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03.09.2006 Jugendtag Erfurt: Wir singen aus unserem Faltblatt
Premierenfeier in Erfurt. 4.500 Jugendliche trafen sich Samstag und Sonntag, 2. und 3. September, zum Jugendtag der Gebietskirchen Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Sachsen-Thüringen. Der erste zentrale Jugendtag der NAK Mitteldeutschland in der thüringischen Landeshauptstadt. Bezirksapostel Wilfried Klingler diente der Jugend mit einem Wort aus Lukas 18, Vers 41: „Was willst du, dass ich für dich tun soll?"
Die Jugend sitzt. Ruhe kehrt ein. Die Orgel dudelt. Die Kirchenbonbons sind bereitgelegt. Plötzlich spielt die Orgel lauter. Was soll das denn? Es ist doch erst zehn vor elf! Dennoch erheben sich alle Teilnehmer, ihr Programm-Faltblatt, in dem auch die Liedtexte für den Jugendtag abgedruckt sind, in den Händen. Ein Eingangslied, zehn Minuten zu früh? Nein! Der Gemeindegesang ersetzt einfach das obligatorische Chorlied. Und so stimmen alle 4.500 Anwesenden das Lied „Jesu, Seelenfreund der Deinen“ (NGB 110) an.
Zehn Minuten später geht es dann aber wirklich los. Dieses Mal mit „Aus der Näh und aus der Ferne“ (NGB 119). Bezirksapostel Wilfried Klingler aus Hannover betritt die Altarbühne. Ihn begleiten alle Apostel aus Mitteldeutschland. Einen Gastapostel gibt es in Erfurt nicht.
Handys aus! Zu Beginn fragt der Bezirksapostel: „Sind alle Handys ausgeschaltet?“ Seine eigene Antwort: „Ich hab' meins noch an!“ Er erklärt auch schnell, weshalb. Im Lauf der Woche habe er versucht, Stammapostel Wilhelm Leber zu erreichen. Da dieser sich aber im Urlaub befand, war der telefonische Kontakt nicht möglich. Daher schickte er dem Stammapostel eine SMS. Und die Antwort präsentiert Bezirksapostel Klingler in die Kameras. Stammapostel Leber grüßt die gesamte Jugend und wünscht ihnen viel Segen. „Dein Willi Leber“, ist am Ende der Short Message Sevice zu lesen. Übrigens: Klingler setzt auf Motorola.
Nachdem der Gemeindegesang ein weiteres Mal den so gewohnten Chor ersetzt, wünscht Klingler, dass jeder Einzelne fühlt, dass er selbst von Gott geliebt, gewollt und erwartet wird. „Werft Euer Vertrauen nicht weg!“ Dieses Wort aus dem Hebräer-Brief soll für jeden Einzelnen bedeutend sein. Auch wenn mal Schwierigkeiten wie Liebeskummer das Vertrauen in Gott und die Gemeinde schwierig machen.
Ein besonderer Hinweis Bezirksapostel Klingler erwähnt, dass Martin Luther eine besondere Bindung zu Erfurt hatte. „Nicht nur, dass er in dieser Stadt studiert hat. Nein! Hier, vor den Toren der Stadt, hat er sein Leben Gott geweiht!“ Ein Vorbild, das auch für die Jugend interessant sei.
„Gott ist nicht fern von einem jedem, damit die, die Gott suchen, ihn auch fühlen.“ Dieses Wort aus der Apostelgeschichte 2, 42, soll der Jugend als ein ganz besonderer Hinweis dienen. Die Jugend sollte sich immer wieder vor Augen halten, dass Gott immer nahe ist. „Lasst Euer Leben von Gott durchdrungen sein!“ Im Bibelwort heißt es weiter, dass das Leben „von Gott durchwoben“ sein soll. „Der Webrahmen, in dem unser Leben gespannt ist, zeichnet sich durch etwas Besonderes aus.“ Die senkrechten Fäden, seien Gottes Liebe und die Erwählung. „Und die waagerechten“, so Klingler, „sind die Verbindungen zu unserem Nächsten“.
