H O M E
W I R   C H R I S T E N
J U G E N D A R B E I T
B E R I C H T E
V E R A N S T A L T U N G E N
K U R Z   N O T I E R T
K I R C H G E M E I N D E N
D O W N L O A D S
 
W A S   I S T   E I G E N T L I C H   K I R C H E ?
Was denkt ihr wenn ihr das Wort Kirche hört? Zuerst werdet ihr wahrscheinlich an die großen Volkskirchen, die katholische oder evangelische Kirche denken. Vielleicht kennt ihr noch orthodoxe oder die eine oder andere Freikirche.

Das ist jedoch nur die eine Seite der Medaille „Kirche", die die Organisation als Zusammenfassung von Gemeinden, die sich einer bestimmten Konfession oder einem besonderen Bekenntnis (Credo) zurechnet, bezeichnet. Sozusagen die Dachorganisation oder das „Management".

Aber das ist nicht das, was Jesus meinte als er sagte: „Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde (andere Übersetzungen auch: Kirche, Versammlung) bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen." (Matthäus 16, 18)

Woher kommt die Bezeichnung Kirche? In den meisten Texten des neuen Testamentes wird an dieser Stelle das griechische „Ekklesia" benutzt. Dieses Wort stammt aus der attischen Demokratie und bezeichnet eine bestimmte Gruppe, die berechtigt war an Versammlungen oder Abstimmungen teil zu nehmen. Es heißt soviel wie „Die Versammlung der Herausgerufenen". Diese Bezeichnung wurde für die Gemeinden der Christen, eben der aus den Völkern herausgerufenen, verwendet. Es bezeichnet also einzelne Gemeinden als auch die Gesamtheit der Christen. Der eigentliche Begriff Kirche wird jedoch von Kyriaké (dem Herrn gehörend) abgeleitet.
Kirche soll also nicht einfach nur eine Organisationsform, in der sich Christen zusammenfinden, sondern Heimat, Mittelpunkt und Identifikationsmerkmal jedes Christen sein.

Nun werdet ihr mir entgegenhalten: „Also ich habe schon soviel schlechtes über Kirche gehört, da wurde hier Missbrauch getrieben und da wurden Fehler gemacht und ich habe gehört, dass … hör mir bloß auf mit Kirche."
Da kann ich euch leider nicht einmal widersprechen. In der Geschichte und auch heute noch wurde und wird Kirche missbraucht, um Machtinteressen durch zu setzen oder gar Menschen zu unterdrücken.
Aber ist dieses Bild von Kirche das, was Jesus wollte? Klipp und klar: nein!

Der französische Theologe Alfred Firmin Loisy (1857-1940) sagte einmal: „Jesus hat das Reich Gottes verkündet - gekommen ist die Kirche!". Eigentlich ein vernichtendes Urteil, oder doch nicht?

Ich möchte euch nun erklären was Kirche, was Gemeinde für mich bedeutet und wie ich es verstehe und das möchte ich speziell an dem Beispiel „Gemeinde" beschreiben.

Gemeinde ist ein Zusammenschluss von Christen. Diese müssen nicht zwangsläufig in allen Punkten gleicher Meinung sein. Auch nicht in allen Lehrmeinungen. Zentrum einer christlichen Gemeinde ist Jesus Christus, seine Lehre, sein Evangelium: die frohe Botschaft vom Reich Gottes (der Königsherrschaft Gottes).

In einer christlichen Gemeinde gibt es keine Standesunterschiede, alle sollten gleich sein. Man kann mit seinen Sorgen und Problemen zueinander kommen. Jeder begegnet dem anderen mit Toleranz und Ehrerbietung. Die Fähigkeiten (im christlichen Sprachgebrauch Gaben genannt), die der Einzelne hat, werden in den Dienst der Gemeinde gestellt. Egal ob krank, betagt oder mit Sorgen und Problemen belastet – keiner wird allein gelassen. Die Sorgen des Anderen sind einem nicht egal. Fragen und Probleme werden in gegenseitigem Respekt besprochen und Lösungen gesucht.

Man könnte die Aufzählung unendlich fortsetzen. Sicher habe ich auch ein Idealbild gezeichnet, das sich nicht immer so vollumfänglich in die Realität übertragen lässt. Es sollte jedoch das Leitbild für eine christliche Gemeinde sein. Und noch eines: nicht jede Gemeinde ist genauso wie die andere. Denn wir Menschen sind nun mal unterschiedlich und mit vielen Fehlern und Schwächen behaftet.

Ihr seht also: eine echte christliche Gemeinde ist nicht nur eine „Interessenverbindung Gleichdenkender" sondern auch ein starker sozialer Verband. Ist nicht „heilige Herrschaft" (Hierarchie), aber auch nicht „Herrschaftslosigkeit" (Anarchie), sondern Dienst (Diakonie).

Es darf nur nie vergessen werden: Zentrum alles Handelns muss Jesus Christus sein und bleiben.
Er allein ist der „Herrscher" der Gemeinde.

Das was für die Gemeinde im Kleinen gilt, ist genauso für jede „Kirche als Organisation" ausschlaggebend und erst recht für die Kirche Jesu in ihrer Gesamtheit: die Kyriaké – die dem Herrn gehörige Gemeinde.

Ich wünsche euch, dass ihr eine Gemeinde findet, die diesem Bild so nahe wie möglich kommt und sich immer weiter auf ihren Herrn und Erlöser zu entwickelt!
 
     © junge-CHRISTEN.info
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