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G O T T E S D I E N S T E
30.09.2007
Ihr aber seid der Leib Christi – Erntedank 2007 – Teil 1

Am Sonntag den 30.09.2007 führte Bezirksapostel Wilfried Klingler einen zentralen Erntedankgottesdienst in Gifhorn durch, der in die Gemeinden der Gebietskirche Mitteldeutschland per Satellit übertragen wurde.
Der Bibeltext, der als Grundlage für diesen Gottesdienst diente, stand im 1. Brief des Paulus an die Korinther 12, 27 (Übersetzung nach Dr. Martin Luther, Rev. 1984):

Ihr aber seid der Leib Christi und jeder von euch ein Glied.

Bereits kurz vor Beginn des Gottesdienstes wurde durch zwei Schwestern eine Bibellesung durchgeführt, in welcher der gesamte Abschnitt, aus dem das verwendete Textwort stammt, in Verbindung mit einem Abschnitt aus dem Epheserbrief verlesen wurde.

Zu Beginn des Gottesdienstes ging der Bezirksapostel auf das Erntedankfest ein. Wir wollen unserem Gott den Dank für alle Wohltaten entgegenbringen. Wir sollen zurückschauen, welchen Weg der Herr schon mit uns gegangen ist. Dann kann man auch einmal über die Belastungen und Sorgen hinwegkommen, die einem momentan belasten. Schau zurück, soweit du dich erinnern kannst. Schau auch mal ein Stück weiter zurück, dass Gott seinen Sohn für die Menschen geopfert hat. In der Verbindung erinnerte er an den 1. Johannesbrief, in dem es heißt: Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch!

Und vorausschauend können wir dankbar sein: Denn er hat seinen Engeln befohlen das sie dich behüten! Für diese Verheißung können wir schon jetzt danken. Noch einen Schritt weiter, wie Johannes sagte: Dann dürfen wir ihn sehen wie er ist! Wenn er darüber nachdenke, werde er jedes Mal ganz demütig. Das ist eine Verheißung Gottes!

Gemeinde der Gegenwart, Gemeinde der Zukunft
Besonders möchte der Bezirksapostel heute besonders danken: die Gemeinde Christi! Was wäre wir ohne die Gemeinde? Danken wir gemeinsam für die Gemeinde des Herrn, in der Jeder seine Aufgabe, seinen Platz hat.

Die Bibellesung vor dem Gottesdienst sollte die Gemeinde auf diese Stunde einstimmen. Der Bezirksapostel habe die beiden Bibelabschnitte vorlesen lassen, da er in diesem Gottesdienst den Blick auf die Gemeinde der Gegenwart und die Gemeinde der Zukunft richten wolle.

Als ich unseren beiden Schwestern bei der Lesung so zuhörte, sagte Bezirksapostel Klingler, dachte ich: Eigentlich könnten die beiden gleich weiter machen. Aber es ist wohl noch nicht so weit …

Gemeinde ein viel-harmonisches Orchester …
Paulus hatte ein klares Bild von der Gemeinde. Warum wurden uns Bilder für die Gemeinde gegeben? Damit wir uns als Ortsgemeinde, aber auch als Gemeinde Christi insgesamt darunter prüfen können. Spiegelt sich das, was in der heiligen Schrift niedergeschrieben ist in der Gemeinde wieder oder gibt Veränderungsbedarf? Mit Blick auf den Epheserbrief muss man sagen: Es gibt immer etwas zu verbessern, zu verändern. Die Gemeinde ist keine starre Organisation. Natürlich hat die Kirche als Organisation Satzungen und Ordnungen, darum geht es aber heute nicht.

Die Gemeinde des Herrn ist ein lebendiger Organismus, den Gott zusammen gefügt hat. Gemeinde ist eine Einheit in der Vielheit. Es geht dem Herrn nicht darum, uns zu uniformieren, gleich zu machen. Jeder Christ hat seinen Platz in der Gemeinde.

Anders ausgedrückt: Ein Christ ist kein Solist.

Er ist durch den Herrn fest eingefügt in seine Gemeinde. Wenn man bei dem Bild der Musik bleibt, dann ist die Gemeinde ein Orchester, aus der eine Symphonie herausklingt.

