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O T T E S D I E N S T E |
31.01.2007
Gottesdienst mit Bezirksapostel Klingler aus Halberstadt
Offen sein für Neues, das frühere vergessen, das war die zentrale Botschaft des Gottesdienstes, den Bezirksapostel Wilfried Klingler am 28. Januar 2007 in Halberstadt gehalten hat. Er legte dem Gottesdienst das Bibelwort aus Jesaja 43,19 „… denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihrs denn nicht?“ zu grunde.
Was will Gott?
Nach dem Eingangslied aus dem Gesangbuch Nr. 361 „In Gottes Reich geht niemand ein …“ sprach Bezirksapostel Klingler von der besonderen Tiefe und Bedeutung des Textwortes. „In der Vorbereitung auf den Gottesdienst kommen viele Gedanken, und dann kommt der Moment, da schiebe ich alles weg, lasse alles zur Ruhe kommen und frage Gott: Was willst du?“. Wir, eure Apostel fragen uns oft: „Was will Gott uns sagen?“
Der Engel Gottes geht voran
Für einen jeden von uns gilt: Der Engel Gottes geht voran. Ob bei Operationen oder anderen Situationen im täglichen Leben, wo der Ausgang noch ungewiss ist oder auch bei Entscheidungen die anstehen. Das Bibelwort aus 2. Mose 23,20 „Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und dich bringe an den Ort, den ich bestimmt habe.“, begleitet uns alle durch die Zeit und sei ein Trost für alle. Wichtig sind unser Glaube und das Vertrauen in Gott. Er sagte: „Gotteskind gehe im Vertrauen, der Engel Gottes bereitet den Weg.“ Gott kennt den Ausgang aller Dinge. Kinder haben eine besondere Zusage von ihm: „ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel …“ (Matthäus 18,10).
Die Wort galt besonders für die Gebietskirche Sachsen-Anhalt. Der Bezirksapostel sprach davon, dass mit der Inruhesetzung des Bezirksältesten Lothar Joh strukturelle und personelle Veränderungen in der Gebietskirche Sachsen-Anhalt wirksam werden. Er ermunterte die davon betroffenen Gemeinden, diese Veränderungen als eine besondere Chance aufzufassen, denn eine Veränderung kann auch viel Gutes, Wachstum und Entwicklung mit sich bringen. Im Hinblick auf die Tatsache, dass notwendige Veränderungen oft mit Befürchtungen und Ängsten verbunden sind, legte der Bezirksapostel den Gottesdienstteilnehmern ein besonderes Trostwort in die Seele, auf das der Stammapostel kürzlich hingewiesen hatte: "Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und dich bringe an den Ort, den ich bestimmt habe." (2. Mose 23, 20)
Gott will ein Neues schaffen
„… denn siehe, ich will ein Neues schaf-fen.“, das hat auch das Volk Israel nicht verstanden, als Jesaja sich in der Ge-fangenschaft in Babel an sie wendete. Man verharrte im Erinnern an die ver-gangenen Wunder und Großtaten Got-tes. Der Prophet sagte deshalb eindring-lich: „gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige … (Vers 18).“ Gott will Neues schaffen: „Nun vergesst doch mal das Frühere! – Das ist kein Wi-derspruch.“ Nicht immer nur rückwärts orientiert sein. Lass ab! Öffne dich – was Gott heute für Heilstaten tut. Das Neue versteht man aber nur auf der Grundlage des Alten. Das Fundament bleibt dabei unveränderlich: Die Jesulehre und die Lehre der urchristlichen Apostel, wie sie uns überliefert ist.
„Ich glaube an die Heilsnotwendigkeit der Sakramente.“ und „Jesus kann jederzeit kommen! Ich lebe täglich in der Überzeugung.“, führte er weiter aus.
