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G O T T E S D I E N S T E
30.07.2006
Der Stammapostel in Leipzig

Am Sonntag hielt Stammapostel Leber in der Kirche Leipzig-Mitte einen Festgottesdienst. Die Gemeinden in Mitteldeutschland und Polen waren per Bild und Ton angeschlossen. In diesem Gottesdienst empfingen Bezirksapostel i. R. Nehrkorn und seine Frau den Segen zur goldenen Hochzeit. Der Gottesdienst stand unter dem Bibelwort Hebräer 5, 14: „Feste Speise aber ist für die Vollkommenen, die durch den Gebrauch geübte Sinne haben und Gutes und Böses unterscheiden können.“

Stammapostel Leber ging auf das verklungene Chorlied („Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzet …“) ein und sagte: „… er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen“, das ist unsere Sicherheit. Gottes Engeldienst wird von uns oft nicht wahrgenommen. Wir erleben gegenwärtig eine Hitzewelle, dauert sie länger, sehen wir das negativ. Gott wacht darüber, dass die Lebensverhältnisse so sind, dass wir darin leben können. Das ist eine göttliche Zusage, alles liegt in der Hand Gottes.

Mit Vers 2 aus Psalm 145 „Ich will dich täglich loben und deinen Namen rühmen immer und ewiglich“, stellte der Stammapostel den Gottesdienst unter das Thema „Loben“. Wir sollen den Herrn „täglich“ loben. Nicht nur in Tagen der Freude, sondern auch in Prüfungen, Sorgen und Leid, denn „die Gottlober, das sind die Gesegneten der Zeit“. Dazu ein Erlebnis aus der Schrift (Ap.16.25). Paulus und Silas waren „im Innersten des Gefängnisses. Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott und es hörten sie die Gefangenen“. Eine andere Übersetzung sagt sogar „sie sangen“. Daraufhin griff die göttliche Kraft ein. Wäre das auch geschehen, wenn sie Gott Vorwürfe gemacht hätten? Lobpreis Gottes kann auch heute noch Wunder bewirken.

„Feste Speise aber ist für die Vollkommenen …“ Vollkommenheit vor dem Herrn bedeutet, dass man im Glauben fest und treu ist, eine gewisse Reife erreicht hat und die Eigenschaft besitzt durch den Gebrauch geübter Sinne Gutes und Böses unterscheiden können. Können wir Gutes und Böses unterscheiden? Die Bibel ist voller Begebenheiten wo falsch unterschieden wurde. Es begann schon bei Adam und Eva (1. Mose 3:6) und geht weiter bei Jakob und Esau mit dem Linsengericht (1. Mose 25:30–33). Esau unterschied falsch zwischen dem zeitlichen Genuss und dem was bleibend wichtig war.

Mit dem Goldenen Kalb wollte das Volk Israel es den heidnischen Völkern gleichtun (2. Mose 32:1). Vielleicht mit dem Gedanken „was kann da wohl Schlimmes sein, die andern tun das doch auch so“. Unterscheiden wir immer zwischen dem Willen Gottes und was aus anderen Geistesquellen kommt? In den Gemeinden gibt es manche Unvollkommenheiten. Geben wir dem nicht zu sehr Gewicht, sondern unterscheiden wir, was Gottes Wille und was dem Menschlichen zuzuordnen ist. Alles was man heute vor den Herrn stellt, ist Götzendienst. In unserem Leben sollen nicht die eigenen Interessen, sondern der Herr an erster Stelle stehen.

Die Wechsler und Krämer im Tempel glaubten nach einem guten Zweck zu handeln, haben aber dabei die Ehre Gottes mit dem eigenen Verdienst vermischt (Lukas 19:45–46). Man muss unterscheiden, was vielleicht zeitlich nützlich ist, und was den ewigen Segen Gottes bringt.

Als Jesus seinen Jüngern die kommenden Leiden ankündigte sagte Petrus: „Herr … das widerfahre dir nur nicht.“ Jesus antwortete Petrus: „… du meinst nicht was göttlich, sondern was menschlich ist (Matth. 16:22).“ Das „ich habe es doch gut gemeint“ ist nicht immer das Göttliche.

