken an …
Frisch noch die Eindrücke vom evangelischen Kirchentag in Köln im Gepäck, war es Apostel Wosnitzka in diesem GD wichtig, einerseits basierend auf dem Textwort („Ich schäme mich des Evangeliums nicht.“ Römer 1, aus 16) Merkmale des (neuapostolischen) Glaubens herauszustellen und andererseits einige Schieflagen im Verhältnis zu anderen Christen anzusprechen.
Unser Apostel ist seit ein paar Monaten Mitglied der Projektgruppe „Ökumene“. Da sind Berührungspunkte mit Geistlichen anderer Konfessionen keine Seltenheit und sicherlich auch prägend für den Umgang miteinander. Wenn es darum geht, seinen neuapostolischen Glauben zu bekennen, hält der Apostel nicht hinter dem Berg. Das bleibt dann anscheinend auch nicht ohne Resonanz bei seinen Gesprächspartnern: „Sie haben das Apostelamt, lassen Sie sich das nicht kaputt diskutieren! “ [1], so die bemerkenswerte Aussage eines evangelischen Theologen auf dem Kirchentag zu Apostel Wosnitzka.
Es freut den Apostel bei andersgläubigen Christen wahrzunehmen, dass der eigene Glaube als etwas Besonderes angesehen wird. Das gleiche Recht möge man ihm auch für seinen Glauben zugestehen. Diese Botschaft vermisst er manchmal. Es ist ihm herzliches Anliegen „ davon zu zeugen ... dass Sündenvergebung in unserem Neuapostolischen Glauben erlebbar, hörbar, sichtbar ist, dass die Sünden vergeben werden und dass die Gabe des Heiligen Geistes gespendet wird. Und davon zu erzählen … mitzuteilen, ist [ihm] ein Anliegen und auch eine Freude.“ Und genau dieses Anliegen vermisse er bei manchen … Ämtern. Er stellt fest, dass man oftmals nur immer darauf hinweist, dass man Gott in seiner Handlungsweise nicht einschränken darf und hinterfragt, ob das der Auftrag ist.
Er bemerkt: „Ich bin mir sicher, dass die in der Neuapostolischen Kirche gängige Praxis der Sündenvergebung als auch die Art der Übermittlung der Gabe des Heiligen Geistes biblisch absolut begründbar und nachvollziehbar sind und ich schäme mich dieser Sicherheit nicht.“
Der Apostel macht aber auch deutlich, dass neuapostolische Christen andersgläubigen Christen in diesen Fragen anders begegnen sollen als oftmals in der Vergangenheit geschehen:
„Wir können nicht jemandem gegenübertreten und behaupten, die Sündenvergebung habe nur durch Apostel der NAK Gültigkeit. Wir tun damit anderen Gläubigen weh und auch Unrecht an.“
„Wir können auch nicht Andersgläubigen gegenübertreten und behaupten, Heiliger Geist könne nur durch das Apostelamt gespendet werden. Auch damit tun wir anderen Menschen weh und Unrecht“.
Er, der Apostel, musste sich auch von evangelischer Seite (ein Pfarrer in Cunewalde) schon sagen lassen, das „… so lange ihr meint, ihr seid etwas Besseres …“ (was ihm nahe ging) manches wohl nicht geht und wies im GD darauf hin, dass „wir bei aller Begeisterung für unseren Glauben auch Andersgläubige nicht verletzen wollen“. Der Apostel rät, dass man nur so argumentieren könne:
- „dass in der Neuapostolischen Kirche … die Sündenvergebung erlebbar ist, weil sie entsprechend Johannes 20,23 durch Apostel oder von Aposteln beauftragte Amtsträger durchgeführt wird … Ich will Andersgläubigen nicht weh tun. Deshalb kann ich auch nicht sagen, dort sei keine Vergebung der Sünden möglich – ich weiß das schlichtweg nicht und ich schließe das nicht aus!!!
- Ich weiß, dass mir ein lebendiger Apostel seine Hände aufgelegt und gebetet hat … und ich bin überzeugt davon, dass ich dadurch die Gabe des Heiligen Geistes empfangen habe, weil in Apostelgeschichte 8,17 so die Übermittlung der Gabe des Heiligen Geistes beschrieben ist. Ich schließe nicht aus, dass auch Andersgläubige (auf welche Weise auch immer) mit dem Heiligen Geist erfüllt sein können.“
Apostel Wosnitzka betont, dass er zum Stammapostel und dessen Ausführungen in Uster steht und sich auch nicht auf Grund seiner Aussagen in eine Ecke drängen lassen will. Man kann aus einigen Reaktionen den Eindruck gewinnen, das „das dargereichte Wasser“ für manchen völlig neu (im Sinne von frisch) und für andere wiederum ungenießbar zu sein scheint! Um beim Bild zu bleiben: Es bleibt dennoch „das Wasser“, vielleicht stärker gefiltert als sonst und somit von unnützen Zusätzen gereinigt. Für manchen gewöhnungsbedürftig, jedoch entschlackend.
Dennoch: trotz solch klarer bekennender Worte zu Kernfragen des neuapostolischen Glaubens, sind solche differenzierten und deutlichen Aussagen in unsere Kirche bislang selten oder kaum zu hören gewesen und daher umso bemerkenswerter. Was sie bewirken zeigt folgende Reaktion: (O-Ton eines Gottesdienstteilnehmers [im Glaubenskultur-Forum]): „Manchmal, wenn ich in einem GD saß und wusste, das Gäste anwesend sind, habe ich mich für die Predigt geschämt. Manchmal schämte ich mich dann sogar dafür, Mitglied einer Kirche zu sein, in der so was gepredigt werden kann. Heute ging es um das Evangelium, man brauchte sich nicht zu schämen. Im Gegenteil.“
Die Worte von Apostel V. Kühnle können die ausgesprochenen Gedanken von Apostel Wosnitzka untermauern:
„…Unsere Besonderheit ist das Apostelwirken in der heutigen Zeit; damit eng verbunden ist das Warten und Sich-Bereiten auf die Wiederkunft von Jesus Christus als Bräutigam – also nicht nur das Warten auf ihn zum jüngsten Gericht [2]. … Allerdings dürfen wir uns auch nicht so verhalten, dass wir andere, die sich zu Christus bekennen, indirekt als Nichtchristen betrachten.“ Weiter schreibt er „… Ökumenisches Handeln (Anmerkung des Verfassers: und Denken) kann uns ferner dazu bringen, mit anderen zusammen das Evangelium weiter zu tragen, Jugendliche und Kinder im christlichen Glauben voranzubringen und so auch die Grundwerte des Evangeliums … für die Zukunft hochzuhalten.“[3]
„Den Geist von Bautzen“ mag nun mancher vermehrt beschwören. Eigentlich ist es aber kein „Aufbruch zu neuen Ufern“ sondern nur noch mehr Besinnung auf den Grund allen Christ-Seins, allen Neuapostolisch-Seins: auf das Evangelium unseres Herrn. (ub,tr)
[1] vergleiche auch „Unsere Familie“ Nr. 12, Beitrag Ap. Kühnle, Aussagen zur 2. Frage
[2] ebenda zu Frage 3
[3] ebenda |
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