Gemeinde als der Leib Christi
Wenn wir den Vergleich auf unseren Körper beziehen, dann muss man sagen, alle Impulse für den Leib gehen vom Haupt aus. Wenn die Verbindung zum Haupt gestört ist, können schon mal komische Bewegungen dabei heraus kommen. Bei der Gemeinde ist es nicht anders. Das Haupt der Gemeinde ist Christus, die Impulse gehen von IHM aus. Die Gemeinde Jesu muss in einer ständigen Verbindung zu ihrem Haupt stehen. Das sei ihr Wesensmerkmal. Und sie fragt: Was sollen wir für dich tun?

Alle Impulse müssen vom Haupt, von Christus, ausgehen. Da nimmt sich niemand aus.

Alle Glieder dienen dem Ganzen. Alle Körperteile brauchen sich gegenseitig. Kein Glied darf das Andere bekämpfen. Kein Glied in der Gemeinde kann leben ohne das andere. Wir brauchen einander. Ein Körper ist nur dann voll leistungsfähig, wenn alle Glieder gesund sind. Jeder muss mitarbeiten, alle zur entsprechenden Zeit.

Lebt ein Glied allein, allein geht man ein.

Jedes Körperteil hat eine besondere Fähigkeit und Funktion. Hand, Mund, Ohr, jedes hat seine Funktion. In einer Gemeinde haben wir unterschiedliche Gaben. Jede hat seine Funktion und jede einzelne Gabe kommt von Gott.
Alle Gaben, die wir haben, dienen dem Wohl des ganzen. Deshalb müssen wir anerkennen, das es viele unterschiedliche Gaben gibt. Große Gaben müssen wir nicht kleinreden und kleinere Gaben nicht geringschätzen. Wir müssen die Gaben in den Gemeinden mehr entdecken und anerkennen, mehr darum beten das wir sie entsprechend anerkennen. Nicht von vornherein sagen: da will sich wieder jemand hervortun!

Gemeinde ist auch Kommunikation
Der Körper ist auf Kommunikation zwischen den Glieder angewiesen. Die Gemeinde auch. Es ist schlimm, wenn man kein Gegenüber mehr hat. Der Leib Christi ist nicht geschaffen, um sich mit sich selbst zu beschäftigen oder sich selbst nur im Spiegel zu betrachten. Wir müssen was um uns ist wahrnehmen und beeinflussen.

Bezirksapostel Klingler hat oft den Eindruck, dass wir uns in unseren Gemeinden nur noch mit uns selbst beschäftigen. Der Leib Christi muss nach außen wirken, in Beziehung zu anderen stehen. Jesus teilt sich heute auch durch seine Gemeinde mit und muss durch sie erlebbar sein. Wie wollen wir eine Neugier für das Christentum in Anderen wecken, wenn die Gemeinde nicht nach außen kommuniziert, wenn sie nicht erlebbar ist, wenn sie nicht nach außen wahrnehmbar ist, nicht mit anderen spricht?

Gemeinde ist Liebe Gottes zu den Menschen
Wie sieht es mit unserer Hilfsbereitschaft aus? Christus war für andere da! Was wäre heute, wenn Jesus sich nicht den Menschen zugewandt hätte, sich uns nicht zugewandt hätte? Er war aber die personifizierte Liebe Gottes zu den Menschen. Das ist unsere Aufgabe als Glied am Leib Christi: Die Liebe Gottes zu den Menschen weitergeben. Spürt ein anderer an uns die Liebe Christi? Spürt er das Leben des Herrn? Spürt er die Einheit des Leibes Christi?

Ihr gehört zum Leib des Herrn!

Durch die Gemeinde Jesu, duch den Leib Christi möchte der Herr heute in dieser Welt lieben, reden, helfen, zu ihm führen. Christus möchte, das durch seinen Leib das getan wird, was er heute getan wissen möchte. Das ist unsere Aufgabe als Christen.

Gemeinde heißt, seine Gabe erkennen und einsetzen
Unterschiedliche Gaben müssen besprochen und entsprechend eingesetzt werden. Nicht alle können eine, die gleiche, Aufgabe durchführen. Sondern Aufgaben tun, nach den Gaben, die der Herr uns gegeben hat. Achten wir darauf, dass wir unsere Gabe durch Überheblichkeit oder Minderwertigkeitskomplexe nicht nutzen, sondern die Gaben mehren, wie es in dem Gleichnis von den anvertrauten Pfunden beschrieben ist. Es kommt nicht darauf an, wie groß eine Gabe ist, sondern wie sie eingesetzt wird. (os)
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