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D O W N L O A D S
A R C H I V   B E R I C H T E   2 0 0 6
04.10.2006
9. Deutscher Evangelischer Allianztag - Die Zukunft der evangelikalen Bewegung

Am 30.09.2006 fand der 9. Evangelische Allianztag statt. Thema des gesamten Tages war: Die Zukunft der evangelikalen Bewegung. Der Tag wurde mit einem Lied und gemeinsamen Gebet begonnen. Die darauf folgenden „Worte zum Tag" von Thilo Schneider standen unter dem Wort aus Philipper 1, 3-5 „Ich danke meinem Gott, so oft ich euer gedenke – was ich allezeit tue in allen meinen Gebeten für euch alle, und ich tue das Gebet mit Freuden -, für eure Gemeinschaft am Evangelium vom ersten Tage an bis heute" und folgende. Besonders ging er dabei darauf ein, dass Paulus sich in Gefangenschaft befand und trotz der Umstände für die Gemeinde dankte. Eine schöne Einleitung für den bevorstehenden Erntedanktag.

Danach referierten vier Redner aus der Deutschen Evangelischen Allianz resp. Evangelikalen Bewegung zum Thema des Tages mit dem Schwerpunkt: „Worauf es jetzt ankommt".

Kernpunkte aus den Referaten:

Ulrich Eggers:
Was will die evangelikale Bewegung in Zukunft sein? Eine „Vorhut" innerhalb der Christen um damit diese große Bewegung zu beeinflussen oder eine „Nachhut" als eine Art Vertriebenenverband aus den Volkskirchen. Die Zukunft läge eindeutig in der Vorhut! Wie ist die Außenwahrnehmung? Teilweise rechtskonservativ, radikal oder innovativ. Von allem etwas. Wichtig ist für die Zukunft die Bibel- und Jesustreue Kraft gibt es, mit dem lebendigen Jesus zu leben.

Drei Wünsche für die Zukunft der evangelikalen Bewegung:
1. eine erneuerte Gesprächs- und Denkkultur nach innen wie nach außen
2. die Evangelikalen als Spiritualitätszentrum - gelebter Glaube: daraus entwickelt sich Kraft, die Weite gibt, wir sollten mit der Wirklichkeit Gottes rechnen, fragen: was will Christus von uns, unser Grundvertrauen in Christus legen, Ihn in die Mitte nehmen; „Die Front liegt draußen!"
3. Erneuerungsbewegung von Christus her, Zeit nehmen für die Gestaltung der Zukunft
Man sollte die Selbstzerfleischung ablegen und Evangelisation intensivieren.

Silke Stattaus:
Wie erreiche ich Menschen, wie stelle ich mir Evangelisation vor? Konfessionslose Menschen erreicht man meist nur, wenn diese sich in Grenzerfahrungen befinden wie Verlust von Angehörigen oder anderen schwierigen persönlichen Verhältnissen, aber auch durch Änderung an Menschen in ihrem Umfeld, wenn diese sich für Christus entschieden haben. Man sollte Menschen, die man für Christus gewinnen will, denen man helfen will mit

den Augen Jesu sehen … Beispiel Jesus und die Frau am Jakobsbrunnen
den Ohren Jesu hören … Beispiel Jesus und der blinde Barthimäus
den Händen Jesu helfen … Beispiel, Speisung der 5000
dem Herzen Jesu leiten … selbst von Gott leiten lassen, geleitete Leiter sein.

Kai-Uwe Schröter:
Trend: Alter Wein in neuen Schläuchen? Er sieht die Zukunft der evangelikalen Bewegung – Bezug nehmend auf die Abschiedsreden Jesu in Joh. 13-17 in 3 Dingen:
1. Liebe: Wo die Liebe nicht herrscht, wo sie fehlt, läuft nichts (Joh. 13,34: Ein neues Gebot gebe ich euch …) Liebe untereinander, neue Ideen nicht über die Liebe stellen. Jesu gehorsam sein - Gehorsam ist Liebe, ist Nachfolge Jesu. Wer Jesus liebt, wer den nächsten liebt ist Jesus gehorsam und folgt nach.
2. Heiliger Geist: Der heilige Geist führt in alle Wahrheit. Der Heilige Geist leitet die (unsichtbare, allgemeine Kirche) auch heute noch (Joh. 16,13)
3. Einheit: Die Welt nimmt einer zerstrittenen Christenheit die Botschaft von Jesus nicht ab. Einheit setzt das Leben in der Wahrheit voraus. (siehe Joh. 17,20)

Peter Strauch:
Er ging auf die Begriffe Enge und Weite ein. Eng sein im Sinn einer gelebte Bindung an Christus in aller Radikalität. Er stellte in diesem Zusammenhang eine Resistenz gegen den Sprachgebrauch innerhalb der evangelischen Allianz in den Raum. Außenstehende könnten mit manchen Begriffen nichts anfangen. Innerhalb wir diese Sprache angewandt, jeder kennt es, aber die Vorstellungen darüber sind nicht klar. Der Heilige Geist müsse erlebbar sein. Wenn dies nicht der Fall ist, sollte nicht so getan werden als wenn es doch so wäre. Sondern lasst uns ehrlich darüber reden. Weit sein im Sinne der Nutzung der Weite der Schöpfung und der gegebenen Möglichkeiten und Gabe. Kein Verzicht-Christentum propagieren, sich nicht als Wächteramt verstehen, sondern kulturelle Vielfalt der Übersetzung des Evangeliums auf die jeweilige Zielgruppe bezogen anwenden. Enge ohne Weite führt zu Kuschelchristentum und Abschottung nach außen. Weite ohne Enge fördert ungehemmte Liberalität und Gleichmacherei. Wie ist es bei uns? Sind wir sonntags eng, in der Bindung an Christus und den Rest der Woche weit, bezüglich des liberalen Lebens in der „Welt"? Man darf Enge und Weite im Glauben nicht trennen. „Wir brauchen Menschen, die sich in der Enge Jesu in die Weite der Welt begeben!"

Danach referierten noch der Präsident des EKD-Kirchenamts, Dr. Hermann Barth (Hannover) und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), der methodistische Altbischof Walter Klaiber (Tübingen) als Außenstehende über ihre Wünsche, Anregungen und Anfragen an die evangelikale Bewegung. Gedanken dazu und zu dem anschließenden Podiumsgespräch finden sich unter www.ead.de zu finden.

Ein Satz von Dr. Klaiber war sehr einprägsam: „Wenn man etwas als Gottes Willen für sich erkannt (und angenommen) hat, ist das nicht verhandelbar …" Ferner sprach er davon, das die evangelikale Bewegung keine „Einheitsangst" entwickeln darf. Einheit sei nicht zwangsläufig eine Erscheinung der Endzeit, sonder ein Anliegen Jesu: „Auf das sie all eins seien …" (os, tr)
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