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| A R C H I V B E R I C H T E 2 0 0 6 |
06.08.2006 111. Allianzkonferenz in Bad Blankenburg
Vom 02.08.–06.08.2006 trafen sich in Bad Blankenburg ca. 2500 Christen aller Altersgruppen zur Allianzkonferenz - aus den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen, oder einfach nur Menschen, die mal was über Gott wissen wollten. Die Konferenz stand in diesem Jahr unter dem Hauptthema „So sollt ihr leben … – Die Bergpredigt Jesu”. Gehen bei uns da nicht sofort alle Jalousien runter, wenn Menschen kommen, die uns sagen wollen, wie wir zu leben haben? Die traditionsreiche Bibel- und Glaubenskonferenz im thüringischen Kurort Bad Blankenburg zählt damit neben unseren Jugendtagen zu den am stärksten besuchten regelmäßigen kirchlichen Veranstaltungen in den neuen Bundesländern. Die einen stellten sich gleich ein Zelt auf, die anderen fuhren den einen oder anderen Tag aufs Neue zur Konferenz. Man gesellte sich zu diversen Gesprächen, Bibelarbeiten, Seminaren, Brennpunkten oder musikalischen Veranstaltungen. Besonders beliebt bei allen Teilnehmern war die Abendveranstaltungen, wo stets ein Chor aus jungen und alten Leuten zugegen war, welcher zu Klavier moderne, aber tiefgründige christliche Lieder sang. Ebenso sang man auch mit der gesamten versammelten Menge das eine oder andere bekannte und unbekannte Lied.
Dieses Jahr waren dort auch neuapostolische Jugendliche, „Junggebliebene“ und Neugierige u.a. aus den Gemeinden Pößneck und Gera zu entdecken. Sie nahmen teil, weil sie ein unverkrampftes Verhältnis zu anderen christlichen Gemeinschaften anstreben und zwar auf der Basis gegenseitigen Respekts. Dazu muss die Neuapostolische Kirche zu einem Dialog mit anderen Kirchen bereit sein. Es ist immer wichtig, miteinander zu reden: in den Gemeinden, in den Bezirken und auch über den Rahmen der Kirche hinaus um Missverständnisse abzubauen, um ein Vertrauensverhältnis zu gewinnen. Ab und an werden wir auch durch Veränderungen gefordert. Dabei sei an die Kontakte erinnert, die wir seit einiger Zeit im Rahmen eines fruchtbaren Dialogs mit anderen Kirchen und Glaubensgemeinschaften führen. Wir spüren immer noch, wie diese Gespräche bei manchen Unverständnis, ja Ängste auslösen. Ist unsere Gottes- und Nächstenliebe stark genug, dass wir solchen Entwicklungen vertrauensvoll begegnen, unseren Horizont erweitern und wir uns dadurch bereichern lassen?
Der Bergprediger ermutigt zu einem alternativen Lebensstil Die meisten Auslegungen gingen der Frage nach, ob sich die Absicht der Bergpredigt überhaupt umsetzen lasse. Ihre Antwort: Man dürfe sie nicht vom Autor der Predigt, dem Bergprediger Jesus Christus, trennen. Wer ihm vertraue, empfinde die Anweisungen als Ermutigung zu einem alternativen Lebensstil. Dem Gebot zur Feindesliebe geht die Überzeugung voraus, dass Gott selbst die ihm feindlich gesinnte Menschheit so sehr geliebt habe, dass Jesus Christus für ihre Sünden starb. Diese Gewißheit ermögliche es Christen, ihrerseits Feinde inner- und außerhalb der Gemeinde zu lieben.
Breiter Weg oder schmale Tür? Wie kann einem geholfen werden, ein Leben mit Gott zu wählen, damit aus Theologie und Kopfwissen ein alltagstauglicher Glaube wird, oder wie man vom breiten Weg in die Hölle zur schmalen Tür in den Himmel findet. Etwas weniger drastisch ausgedrückt – es gibt nur eine richtige Antwort auf die Bergpredigt: das Leben in Jesu Hände legen. Bei allen Entscheidungen sollten sich Christen fragen, wie Jesus sich verhalten würde. Je konsequenter sie ihren Glauben lebten, desto größer sei ihre Ausstrahlung in die Gesellschaft. Euer Leben sagt mehr aus als eure Worte.