Höchste Aufmerksamkeit gefordert
Das Wort „siehe“ verlangt höchste Aufmerksamkeit. Es stand am Anfang, als Gott nach der Schöpfung sagte: „… siehe es war sehr gut.“ und es steht auch am Ende in der Offenbarung: „Siehe, ich mache alles neu.“ Das ist kein vom Himmel gefallenes Produkt, schon heute „... wächst es auf …“. Was ist das „Neue“? Als Christus auf die Erde kam begann das Neue. Er brachte den Neuen Bund, eine neue Art zu predigen, die neue Kreatur in der Wiedergeburt. Doch damit sind wir noch nicht fertig. Durch die Sakramente und das Geisteswirken in seinem Wort wird unsere Seele zur neuen Kreatur in Christus zubereitet.
Das Neue Wesen Jesu sehen
„… erkennt ihrs denn nicht?“ Sehen wir das Neue von Jesu Wesen? In dir, in der Familie, in der Gemeinde, im Bezirk, in der Kirche? Klammert uns der „alte Adam“ noch so sehr, dass das Neue erstickt wird? Bitten wir darum, das zu sehen, was an Neuem wächst.
Welche Beispiele zur Erkenntnis nennt uns die Bibel, um das Neue, Wachsende zu erkennen? Dazu braucht es im Wesentlichen:
- göttliche Offenbarungen – Die Antwort von Petrus, als viele Jünger den Herrn verließen. „Wir haben geglaubt und erkannt, dass du bist der Heilige Gottes.“ (Joh. 6,69) oder an anderer Stelle: „Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn.“ Jesus antwortete darauf: „…Fleisch und Blut hat dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel.“ (Matthäus 16,16-17)
- Versammlung und Frieden – Als Jesu weinend vor Jerusalem sagte: „… wenn doch auch du erkenntest zu dieser Zeit, was dir zu deinem Frieden dient!“ (Lukas 19,42)
- Viel miteinander sprechen – Beim Gespräch mit der Samariterin am Jakobsbrunnen: „… wenn du erkenntest die Gabe Gottes …“ (Johannes 4,10)
- Den richtigen Blick – Dem Propheten zeigte Gott einige Bilder und fragte ihn danach: „Jeremia was siehst du?“ Gott prüfte seine Sehensweise und antwortete ihm: „du hast recht gesehen.“ (Jeremia 1,11-12)
Um etwas zu erkennen, braucht es eine göttliche Offenbarung. Sehen wir das Neue auch richtig? Ist es auch wirklich der Wille Gottes? Sonst wachsen Missverständnisse und Misstrauen! Deshalb nicht den anderen nach äußeren Dingen beurteilen sondern von jedermann Gutes reden. Vor allem viel miteinander reden, über Entwicklungen und Veränderungen sprechen. Bereit sein, sich von althergebrachten Strukturen zu lösen.
Nicht gleich alles plattmachen
„Bitte in Ruhe weiter wachsen lassen und nicht gleich platt machen, weil es dem einen oder anderen Muster nicht entspricht.“ so der Wunsch des Bezirksapostels, wenn sich in unseren Gemeinden zaghaftes Wachstum erkennen lässt und wir mit dem Ergebnis noch nicht zufrieden sind. Das bedingt aber auch, für Neues offen zu sein! Betrachtet es mit Freude und genießt, wenn es aufwächst!
Wesen Jesu ausstrahlen
Von der Gemeinde möchte etwas „ausstrahlen“. Das Wesen Jesu. Die Gemeinde soll ein fester Bestandteil des christlichen Lebens in der Stadt sein. Neues schaffen heißt auch: unsere Kirche ist auf dem Weg dorthin.
Jesus wird nicht kommandiert
Der Auszug Israels aus Ägypten war etwas völlig Neues und man erinnerte sich an die „Fleischtöpfe“ von damals. Jesaja spricht davon, das Frühere zu verlassen. Manche meinen heute, die Geschwister waren früher treuer, der Glauben größer, die Kirche einfach besser. Das ist grundlegend falsch, denn Jesus wird heute nicht kommandiert sondern in uns eingepflanzt, damit wir wachsen und sein Wesen in uns und um uns Wirkung zeigt und in Bezug auf das Wort aus der Offenbarung (Höre, was der Geist den Gemeinden sagt): Der urchristliche Sendungsauftrag, den Jesus seinen Jüngern gab, gilt heute auch DIR!
