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| A R C H I V B E R I C H T E 2 0 0 7 |
09.09.2007 Ergreife das ewige Leben
Der Gottesdienst zum diesjährigen Jugendtag der Neuapostolischen Kirche Mitteldeutschland stand unter dem Textwort: „Ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist“ (1.Timotheus 6, aus 12) Bezirksapostel Klingler begann den Gottesdienst mit diesem Wort, das ja auch das Motto des Jugendtages ist und fügte hinzu: Lasst mich hinzufügen, was ein Vers vorher steht: Du Gottesmensch … ergreife das ewige Leben zu dem du berufen bist“
Anknüpfend an das Lobpreislied des Chores sagte er: Loben ist mehr als Danken. Danken geht dem Loben voraus. Danken heißt, die Gabe betrachten. Die Gabe ist heute dieser Saal voller Kinder Gottes. Jeder von euch ist ein Geschenk Gottes, auf diese Erde gegeben. Dafür möchte ich heute meinem himmlischen Vater danken.
Was heißt ergreifen? Wie ergreift man das ewige Leben? Der Bezirksapostel erläuterte das am Beispiel eines Kindes. Wenn man einem Kleinkind etwas hinhält, folgt es dem Gegenstand mit den Augen. Irgendwann kommt der Moment, zu dem das Kind versucht diesen Gegenstand zu greifen. Dann schafft es das auch und hält es fest und will es nicht mehr hergeben.
Wenn ich etwas ergreifen will, dann muss ich danach langen. Nicht immer gelingt es gleich. Wenn ich es aber habe, dann muss ich es auch festhalten. Ergreifen heißt, etwas erkennen, danach langen und es wert schätzen und fest halten. Wenn Paulus das dem Timotheus sagt, dann macht er ihm keine Vorschriften, sondern will ihm sagen wie es in seinem Leben aktiv lang gehen soll. „Du Gottesmensch“ ist nicht irgendeine Anrede, sondern eine Ehrenbezeichnung, mit der alte Gottesmänner angeredet wurden. Und so spricht er Timotheus an, der sicher kein „perfekter Typ“ war. Diese Wertschätzung erweist Gott auch dir. Du ist ein Gottesmensch.
Was ist das ewige Leben? Was ist das ewige Leben? Das ewige Leben beginnt hier und heute und setzt sich fort und wird in der Gemeinschaft mit Gott vollendet. Das ist kein Zeitbegriff, es ist ein Zustand. Oder anders, eine ganz besondere Qualität. Gott sagt, mit meinem Leben wirst du mich erleben, wirst du bei mir sein. Und dazu schaffe ich heute Gelegenheit.
In einer kleinen Geschichte von einem Bischof der norwegischen Landeskirche sagte er, wie dieser Kinder fragte wo sie hier seien. In der Kirche, sagten einige. Und wozu ist die Kirche da? Zur Erbauung, kam als Antwort. Da fragte er, was denn „erbauen“ sei. Darauf sagte ein kleines Kind: Wir brauchen die Gemeinde, damit wir uns gegenseitig helfen, das ewige Leben zu bauen.
Wer ist Gott für uns? Petrus antwortete auf die Frage Jesu: Wohin sollten wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. An einer Anderen Stelle sagte Petrus: Wir haben geglaubt und erkannt, das du bist der heilige Gottes! Was würdet ihr denn heute sagen, wer ist Gott für mich? Der Schöpfer Himmels und der Erde? Ich frage Euch: gibt es vielleicht noch so einen anderen Gott, vielleicht einen kleinen Götzen, den ich auf eine Stufe mit Gott stellen möchte? Wer bringt uns das Heil? Der Apostel sagte: Es ist in keinem anderen Heil, außer in Jesus Christus! Er hat das Opfer für mich und für dich gebracht! Christus ist der Erlöser und keinen anderen Weg. Es gibt viele Strömungen von Asien bis Europa, die von wahrem Christsein ablenken wollen.
Was ist Nachfolge Christi? Der reiche Jüngling konnte die letzte Aufforderung Jesu nicht befolgen. Er konnte seinen Besitz nicht abgeben. Manchmal muss man etwas weggeben, wenn man Jesu nachfolgen will. Der Bezirksapostel wollte heute einmal den Begriff Nachfolge erläutern, da er oft sehr schwammig wieder gegeben wird: Ich sehe einen Menschen, soll ich dem nachfolgen?
Nur in Einem waren die göttlichen Tugenden vollkommen: In Jesus Christus, unser aller Vorbild. Jesus nachfolgen heißt, seine Tugenden zu leben, in sein Leben hinein zu wachsen. Sich anderen zuwenden, für andere da sein. Was uns hindert, Jesu nach zu folgen, was uns hindert, in das Leben Jesu hinein zu wachsen, wollen wir abgeben.
Was brauche ich noch? Zu Nikodemus sagte er: Du musst wiedergeboren werden aus Wasser und Heiligem Geist. Ohne das gibt es kein Hineingehen in das ewige Leben. Bei der Speisung der 5000 sagte er aber auch: Was viel wichtiger ist, Speise zu wirken, die ins ewige Leben reicht. Er sagte damit: Mein Worte sind Geist und sind Leben. Eine Quelle zum ewigen Leben. Als Jesu auf das Abendmahl hinwies: Wer nicht isst mein Fleisch und trinkt mein Blut, der hat kein Leben in sich.
