H O M E
W I R   C H R I S T E N
J U G E N D A R B E I T
B E R I C H T E
V E R A N S T A L T U N G E N
K U R Z   N O T I E R T
K I R C H G E M E I N D E N
D O W N L O A D S
A R C H I V   B E R I C H T E   2 0 0 7
25.07.2007
Die Plage ist vorbei – Sonne und Sand, Mücken und Wasser, Paul Gerhardt und Lübben

Lange haben sich alle darauf gefreut und jetzt ist sie doch schon wieder Geschichte – die 4-tägige Jugendfreizeit vom 19.-22.07.2007 in Lübben im Spreewald. Donnerstagabend war neben dem aktuellen Thema „Was kaufen wir für die Tage zum essen?“ erstmals zu hören: „Morgen gehen wir shoppen“. Relaxen war dann am Freitag nach der Shoppingtour am Briesensee angesagt, das war auch notwendig, denn die 16 Kilometer lange Kajaktour durch den Spreewald schlauchte schon ganz schön und die Sehnsucht nach dem Hafen wurde von Paddelschlag zu Paddelschlag größer. Der Sonntag stand dann ganz unter dem Zeichen Kirche, Paul Gerhardt und Geschichte.

Auf den Weg nach Lübben flüchteten wir vor dem schlechten Wetter, dass Thüringen zu diesem Zeitpunkt erreicht hatte. Sonnenschein und 32 °C waren die Wetterverhältnisse die uns alle erwarteten. Nach und nach füllten sich die 4 Bungalows und zufriedene Gesichter waren zu sehen. Am schwersten war die Entscheidung für die ersten sechs jungen Christen – denn welchen Bungalow sollten sie wohl nehmen? Entscheidend war dann, man glaubt es kaum, ein Baum und eine Spinne. Nach und nach verabschiedeten sich alle zum gemeinschaftlichen Einkaufen der Lebensmittel für die bevorstehenden Tage. Als erstes musste natürlich geklärt werden: „Wo bekommen wir jeden Tag 100 frische Brötchen her – auch Sonntag?“. Sie sollten ja auch für die Lunchpakete am Freitag am Briesensee und Samstag zur Kajaktour reichen. Ein entsetzter Blick der Verkäuferin mit dem Ausspruch „Wieviel, äh, aber 6:30 Uhr sind die noch nicht fertig!“ war die Reaktion. Schließlich einigte man sich auf 8:00 Uhr. Der inzwischen vom „Grillmaestro“ Martin Buschner angeschürte Grill verbreitete schon herrliche Düfte und steigerte den Appetit. In froher Runde saßen alle noch lange draußen. Die Spree floss langsam dahin und die Mücken schwärmten aus. Mit letzteren hatte jeder zu tun. Von Falk Langendorf war dann zu hören: „3:0“, „7:1“, „15:2“ usw.

Mit einem gemeinsamen Freiluftgebet und herrlichen Frühstück – die Brötchen waren rechtzeitig fertig - bei schönstem Sonnenschein begann der Freitag Früh im Freien. Unser „Cheforganisator“ Matthias Creutzberg verschwand Richtung Spreewaldinformationen um letzte Details zu klären, der Jugendleiter Olaf Schöler mit zwei weiteren in der Stadt und der Rest zum … Am Briesensee traf man sich dann gegen 14:00 Uhr wieder und war vom großen feinkörnigen „sauheißen“ Sandstrand begeistert. Dort waren inzwischen noch drei Gäste aus Cottbus eingetroffen. Einige bauten ihre überschüssigen Kräfte mit einer 1½-stündigen Schlammschlacht im Wasser ab und zeigten keinerlei Ermüdungserscheinungen. War das jetzt ein Thermalbad mit Schlammpackung? Dominik Biermann aus Ranis fand: „Es war einfach nur schick“. Naja wie auch immer, es gäbe noch so vieles zu berichten, beispielsweise welche Künste entwickelt wurden, um sich den Rücken einzucremen. Ansonsten ging es ziemlich ruhig zu beim lesen, erzählen, schwimmen, tauchen … Wieder vom See zurück trafen die letzten 3 ein und waren schon wieder weg – zu einkaufen. Dann das gleiche Spiel wie am Donnerstagabend.