Bergpredigt leben: Die geballte Faust zur gestreckten Hand öffnen In der Bibelarbeit zu Matthäus 5,21–26 kam zum Ausdruck, dass Jesu Liebe selbst die tiefsten Gräben überwinden kann. Durch Jesus können Menschen die Liebe Gottes auch an ihre Feinde weitergeben – sei es im Alltag oder auch in so schwierigen Situationen wie im Libanon. Um andere ins Reich Gottes hineinzulieben, bräuchten wir die von Jesus geschenkte Gerechtigkeit Gottes. In der Bergpredigt zeigt Jesus den neuen Lebensraum Gottes, der für alle Menschen eröffnet worden ist. Ging es im alten Bund noch um die Abgrenzung zu anderen Völkern, durch die Gott sein Volk durch die Jahrhunderte gebracht hat, so schafft Gott in Jesus das Heil für alle Völker. In der Bergpredigt hat Jesus als das Mensch gewordene Wort Gottes das Gesetz nicht verschärft sondern vertieft. Jeder Christ sei deshalb aufgerufen, die Liebe Gottes zu vertiefen und in die Welt hinaus zu tragen.
Konferenzhalle der Evangelischen Allianz wird 100 Jahre alt Ein Identifikationsort für die Deutsche Evangelische Allianz wurde diese Jahr 100 Jahre alt. Die Konferenzhalle im thüringischen Bad Blankenburg wurde am 27.08.1906 nach nur zehnwöchiger Bauzeit eingeweiht. Damals galt das rund 1.700 Personen fassende Gebäude mit seiner freitragenden Dachkonstruktion als architektonisches Wunder.
Okkultismus: Christen werden immer gleichgültiger Unter Christen breitet sich immer mehr Gleichgültigkeit gegenüber dem Okkultismus aus. Christen fragten nicht, was Gott von angeblich harmlosen Praktiken wie Horoskopen, Wahrsagerei, Kartenleserei und Bleigießen halte, sondern machten ihre Beurteilung davon abhängig, ob ihnen die Beschäftigung mit solchen Aktivitäten schade.
Internet: Ein riesiges Missionsfeld, aber nicht genügend Missionare Das Internet entwickelt sich immer mehr zu einem riesigen Missionsfeld. Allerdings gibt es nicht genügend Christen, die diese Chance wahrnehmen wollten. In den elektronischen Suchmaschinen erscheine „Religion“unter den zehn am meisten gesuchten Begriffen, was ein großes Informationsbedürfnis widerspiegele. Die Möglichkeit, das Internet zu Verbreitung des Glaubens zu nutzen, werde jedoch nur unzureichend wahrgenommen.
Beziehung statt Programm: Wie Gemeinden Menschen erreichen Christen sollten manche Gemeindeveranstaltung lassen, um mehr Zeit für Nichtchristen zu haben. Wenn Chor, Bibelstunde und Gottesdienst keine Zeit für den Kontakt mit Menschen ließen, die man mit Evangelisationsveranstaltungen erreichen will, dann sei der Sinn verfehlt.
Sehr wichtig ist auch der persönliche Kontakt zu Menschen. Was Menschen anspricht ist kein Programm. Menschen spüren, wenn wir genau das haben, was sie suchen. Jesus hat der Frau am Brunnen keine Einladungszettel für den Gottesdienst in der Synagoge gegeben, er hat sich Zeit für sie genommen. Das glaubwürdige Zeugnis des einzelnen Christen ist maßgeblich für alle Evangelisations-Bemühungen. Darüber hinaus müssten Christen jedoch mehr und mehr dafür sorgen, dass das Evangelium überhaupt verstanden werde.
Nein zu unchristlichem Verhalten Mit einer Mahnung an Christen, den Willen Gottes im Alltag zu erfüllen, und einer Warnung vor Irrlehren war die Konferenz zu Ende. Christ kann nur sein, wer auf dem Fundament des Evangeliums steht. Zu den wesentlichen Elementen des Christseins zählt das Bekenntnis, dass Jesus Christus leiblich auferstanden ist und am Ende der Welt wiederkommen wird, Toleranz gegenüber unterschiedlichen Frömmigkeitsformen und ein klares Nein zu unchristlichen Verhaltensweisen, etwa Lügen, Ehebruch, Geldgier, Mobbing oder gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Christen sollten eine vom Wort Gottes geprägte Alternativgesellschaft bilden. Die Zuhörer wurden angeleitet, ihr Denken und Verhalten im Licht des Evangeliums zu prüfen, und eingeladen, Korrekturen an ihren Lebenseinstellungen vorzunehmen.
Alles in allem ein paar Tage die zum Nachdenken und zu vielen schönen Gesprächen anregten, quasi ein kleines Trainingslager für junge und alte Christen. Im Forum sind Threads zu einigen Seminaren, Brennpunkten und diversen Veranstaltungen eröffnet. Wir wünschen uns dort einen regen Gedankenaustausch.
Im kommenden Jahr findet die 112. Konferenz in Bad Blankenburg vom 01.08.–05.08.2007 statt. (ak,am,mc) |
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