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| A R C H I V B E R I C H T E 2 0 0 6 |
19.03.2006 Sucht und Abhängigkeit – eine Jugendstunde der besonderen Art
Eine Jugendstunde der besonderen Art konnten wir gemeinsam mit der ganzen Jugend des Kirchenbezirkes Gera am 19. März 2006 in Zeitz erleben. Sucht und Abhängigkeit. Ein interessantes und aktuelles Thema für Jugendliche als direkt und indirekt Betroffene und in Sonderheit für die Amtsträger als Seelsorger. Referent war Priester Grosche aus Mühlhausen. Er ist 59 Jahre, verheiratet und als Leiter der Polizei im Unstrut-Hainich-Kreis tätig. Persönliche Erfahrungen und Fehler die er als Suchtbeauftragter der Polizei Nordthüringen gemacht hat unterstrichen die Kompentenz seiner Person. Warum so eine Jugendstunde? In Deutschland sind 5% der Bevölkerung alkoholkrank, 5% der Bevölkerung stark gefährdet alkoholkrank zu werden und 10% der Bevölkerung sind auf dem besten Weg dorthin.
1. Ursachen für Sucht und Abhängigkeit:- Unsere Gesellschaft übt einen Leistungsdruck aus und das Individuum wie eine Zitrone ausdrückt. Irgendwann knallen die Sicherungen durch. Es ist nur eine Frage der Zeit. Leistung und Leistungsdruck sind Prinzipien unserer heutigen Gesellschaft!
- Bei dem einen äußert sich das in einem Schlaganfall, beim anderen entwickelt sich ein Magengeschwür, wieder ein anderer wird Alkoholiker.
- Konsequenz: Druckabbau. Man muss auch mal NEIN sagen! „Das mach ich nicht mehr mit!“
2. Unterscheidung zwischen körperlicher und seelischer Abhängigkeit- Körperliche Abhängigkeit bedeutet, dass der Körper eine Substanz unbedingt braucht, sonst funktioniert er nicht mehr richtig. Seeliche Abhängigkeit bedeutet, dass man etwas nicht mehr lassen kann. Es geht einem nicht gut, wenn man etwas nicht hat oder nicht macht!
- Eines ist klar zu sagen: Die Probleme haben nicht die Abhängigen, sondern die Angehörigen.
- Die größte Leistung Satans ist, dass er dem Menschen Glauben macht, dass es ihn nicht gibt.
- Wenn die Neugierde da ist, ist es schon zu spät.
3. Medizinische Abhängigkeit- Mann: regelmäßig Mehr als 2 Flaschen Bier pro Tag
- Frau: regelmäßig mehr als 1 Flasche Bier pro Tag
4. Einzelne Drogen und ihre Auswirkungen, anhand von Beispielen- Eine Jugendliche die für ihren Drogenkonsum monatlich 9000€ ausgeben musste.
5. Warnzeichen- Plötzlicher Leistungsabfall
- Aufabe und Änderung des Freundeskreises
- Rückzug und Isolation
- Aufgabe persönlicher Interessen
- Fehlende Perspektiven
6. Unser Vermögen, dagegen zu widerstehen- Macht der Geisterunterscheidung
- Kraft des eigenen Willens
- Unrechtsbewußtsein
7. Was wir tun können: Wer helfen will, muss stark sein- Konflikte durchstehen
- Unrecht ertragen (In der Niederlage zeigt sich Größe)
- Selbstwertgefühl stärken
Liebe deinen Nächsten wie DICH selbst Dich gibt es nur einmal in dieser Stadt in diesem Land auf dieser Erde. Wieviele Tonnen Gold gibt es und wie viel kostet es? Du bist einmalig!
Umgang mit Langerweile, Wut, Angst Dafür haben wir die Gottesfurcht und wir können das Böse meiden. (Muss ich in die Disco? Wenn ich in die Disco muss, muss ich dann dahin wo Drogen konsumiert und verkauft werden?)
Umgang mit beruflichen/schulischen und familiären Problemen Prister Grosche machte allen Beteiligten klar, dass wir uns einen Amtsträger des Vertrauens suchen sollen. Die Reihenfolge und kirchliche Ordnung ist dabei völlig egal.
Fachmännische Hilfe für Betroffene und Angehörige ist unerlässlich Diese Probleme „wegbeten“ geht nicht. Es sind Krankheiten. Gott hat dem Menschen den freien Willen gelassen, also ist der Wille entscheidend! (mk) |
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