Was haben wir hinterlassen
Wenn wir als Christen mit anderen Menschen zusammen waren, stellt sich die Frage: Was haben wir hinterlassen? Haben unsere Gesprächspartner Freude aus der Begegnung mit uns erhalten? Haben sie etwas von dem Frieden Jesu gespürt? Jesu Wesen darf/soll/muss aus uns heraus strahlen! Bevor Bezirksapostel Klingler Apostel Wosnizka an den Altar rief fügte er ein: „Da gibt es ja welche, die hören das Gras wachsen, die sind mir ja etwas suspekt.“
Über ungeschriebene Gesetze hin-wegsetzen
Apostel Wosnitzka zitierte Jesu Worte: „Ich bin das A und das O.“ Dazwischen ist eine Entwicklung mit viel Neuem. Hat Jesu Wesen uns schon erreicht? Hat Jesu Wesen mich (den Apostel) selbst schon erreicht? Jesus setzt sich beim Gespräch mit der Samariterin über ungeschriebene Gesetze hinweg, bei der Steinigung der Sünderin sogar über das Gesetz mit den Worten: „wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“
Spektakulär ist sein Aufruf an die Vorsteher und Bezirksvorsteher: „Setzt euch über ungeschriebene Gesetze hinweg, wenn sie dem Wachstum im Wege stehen, wenn sie das Wachstum hindern. Erst dann kann Neues wachsen.“
Da hat uns Jesus etwas vorgemacht. Jesus setzte sich darüber hinweg und brachte Neues!
Aufmerken: Nicht umkrempeln sondern Saatgut aufgehen lassen
Gott fordert uns auf, aufzumerken! Er – nicht wir – will etwas Neues schaffen. Die Kirche insgesamt ist auf dem Weg dahin. Es geht nicht darum, alles umzukrempeln, sonder das Saatgut (das Wort Gottes) soll aufgehen und wachsen. Manchmal muss das Alte aber erst ein-mal weggeschmissen werden, Altes muss absterben. Aber keine Neuerung um jeden Preis.
Es gibt Wachstumshemmendes und Wachstumsförderndes. Was wird nicht oft alles mit der Heiligen Schrift gleichgesetzt oder steht sogar darüber? Die Grundlage ist die Bibel. Kein Mensch kann gerecht werden durch Werke. Sondern: Allein durch Glauben! Dafür kam der Sohn Gottes!
In Vorbereitung auf die Feier des Heiligen Abendmahles für die Entschlafenen sprach Apostel Korbien: Das mancher Vater, manche Mutter, mancher Lehrer, die schon „drüben" sind, von uns als ein „Engel" gesehen werden – in Anlehnung an das Wort aus 2. Mose 23, 20 „Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und dich bringe an den Ort, den ich bestimmt habe.“ Bezirksapostel Klingler ergänzte: „Auch Kinder, die schon gehen mussten, werden von ihren Eltern als Engel bezeichnet …“
Nach der Feier des Heiligen Abendmahles gab der Bezirksapostel zunächst die strukturellen und personellen Veränderungen in der Gebietskirche Sachsen-Anhalt bekannt:
- Die bisherigen Bezirke Magdeburg-Nord und Magdeburg-Süd bilden jetzt den Bezirk Magdeburg. Diesem jetzt größeren Bezirk steht der Bezirksälteste Wolfgang Bauer vor.
- Der Bezirk Aschersleben ist aufgelöst, die Gemeinden sind in die Bezirke Dessau bzw. Halberstadt eingegliedert. Der Bezirksälteste Hartmut Lutz dient jetzt an der Seite des Bezirksältesten Klaus Koselack im Bezirk Dessau.
Anschließend ordinierte der Bezirksapostel den Vorsteher der Gemeinde Wolmirstedt, Evangelist Holger Wieneke, zum Bezirksevangelisten. Dann setzte er den Bezirksältesten Joh in den Ruhestand, entband den Bezirksältesten Hartmut Lutz von seiner Aufgabe als Bezirksvorsteher und beauftragte den Bezirksältesten Wolfgang Becker als neuen Bezirksvorsteher für den Bezirk Halberstadt. (os,mc,seta) |
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