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B E R I C H T E
25.02.2008
Neuapostolische Kirche Mitteldeutschland wagt großen Schritt zur Versöhnung mit der Vereinigung Apostolischer Gemeinden

Der Sonntag am 24.02.2008 war für die Geschwister der Vereinigung Apostolischer Gemeinden (VAG) im Bereich Vogtland ein ganz besonderer Tag. Und dies nicht nur, weil an diesem Tag der traditionelle Bezirksgottesdienst in der Netzschkauer Kirche stattfand, bei dem die Sängerinnen und Sänger ihre besonderen Lieder vortrugen, die sie im Rahmen ihrer 14. Singefreizeit in Markersdorf eingeübt hatten.

Auch der für Thüringen zuständige Apostel Rolf Wosnitzka der Neuapostolischen Kirche (NAK) hatte sich mit seiner Frau kurzfristig angemeldet und nahm in Begleitung des Bezirksältesten Thomas Blank und dessen Frau sowie des zuständigen Gebietsbeauftragten der Neuapostolische Kirche für Öffentlichkeitsarbeit an diesem Bezirksgottesdienst teil.

Damit betrat erstmals seit der Kirchenspaltung nach den Ausschlüssen der Apostel Brückner und Ecke in der 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein Apostel der NAK die Netzschkauer Kirche. Der Gottesdienst wurde von Apostel Gert Loose geleitet, und es dienten alle Brüder mit, unter deren Leitung die Lieder mit dem Chor einstudiert wurden. Anwesend war auch Apostel i. R. Roland Böhm (VAG).

Im Anschluss an das Dienen der Brüder trat Apostel Wosnitzka auf Bitten von Apostel Gert Loose an den Altar und sprach ein Grußwort an die versammelte Gemeinde. Zunächst überbrachte er Grüße von Bezirksapostel Wilfried Klingler. Danach kam der Apostel auf eine Begegnung mit Apostel i. R. Roland Böhm am Rande einer Trauerfeier zu sprechen und brachte zum Ausdruck, dass man sich dort mit den Herzen sehr nahe gekommen war und die unseligen Ereignisse der Geschichte zutiefst bedauerte. Jenem verstorbenen Priester konnte der Apostel Rolf Wosnitzka das Zeugnis ausstellen, dass dieser lieber betete als stritt.

Offenbar in Anspielung auf den Informationsabend vom 04.12.2007 stellte Apostel Rolf Wosnitzka bedauernd fest, dass es durch „Ereignisse in jüngster Zeit“ erneut zu einer Trübung der zwischenkirchlichen Beziehungen gekommen sei. Daran anknüpfend gab Apostel Rolf Wosnitzka seinem großen Herzenswunsch Ausdruck, jenseits der historischen und bisher wenig zielführenden Aufarbeitung der gemeinsamen Kirchengeschichte einen Weg zur Versöhnung zu finden.

Die Ernsthaftigkeit dieser Botschaft konnte nicht deutlicher unterstrichen werden, als durch das bewegende Zeichen der Teilnahme von Apostel Rolf Wosnitzka und seiner Begleitung an der anschließenden Feier des Heiligen Abendmahles. Dieser folgerichtige und längst überfällige Schritt wird auch viele andere Brüder und Schwestern ermutigen, möglicherweise noch vorhandene Vorbehalte gegen unsere Geschwister der VAG aufzugeben.

Vor dem Schlussgebet ergriff Apostel i. R. Roland Böhm das Wort und gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass mit diesem Gottesdienst ein großer und wichtiger Schritt in Richtung einer Versöhnung getan werden konnte.

Dieser Tag wird als Ereignis von historischer Bedeutung in die Chronik der Gemeinde Netzschkau eingehen.

Die Bedeutung dieses denkwürdigen Zeichens dürfte jedoch weit über die Grenzen der Gebietskirche Sachsen-Thüringen hinausreichen, da durch diesen Schritt ein gutes Stück Weges zur Versöhnung mit der VAG auch für andere Gebietskirchen ausgetreten wurde.

Anmerkung:
In Netzschkau konnten bereits in den letzten Jahren einige kleine Zeichen der Versöhnung gesetzt werden.

Link: NAK Resse-West Bericht 1
Link: NAK Resse-West Bericht 2
Link: NAK Resse-West Bericht 3

Darüber hinaus sei an dieser Stelle nochmals an einen an die Kirchenleitung der NAK gerichteten Impuls erinnert, der ebenfalls in der Netzschkauer Kirche der VAG gegeben wurde, bisher aber noch keine sichtbare Wirkung entfaltet hat.

Link: glaubenskultur-magazin

Desto erfreulicher ist es, dass der Herr die „kleinen Zeichen“ gesegnet hat und nun ein weiterer Schritt nach vorne getan werden konnte.

Dieser Bericht sollte jeden interessierten Leser dazu veranlassen, sich einmal mit diesem Thema zu befassen. Dazu gehört auch ein Gottesdienstbesuch in einer Gemeinde der VAG, die es an vielen Orten gibt. (Erlebnisbericht von Reinhard Welsch)
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