Samstag war der Testlauf für Sonntag früh, denn wir mussten 9:30 Uhr am Hafen sein, um unsere acht Zweierkajaks zu besteigen. Sechs Mann entschieden sich für die leichtere Variante und traten 12:00 Uhr eine klassische Kahnfahrt an – schließlich musste man nicht paddeln. Die „Faulen“ machten sich auf den Weg zum Hafen des Fährvereins „Flottes Rudel“. Dieser Name wurde nicht gewählt, weil sich die Fährmänner als solches verstehen, sondern das wichtigste Hilfsmittel, die über 4 Meter lange Stange mit der die Spreewaldkähne bewegt und gesteuert werden, wird als Rudel bezeichnet. Der äußerst redselige Fährmann steuerte uns über zwei Stunden durch die Fließe in und um Lübben und konnte mit vielen interessanten Informationen zur Stadt, der Spree und der Natur des Spreewaldes aufwarten. Die Informationen wurden durch das eine oder andere Späßchen aufgelockert. Nach einem Zwischenstopp an einem „Spreewald-Imbiss“, an welchem wir direkt in den Kahn bedient wurden und die Möglichkeit gegeben war, die weltberühmten Spreewald-Gurken zu kosten, ging es zurück zum Hafen. Fazit: eine entspannende und informative Rundreise, nach der man die Investition der 8,- Euro pro Person (die wie übrigens alle Ausgaben für die Freizeitaktivitäten aus unserem Publikumspreis zum .INFO-Award 2006 finanziert wurden) nicht bereute. Die Aktionfreaks hatten es da schon etwas schwieriger. Nach anfänglichen Koordinationsproblemen konnte man starten. An der Schlossinsel und der Jugendherberge vorbei ging es Richtung Südosten auf der Spree entlang. Über die Altzaucher Spree, einem kleinen Zwischenarm, paddelten wir über den Burg-Lübbener-Kanal zur Barzliner Schleuse. Dieser Zwischenstopp bot eine gute Gelegenheit für eine Rast. Eine sprang freiwillig und in größter Not ca. 500 Meter vorher ins Wasser. Die Erleichterung stand ihr förmlich ins Gesicht geschrieben. Aaron Schöler und Simon Martz waren das Schleusenpersonal, denn hier war Selbstbedienung angesagt. Spätestens hier hatten auch die letzten gelernt im Rhythmus zu paddeln. Noch ein kleines Stück Richtung Lübbenau und es ging auf dem Kuhgraben und der Hauptspree wieder zurück nach Lübben. Nochmals musste eine Schleuse passiert werden und die Rufe nach dem Hafen wurden immer lauter. Mit letzter Kraft erreichten alle den Ausgangspunkt. Danach erholten sich wieder fast alle am See, aber vorher stand noch der Nudelkauf auf dem Programm, denn diesmal sollte abends nicht nur gegrillt werden. Falk Langendorf war für die Soßen zuständig, in den anderen Bungalows wurden überall Nudeln gekocht und drinnen wie draußen die Salate geschnitten. Das Essen war eine Gemeinschaftsarbeit getreu dem Motto: Einer für alle, alle für einen. Aaron Schöler aus Pößneck meinte: „Am schönsten fand ich die gemeinsamen Abende mit den vielen Gesprächen und die Kanutour. Der absolute Höhepunkt wäre noch ein Lagerfeuer gewesen, aber das können wir uns ja für nächstes Jahr aufheben.“

Am Sonntagvormittag stand der Gottesdienst auf dem Programm. Ein Teil besuchte den Gottesdienst in der Neuapostolischen Kirche in Lübben und einige den in der Paul-Gerhardt-Kirche. Einen lebendigen Gottesdienst erlebten wir in beiden Kirchen. Beim späteren Gespräch stellte sich heraus, dass sowohl in der evangelischen, als auch in der neuapostolischen Kirche ein Wort zugrunde lag, in dem der Schwerpunkt auf „Speise“ gelegt wurde. Um die Himmelsspeise ging es im evangelischen Gottesdienst und dabei wurde ein Kapitel aus dem Epheser näher beleuchtet. Besonderes Highlight war der Besuch der holländischen Partnergemeinde und die von den Jugendlichen beider Gemeinden vorgetragenen Anspiele. Diese dienen meist zur Vorbereitung und Einstimmung auf die darauf folgende Predigt. Der neuapostolische Gottesdienst stand unter dem Bibelwort aus Hebräer 5, 14: „Feste Speise aber ist für die Vollkommenen, die durch den Gebrauch geübte Sinne haben und Gutes und Böses unterscheiden können.“ Es ist für uns also eine Herausforderung im Glauben zu wachsen. Für geistlich Reife, also im Glauben gewachsene, ist feste Speise da. Sie haben in langer Gewöhnung Übung darin bekommen, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden Die feste Nahrung ist den erwachsenen und vollkommenen Menschen vorbehalten, welche durch ihre Sinnesorgane in der Unterscheidung zwischen gut und böse geübt sind.

Nach dem Restmittagessen – aus allem noch vorhandenen wurde etwas gemacht – starteten wir zum Stadtrundgang auf den Spuren von Paul Gerhardt. Eine Multimediaschau im Stadtmuseum im Schloss machte den Anfang. Den Abschluss bildete die Kirchenbesichtigung in der Paul-Gerhardt-Kirche. Sie ist eine dreischiffige spätgotische Backstein-Hallenkirche. Dort sind die verschiedensten aktuellen Gesangbücher aus aller Welt ausgestellt, die Lieder von Paul Gerhardt enthalten. Hier hängt auch das einzige erhaltene Originalbild von Paul Gerhardt. Es wurde zur Zeit Paul Gerhardts bzw. kurz nach seinem Tod gemalt und von der Frau seines Sohnes Paul Friedrich Gerhardt der Lübbener Kirchengemeinde übergeben. An den Fenstern findet man eine Bleiverglasung von bekannten Lieddichtern, Komponisten und Lyrikern, die alle kirchliche Persönlichkeiten zu Zeiten Paul Gerhardts waren. Das Paul-Gerhardt-Denkmal vor der Kirche wurde am 27.06.1907 zum Gedenken an den 300. Geburtstag von Paul Gerhardt (12.03.1607) eingeweiht. Dort endete die Stadtführung und nach einem leckeren Kaffee oder auch Eis am Markt begannen alle die Heimreise.

„Schade, dass nun alles schon wieder vorbei ist“, war am Sonntagnachmittag oft zu hören. „Hier müssen wir nächstes Jahr unbedingt wieder her, es war richtig schön“, so Doreen Haase aus Neustadt und Anne Rimpler (15) aus Pößneck sagte „Es hat total viel Spaß gemacht und die Jugendfreizeit war eine tolle Möglichkeit, den ein oder anderen besser kennen zu lernen … und sie hat auch zusammengeschweißt.“ (mc)

Bilderdownload als .rar-Datei
22.07.2007.rar (Größe der Datei: 19,3 MB)
V I D E O - C L I P S
 
G A L E R I E
Design und Programmierung: Creutzberg & Partner Internet- und Werbeagentur
XStat-Besucherzähler