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| A R C H I V B E R I C H T E 2 0 0 6 |
21.09.2006 Andacht zum Internationalen Gebetstag für den Frieden
„Pünktlich“ um 21:40 Uhr (der jüngste Teilnehmer hatte sich etwas verspätet … ) begann die Andacht von 11 jungen bzw. junggebliebenen Christen in der Jugendbegenungsstätte 15.
Der „Hausherr“ stellte kurz den angedachten Ablauf vor und es war eine gewisse Anspannung spürbar. Zunächst fassten sich alle im Kreis an die Hand und im gemeinsamen Gebet sprach jeder - der wollte - seine ganz persönlichen Gedanken in Bezug auf diesen Tag zu Gott. Das waren zum Teil sehr emotionale Momente, insbesondere das Gebet der einzigen Glaubensschwester, die sich „traute“.
Danach wurde der „Unvollendete Brief“ von Frere Roger (dem Mitbegründer von Taize; diesen Brief ließ er an seinem Todestag im August 2005 kurz vor seiner Ermordung schreiben) vorgelesen: „«Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch»: Was ist das für ein Frieden, den Gott schenkt? Es ist zunächst ein innerer Frieden, Frieden des Herzens. Er erlaubt es, einen hoffnungsvollen Blick auf die Welt zu richten, wenn auch oft Gewalt und Konflikte sie zerreißen … Der Weg für Versöhnung und Frieden setzt einen inneren Kampf voraus. Das ist kein bequemer Weg … ".
Anschließend wurde in einem Gesprächskreis deutlich, dass wir als Christen Unfrieden, Krieg und Gewalt etc. nicht verhindern werden können. Aber wir können Gott darum bitten, dass er Frieden schenkt. Um „äußeren“ Frieden zu schaffen, muss erst einmal der „innere“ Friede geschaffen werden; aus der Kraft der Verbindung zu Christus mit sich selbst, mit seiner Umgebung, mit anderen Christen und nicht zuletzt auch mit Menschen anderer Religionen. Wie schwer das ist, belegte die Diskussion zu den missverstandenen Papst-Worten von Regensburg … (tr) |
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| L I N K |
Am Nachmittag seines Todestages, am 16. August, rief Frère Roger einen Bruder und sagte zu ihm: „Schreibe diese Worte auf!“ Frère Roger schwieg lange und versuchte seine Gedanken zu formulieren. Dann begann er: „In dem Maße, in dem unsere Communauté in der Menschheitsfamilie Möglichkeiten schafft, … auszuweiten …“ Hier brach er ab, er war zu müde, den Satz zu beenden.
Diese Worte spiegeln die Leidenschaft wider, die auch im vorgerückten Alter noch in ihm lebte. Was verstand er unter „ausweiten“? Wahrscheinlich wollte er sagen: Alles tun, damit jeder einzelne leichter die Liebe wahrnehmen kann, die Gott ausnahmslos jedem Menschen, allen Völkern …
„Unvollendeter Brief“ |
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