H O M E
W I R   C H R I S T E N
J U G E N D A R B E I T
B E R I C H T E
V E R A N S T A L T U N G E N
K U R Z   N O T I E R T
K I R C H G E M E I N D E N
D O W N L O A D S
A R C H I V   B E R I C H T E   2 0 0 6
24.12.2006
Einfach nur Weihnachten?

Ich habe mir seit einiger Zeit über vieles in meinem Glauben Gedanken gemacht. Das heißt, ich bin noch immer dabei … Ein Punkt ist mein Verhältnis zum Weihnachtsfest. Selbstverständlich bin ich im christlichen Glauben erzogen worden und damit aufgewachsen, war immer der Meinung, einiges darüber zu wissen und meinen Glauben zu leben. Und zum Teil stimmt das sicher auch. Aber wie sieht das mit Weihnachten aus? Es war mir klar, zu diesem Fest gedenken wir der Geburt Jesu und es war auch immer ein herausragendes Ereignis im Jahr. Aber was stand im Mittelpunkt des Festes, trotz Gottesdienst am 1. Feiertag?

Weihnachtsmann und Familienfest.
Wie kann ein Werbegag aus dem letzten Jahrhundert es eigentlich schaffen, das Christkind selbst aus christlichen Familien zu verdrängen?
Sicher, wir sind in der ehemaligen DDR aufgewachsen. Da wurde lieber auf eine Erfindung des „Klassenfeindes“ zurückgegriffen als Gott und seinen Sohn irgendwo zur Geltung kommen zu lassen. Engel wurden zu geflügelten Jahresendfiguren usw. Wir kennen das.
Aber selbst nach der Wiedervereinigung Deutschlands blieb der Weihnachtsmann allgegenwärtig. Sicher, er lacht einen auch überall in der Vorweihnachtszeit an. Nur: wieso haben wir unsere Kinder mit dieser Fantasiefigur aufwachsen lassen? Mit ihm gedroht und gelockt? Kurz und gut: unsere Kinder angelogen?
Wo haben wir Christus gelassen? Wo ist Christus in dem ach so christlichen Abendland?

Da waren wir dieser Tage auf dem Weihnachtsmarkt unserer Heimatstadt. Unser Sohn hatte ein Vorspiel mit der Musikschule auf der Bühne des Marktes. Immerhin stand mitten auf dem Marktplatz eine Holzhütte als Krippe mit lebensgroßen Figuren. Aber das war es dann auch schon. Davon schien niemand Notiz zu nehmen. Die ganze Zeit rannte ein Weihnachtsmann über den Platz, ein Mikrophon in der Hand und pries lautstark die Artikel der auf dem Markt versammelten Händler an. Nach dem Musikschulvortrag kam ein bulgarischer Panflötenspieler (der nebenbei bemerkt hervorragend spielte) an die Reihe. Nur, warum muss auf einem Weihnachtsmarkt alles mit 100 Dezibel verstärkt werden? Stille Nacht … blökte so aus den Boxen, dass die Ohren wehtaten.

Bitte versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Weihnachtsmärkte und gegen Händler die dort ihre Waren anbieten. Auch kann ruhig ein Weihnachtsmann über den Platz schlendern und Süßigkeiten an die Kinder verteilen. Aber bitte nicht wie auf dem Rummel. Oder sehe ich das zu eng?

Dieser Tage, als ich mich auf die Moderation des Adventskonzerts vorbereitete, las ich eine kleine Geschichte, die den Kern trifft, aber doch recht heftig ist.

Da ist eine Oma die sich an ihrem Geburtstag auf den Besuch ihrer Enkel freut, Der Geburtstagskuchen steht bereit. Es klingelt, die Enkel kommen. Die Oma öffnet erwartungsvoll die Tür und will ihre Enkel in die Arme schließen. Die aber schieben sich an ihr vorbei, ringen sich ein kurzes „Hallo Oma“ ab und stürmen in die Stube, schieben sich den Kuchen in den Mund, stürmen wieder aus der Wohnung, gerade noch ein „Tschüß Oma, bis zum nächsten Mal“ auf den Lippen. Das war´s. Die Oma steht einsam und verstört in ihrer Wohnung.

Ist es nicht auch zu Weihnachten so? Die Hauptperson, Christus, steht irgendwo am Rand. Es dreht sich alles um Geschenke und die Familienfeier. Aber wer kümmert sich um Jesus?

Und dennoch kommt Jesus immer wieder zu uns, will uns in seine Arme schließen. Aber immer wieder enttäuschen wir ihn und jedes Mal aufs Neue öffnet Christus seine Arme.

Wann nehmen wir sein Angebot an? Wann ist er unser Mittelpunkt? Nicht nur zu Weihnachten (wenn auch da besonders), sondern immer und zu jeder Zeit?

Wann geben wir von der Liebe, die uns Gott in seinem Sohn schenkt, an Andere ab? Denken an die, die einsam sind oder Sorgen haben? Wann schenken wir unsere Liebe Bruder und Schwester, dem Nächsten?

Mit diesen nachdenklichen Zeilen möchten wir Euch in die Weihnachtstage entlassen, vielleicht angeregt, neu über den Sinn des Weihnachtsfestes nachzudenken.

Wir wünschen allen Lesern unserer Internetseite ein besinnliches, ruhiges, friedvolles und gesegnetes Weihnachtsfest, die Nähe Gottes und seines Sohnes und viele Möglichkeiten, von der Liebe die ER schenkt, an Andere abzugeben. (os)
Design und Programmierung: Creutzberg & Partner Internet- und Werbeagentur
XStat-Besucherzähler