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| B E R I C H T E |
05.04.2008 ENDLICH …
Ein Konzert mit dem Doppelquintett des (neuapostolischen) Kirchenbezirkes Gera – mal etwas Neues? Ausführende und „Programm“ ließen schon im Vorfeld erahnen, dass es – zumindest für „neuapostolische Ohren“ – Ungewohntes geben würde. Ca. 120 Besucher, darunter auch der Kantor der evangelischen Kirchgemeinde Pößneck mit seiner Frau, hatten sich dementsprechend erwartungsvoll in der gutgefüllten neuapostolischen Kirchgemeinde Hermsdorf eingefunden.
„O Jesu Christe, wahres Licht“ so war das Konzertprogramm überschrieben. Konzert? Dieses Wechselspiel zwischen Vokalmusik und Lesungen war wohl eher eine Andacht, sozusagen eine geistliche „Nachlese“ zu Karfreitag/Ostern.
Inhaltlich bedingt, überwogen die leisen Töne, sowohl in der mit hoher Intensität vorgetragenen Musik (u.a. aus Oratorien von J. S. Bach , F. Mendelssohn Bartholdy, W. Paulus) als auch in den ausdrucksstark vorgetragenen Textstellen aus den Evangelien der Bibel. Was bedeutet Jesus Christus für uns Menschen? („Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe.“) Was hat er uns hinterlassen? (den „Tröster“, den „Geist der Wahrheit“) Warum und wie hat er gelitten? Warum ist er so qualvoll gestorben? Diese Themen standen im Mittelpunkt und es wurde recht deutlich, dass dieser Jesus das für dich, liebe(r) LeserIn getan hat – und für mich! „Jesus Christus ist der Treffpunkt zwischen Gott und den Menschen, er ist der Treffpunkt des Lebens.“ Treffender hätte man es nicht ausdrücken können.
Nach dem für mich berührendsten Lied des Abends „Were you there“, einem Traditional („Warst du dabei, als sie den Herrn kreuzigten? O, manchmal lässt es mich erzittern …“), wurde das Ostergeschehen durch sensibel ausgesuchte Kurzgeschichten sowie entsprechende geistliche Chormusik lebendig gemacht. Eine „Wichtige Nachricht“: Jesus ist auferstanden - auch für dich! Für uns Christen ist das eine Glaubensgewissheit: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebet“ (aus dem „Messias“ von G. F. Händel), eindrucksvoll vorgetragen von der Sopranistin Carolin Kortüm.
Die Geschichten berührten das Innere, machten mich nachdenklich … und die Musik ließ mich meine Seele spüren.
Beschlossen wurde die Andacht mit dem kraftvollen „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ aus dem Paulus-Oratorium von F. M. Bartholdy und einem kräftigen Applaus der Zuhörer; bei einer Andacht eigentlich eher unpassend, aber es war ja „Konzert“. So gab's noch eine Zugabe, die „passte“: „O du mein Trost und süßes Hoffen“. Dieses Lied drückt die Hoffnung auf Jesu Rückkehr und ein ewiges Leben mit ihm aus, die wir neuapostolische Christen mit vielen Christen verschiedenster Konfessionen teilen dürfen.
Ich habe manche Andacht bei Schwestern und Brüdern anderer Konfessionen besucht. Solch eine Andacht hatte ich in „meiner“ Kirche bisher noch nicht erlebt. ENDLICH, endlich war es nun soweit …
Herzlichen Dank an das Doppelquartett, das erstmals in dieser
Besetzung (Marion Heinold, Carolin Kortüm, Anna-Maria Kümritz,
Sylvia und Thomas Hartmann, Andre Jahn, Daniel Flamm, Philipp Seidel)
auftrat, an den Organisten (Steffen Lorenz) und an die wundervollen „Erzähler“,
die mit einer hervorragenden Rethorik überzeugten, (Bianca
Schöler und Andreas Marz). (tr)
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