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| A R C H I V B E R I C H T E 2 0 0 7 |
15.02.2007 Ein Herz und eine Seele
Selten lag zum Gottesdienstbeginn so eine Spannung und Erwartungshaltung auf der Gemeinde. Selten hat die Gemeinde an einem Mittwochabend so gebannt gelauscht. Der Gottesdienst war mit dem schon oft gehörten Wort „Gemeinschaft“ überschrieben und wurde mit dem Lied „Mit dir, o Herr, verbunden fühl ich mich nie allein“ eingeleitet. Grundlage war das Bibelwort aus Apostelgeschichte 4, aus 32 „Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele …“
Unsere Brüder und Schwestern in Jerusalem waren vom Geist und Wesen ihres Herrn infiziert; das Zeugnis der Apostel, die Jesus selbst noch erlebt hatten, muss überwältigend gewesen sein … Die Gemeinschaft nach urchristlichem Vorbild ist nicht „ich“ und „mein“, sondern „wir“ und „unser“. Das macht Gemeinschaft aus. Im Gottesdienst war besonders das Ringen um die Gemeinschaft zu spüren, um ein Herz und eine Seele. Die Eindringlichkeit nicht „ich“, nur „wir“, „gemeinsam“, die Amtsträger, die Gemeinde, der Chor, jeder mit seinen Gaben. Wir sollen uns dabei nicht im Wege stehen, nichts blockieren. Auch die Verbindung zum Gottesdienst des Bezirksapostels in Halberstadt, Neues schaffen. Immer wieder neu daran arbeiten, jeder für sich, aber alle gemeinsam.
Der gesamte Gottesdienst, also Hauptpredigt und Co-Predigt, die gesungenen Lieder mit der gesamten Gemeinde und vom Chor, die Auswahl und Interpretation der Lieder – das war ein Guß. Allein die Lieder gaben schon unheimlich viel Kraft. Der Chor sang nach dem Textwort „Wirf dein Anliegen auf den Herrn, der wird dich versorgen“ und zum Predigtwechsel „Herz und Herz vereint zusammen“.
Was ist in einer Gemeinschaft zu finden? Es gibt viele Gaben die so mancher hat, aber eben erst im Zu-sammenwirken entsteht dabei etwas schönes. Eine kleine Geschichte dient dazu als praktischer Rat. Es waren einmal drei Freundinnen. Die eine hatte eine Schüssel. Sie freute sich darüber und brüstete sich: „Das ist meine Schüssel!“ Die zweite hatte Eier, prahlte damit uns sagte: „Das sind meine Eier.“ Eine weitere hatte Mehl, mit dem sie sich rühmte, indem sie sagte: „Das ist ganz allein mein Mehl!“ Wieder eine hatte etwas Fett, das sie als „mein Fett“ ausgab. Während sie sich gegenseitig übertreffen wollten, kam noch eine hinzu, die scheinbar nichts hatte, außer einen klaren Blick in die Zukunft, einem klaren Ziel. Als sie die Prahlerinnen stehen sah, sagte sie: „Reich mir deine Schüssel her, gib du deine Eier, du dein Mehl und du dein Fett. Wir vermengen alles untereinander und backen davon einen Kuchen.“ So machten sie es dann auch. Sie luden dazu noch einige andere Bekannte ein, setzten sich zusammen, und die Freude war groß.
Soweit so gut. Das Beispiel kann zu vielerlei Auslegung anregen. Das besondere daran ist aber nicht nur die Übertragung in die heutige Zeit sondern eben auch auf die Gemeinde.
Mit der Schüssel wurde der Vorsteher verglichen, mit den Eieren die Amtsträger der Gemeinde, das Mehl als die gesamte Gemeinde (größte Masse), der Chor als das Öl (macht das Wort geschmeidig und dann die eine Frau (Person), die sagt, wie alles zusammen kommen muss. Hier führte der Vorsteher unseren Bezirksapostel an.
Wir konnten hören und verspüren, dass wir in der Gemeinde darum kämpfen, um ähnlich wie die erste urchristliche Gemeinde ein Herz und eine Seele zu werden, jeden Tag neu. Es war ein Gottesdienst voller Kraft, Deutlichkeit, Dringlichkeit, Liebe und Danke Vorsteher, dass du den Mut hattest, der Gemeinde diese Gedanken so zu sagen; wir können kann annehmen; sie geben Anlass, darüber nachzudenken. (mc) |
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