Was heißt das für uns? Wir sollen erkennen: Wahrer Gott und wahrer Erlöser. Nachfolge – im Wesen Christi offenbar werden. Wort und Sakrament annehmen in der Wiedergeburt und im Abendmahl. Dann mit dem Herrn gehen und in der Gemeinde einander zu helfen.
Die Gemeinde rockt Anschließend an diese Worte des Bezirksapostels spielte die erstmals auf diesem Jugendtag auftretende JuTa-Band das Lied „Folgen“ von Christoph Zehendner. Ein Novum in einem neuapostolischen Gottesdienst: mit E-Gitarre, Bass und Schlagzeug! An dieser Stelle ein großes Lob an die Mitglieder unserer neuen Band!
Folgen heißt zu lernen, von sich selbst wegzusehn. Die Not der Welt erkennen und mutig loszugehn. Heißt Hilflosen zu helfen mit Trost und gutem Rat. Heißt reden, heilen, handeln – so wie es Jesus tat!
Folgen heißt zu leben für Gottes großes Ziel, heißt sich dort einzusetzen, wo niemand es sonst will. Die Last des andern tragen, der schwer zu schleppen hat. Sein Kreuz auf sich zu nehmen – so wie es Jesus tat!
Folgen heißt zu opfern, was lebenswichtig scheint, heißt manches aufzugeben, was man zu brauchen meint. Heißt viel zu gewinnen, als man verloren hat: Zum Leben durchzudringen – so wie es Jesus tat!
Refrain: Folgen – Leben mit Jesus hat Folgen. Die alten Pläne und Ideen zähln nicht mehr. Folgen – komm, wir wollen ihm folgen. Sein Weg ist gut. Wir gehen hinterher.
Was heißt „Folgen“? Der Text hat eindrücklich beschrieben, was das Leben mit Christus bedeutet. Das Wesen Jesu Christi soll in allen Bereichen der Gemeinde erlebbar sein. Heute wird oft geglaubt, dass alles erlaubt sei. Paulus sagte einmal: Es ist Alles erlaubt. Dann schob er etwas nach, was sich jeder fragen muss: Dient es zum Guten? Die nächste Frage: Baut es auf? Der Bezirksapostel fügte hinzu: Baut es auf zum ewigen Leben? Dann: Nimmt es mich gefangen? Oder befreit es mich im Sinne der Erlösung? Diese Fragen sollen uns begleiten, wenn wir im Hier und Heute handeln, reden und tun. Heute erlebt man oft, dass Menschen nieder gemacht werden. Der Christ baut den Mitmenschen wieder auf. Apostel Paulus forderte auf: Aber du, Gottesmensch … Jage aber nach der Gerechtigkeit, der Frömmigkeit, dem Glauben, der Liebe, der Geduld, der Sanftmut!
Das ist aktives Christsein!
Was war noch? In eindrücklichen Worten unterstrich Apostel Burchardt die Predigt des Bezirksapostels. Ferner gestaltete ein professionell klingender Kammerchor und Solisten mit und ohne Orgel- oder Flügelbegleitung den Gottesdienst.
Am Ende spielte noch einmal die JuTa-Band mit ihrem selbst geschriebenen Jugendtags-Song auf und die Gemeinde ging mit, sang und klatschte. Aber nicht jeder schien begeistert zu sein. Jedoch hatte ich das Gefühl: Bei der Jugend ist dieses neue Element angekommen …
Ein Nachtrag Eine Besonderheit hatte schon der Beginn des Gottesdienstes. Unmittelbar, bevor der Bezirksapostel den Altar betrat, las eine junge Schwester den gesamten Bibelabschnitt vor, aus dem das Textwort zum Gottesdienst stammte. Eine gelungene und wohltuende Erfahrung, die nach Wiederholung schreit …
Zwischen dem „Unser Vater“ und dem anschließenden Gebet machte der Bezirksapostel eine Pause, während der die Abendmahlskelche abgedeckt wurden. Erst dann begann er mit dem Gebet. Auch dies ein besonderer Eindruck, der die Heiligkeit des Abendmahles unterstrich.
Noch etwas war auffallend: Die nachfolgenden Ämter wurden jeweils von ihrem Vorredner angekündigt, nicht vom dienstleitenden Bezirksapostel.
Am Ende des Gottesdienste laß der Bezirksapostel einige Zitae von der Gedankenwand vor, die ihn besonders berührten. Darunter waren: „Gott spielt in meinem Leben keine Rolle – er ist der Regisseur“ und „Wer Jesus für Schnee von gestern hält der weiß nicht das er das Wasser von Morgen ist“
Ihr wollt ein Fazit?
Bezirksapostel Klingler sagte am Ende: Ich hoffe, ihr habt euch viele Anregungen für eure Gemeinden mitgenommen … JA, DAS HABEN WIR! (os) |
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