Wie erhalten wir ein solches Unterscheidungsvermögen?
  • Durch die Gabe des Heiligen Geistes. Deshalb in uns Raum für ihn schaffen.
  • Durch „feste Speise“, das ist das Wort Gottes im Gottesdienst.
  • Durch „den Gebrauch geübte Sinne haben …“ Nach dem Tag Bilanz ziehen, aus den Fehlern lernen, was dabei gut oder böse gewesen war. Ob es dem Herrn wohlgefällig war. Das gilt für alle Altersgruppen ob Senioren, Jugendliche oder auch Kinder.

Vollkommen ist nicht sündlos sein, sondern die Grundtendenz, das Bemühen richtig zu unterscheiden.

Bezirksapostel Studer (Schweiz) erwähnte zu dem „täglich loben“ die drei Männer im Feuerofen aus Dan. 3:17. Sie sagten „ wenn unser Gott will … kann er uns erretten aus dem glühenden Ofen … und wenn er’s nicht tun will, so sollst du wissen, dass wir deinen Gott nicht ehren …“ Sie haben trotz Todesgefahr im Ofen Gott gelobt.

Bezirksapostel Studer verglich den Gottesdienst mit einem Frühstücksbuffet im Hotel. Dort sieht man Leute, die nehmen sich ganz wenig, dann welche die nehmen mehr und auch solche die nehmen überreichlich. Es gibt auch welche die nehmen nur wenig und lassen trotzdem die Hälfte stehen. Wieviel nehmen wir aus diesem Gottesdienst?

Wir haben fünf Sinne. Wenn einer nicht richtig funktioniert kann das Probleme geben (z.B. Farbenblindheit). Sein Onkel empfand keine Schmerzen. Das hatte Vorteile beim Zahnarzt. Doch plötzlich wurde er sehr krank und verstarb. Er hatte zuvor keine Schmerzen verspürt, welche rechtzeitig gewarnt hätten. „Wenn uns die Sünde nicht mehr schmerzt, wird es gefährlich für uns!“ In 5. Mose 30:15–16 lesen wir „siehe ich habe dir heute vorgelegt das Leben und das Gute, den Tod und das Böse. Wenn du gehorchst den Geboten des Herrn … so wirst du leben.“

Apostel Prause (Bayern) sagte in seinem Dienen u.a. „Wir müssen glaubenstüchtig sein“ und selbst richtig entscheiden können. Paulus schreibt in Phil. 1:27 „… ob ich komme und euch sehe oder abwesend von euch höre, ihr steht in einem Geist und kämpft mit uns einmütig für den Glauben“. In der Familie blicken Eltern auf die Kinder und auch umgekehrt. Die Kinder denken vielleicht „gucken sie jetzt oder nicht?“ Später fragen sie dann „Vater, wie lange darf ich ausbleiben?“ Die Antwort: „um die und die Zeit bist du zu Hause,“ und wenn sie größer sind „Komm nicht zu spät!“

In der Ansprache an das Goldene Hochzeitspaar Bezirksapostel i.R. Nehrkorn und Frau Lilo sagte der Stammapostel u.a. „Ihr habt immer miteinander den Herrn erhöht.“ Mit drei Merkmalen charakterisierte er den Bezirksapostel i.R. Nehrkorn: einmal die Liebe zu Gott und seinem Werk, dann er hat sich selbst nie in den Mittelpunkt gestellt und seine Gottesfurcht und seinen Glaubensgehorsam. Dazu las der Stammapostel 2 Erlebnisse aus dem Brief der Kinder. Weiter sagte er lobend „Du warst immer ein ruhender Pol unter den Bezirksaposteln.“ Stammapostel Leber gab dem goldenen Paar das Wort aus 1. Joh. 3:22: „… und was wir bitten, werden wir empfangen; denn wir halten seine Gebote und tun, was vor ihm wohlgefällig ist.“ (ms)
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