Den Glauben erleben Das Textwort, das der Bezirksapostel dem Gottesdienst als Überschrift gab, war der Jugend schon viele Wochen zuvor bekannt. In dieser Zeit hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich vorzubereiten und dem Bezirksapostel Fragen zu stellen. Zunächst erklärt Klingler die Umstände des Geschehens, in dem Jesu auf den Blinden traf und ihn wieder sehend machte. „Zulassungen Gottes sind keine Strafen! Sie prüfen vielmehr die Hoffnung und lassen uns unseren Glauben erleben.“ Da Gott seine Hilfe zur Verfügung stellt, habe auch der Mensch etwas zu tun. „Und das ist der Glaube!“
Dann bat der Bezirksapostel den hannöverschen Apostel Achim Burchard an den Altar. Es habe mal eine Olympiade gegeben, so der Apostel. „Einer fiel nieder. Der nächste der kam, ist stehen geblieben, gab ihm die Hand und hat ihm aufgeholfen. Der danach blieb auch stehen. Und so weiter!“ Die Rede hier war eine besondere Olympiade, nämlich die der Handycapped People. „Alle zusammen gingen dann gemeinsam in das Ziel. So wollen wir es auch einmal erleben.“
Jesus hat genug getan „Jetzt machen wir einen Sprung. Und zwar nach Sachsen-Anhalt“, kündigt Bezirksapostel Klingler Apostel Jens Korbien an. Apostel Korbien schilderte sein Erleben vom Vorabend: „Mich hat es gestern besonders bewegt, als sich der Bezirksapostel verabschiedet hat. Er sagte: ‚Ich werde mich jetzt noch heiligen, ich will euch morgen nicht enttäuschen’. Wir wollen auch ihn, unsere Vorangänger und somit auch unseren Heiland niemals enttäuschen! Preisen und loben wir den Herrn“, so der Apostel, „dann werden wir ihn bald sehen.“
Der „Gute Gastgeber“ und Organisator des Tages, Apostel Rolf Wosnitzka, sagte zu Beginn seiner Predigt, dass er sich schon oft gefragt hatte, was es wohl für eine Atmosphäre war, als „sich Jesus an die 5.000 wendete. Heute durften wir erleben, wie es sich anfühlt.“ Der Glaube des Hauptmanns von Kapernaum war beeindruckend. „Selbst für Jesus! Auf den Internetseiten, in der über das Textwort im Vorfeld gesprochen werden konnte, hat mich ein besonderer Punkt bewegt. ‚Jesus hat genug getan, jetzt bin ich dran!’ Lasst uns auch Hauptmänner des Glaubens sein!“
Kinderbuch Bischof Rainer Knigge aus Braunschweig hatte vor einigen Wochen ein Kinderbuch in der Hand. „In diesem Buch wurden Tiere vorgestellt und die Kinder können die Tiere dort sehen und sie fühlen. So ist etwa bei einem gedruckten Schaf ein Stück Schaffell eingearbeitet, damit die Kinder wissen, wie sich ein Schaf anfühlt. Wir können unseren Herrn auch fühlen. Lasst uns lernen ihn zu erkennen!“
Bezirksapostel Wilfried Klingler betritt wieder den Altar. „In wenigen Augenblicken erreichen wir den Höhepunkt des Gottesdienstes. Vorher möchte ich noch an einige Bitten erinnern, die an mich getragen wurden.“ Viele Bitten wie die um Ruhe, mehr Opfer, Verständnis, Arbeit, Gesundheit, Familienfrieden oder einen Partner zählt Bezirksapostel Klingler auf. „Entschuldigt diese Ausnahme, aber ich möchte heute einmal ein Gebet vorlesen“, bittet er. Das von ihm vorgetragene Gebet von Antoine de Saint-Exupéry beschreibt die Sorgen und Bitten eines Menschen. Ohne eine weitere Aufforderung beten dann alle gemeinsam das "Unser Vater".
Bewegend „Ich hab von Ferne“ (NGB 400) bereitet auf das Entschlafenenabendmahl vor. Zuvor erinnert er der Bezirksapostel an zwei aktive Vorsteher, die innerhalb einer Woche starben und an einen „jungen Bruder, der mit seinen Problemen nicht mehr fertig wurde. Vor zwei Wochen war seine Beerdigung.“ Nach der Feier des Heiligen Abendmahls für die Entschlafenen singt die Jugend, noch immer sichtlich bewegt, hier und da mit Tränen in den Augen schließlich das "Dreifache Amen". Bezirksapostel Wilfried Klingler merkt an: „Dieses Amen beschließt den diesjährigen Jugendtag. Der nächste Jugendtag für Mitteldeutschland wird im September 2007 in Hannover stattfinden.“
Zum Abschluss wird nicht aus dem Faltblatt gesungen, sondern aus den Mappen der Blechbläser gespielt. Und das Jugendtagswochenende 2006 in Erfurt endet wie es begonnen hat: mit tosendem Applaus. (Quelle: jugend-online.info, Bilder: Matthias Creutzberg)
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