26.09.2008
Christus in der Mitte – Gemeinschaft macht stark
Mancher von euch wird sich fragen, warum hier ab und zu etwas von der Evangelischen Allianz zu lesen ist. Wenn man mit Christen zusammenkommt, die sich mit diesem Netzwerk von Menschen aus den verschiedensten Konfessionen und Denominationen verbunden fühlen, spürt man eines: Sie haben Christus in der Mitte ihres Lebens und bemühen sich, ihr Leben nach seinen Worten zu führen und haben nur ein Ziel: SEINE Wiederkunft! Landläufig sind diese Christen der Allgemeinheit als „Evangelikale“ bekannt. Also Menschen, die sich im Besonderen dem Evangelium von Jesus Christus verpflichtet fühlen, unabhängig von ihrer Kirchenzugehörigkeit.
Ein besonderes Gespräch
Auch heute, zum sogenannten Allianztag im Allianzhaus in Bad Blankenburg, hatte ich wieder die Gelegenheit mit vielen „Allianzlern“ zusammen zu sein, Gespräche zu führen und sich auszutauschen. Thema dieses Tages waren im Groben Frage, wieso in unserem Land überzeugte und bekennende Christen, und im besonderen Evangelikale, vermehrt Anfeindungen und zum Teil auch Verunglimpfungen ausgesetzt sind. Etlichen von euch sind vielleicht solche Fernsehsendungen wie „Die Hardliner Gottes“ bekannt, in denen Gruppen, die zwar dem evanglikalen Spektrum zugerechnet werden, aber in keiner Weise für diese Schwestern und Brüder repräsentativ sind, als gefährliche Fundamentalisten dargestellt werden.
Neben verschiedenen Gesprächen am Rande konnte ich auch ein sehr intensives Gespräch mit einer Schwester aus Bad Blankenburg, die in der evangelischen Landeskirche beheimatet aber keine „typische“ Landeskirchlerin ist, führen. Wir kennen uns vom Sehen, denn ab und an läuft man sich auch so über den Weg.
Herr, bewahre und segne die Gemeinden!
Über Fragen, wie ich als neuapostolischer Christ zur Allianz gekommen bin, bis hin zu gemeinsamen Bekannten, kamen wir auch auf die bevorstehende Schließung unserer Gemeinden in Rudolstadt und Bad Blankenburg und ihre Zusammenlegung mit der Gemeinde Saalfeld zu sprechen. Sie war sehr überrascht, um nicht zu sagen geschockt, das Bad Blankenburg einen Teil seiner geistlichen Vielfalt verlieren soll und brachte ihre Sorge über die Zukunft mancher Geschwister, die vielleicht nicht mehr so oft die Gottesdienste besuchen können, zum Ausdruck.
Was für ein Gebet!
Am Ende unsere Gespräches, die Mittagpause war vorüber, sagte sie spontan: Ich möchte ein Gebet sprechen! Es wurde eines, das mich tief beeindruckte und bewegte.
Sie bat eindringlich darum, dass die Gemeinden bewahrt bleiben, nicht unbedingt als örtliche Gemeinde (das Thema ist eh durch), sondern als Gemeinschaft von Gläubigen an diesen Orten. Das keiner der Gläubigen durch diese Zusammenlegung einen geistlichen Schaden erleiden müsse oder sich dadurch von Christus entfernen möge. Und sie legte eindringlich die Bitte ins Gebet: Lass Schölers in Pößneck und Bad Blankenburg auch weiterhin Salz der Erde sein! Wow. Das hatte gesessen.
Sollte uns das nicht zu denken geben?
Es war nicht das erste Erlebnis dieser Art, das ich machen durfte. Noch nie habe ich erlebt, wenn ich mit Christen aus diesem Spektrum der weltweiten Kirche Christi gesprochen habe, das der Versuch unternommen wurde, einen zu bewegen, die Gemeinde oder Konfession zu wechseln. Es geht ihnen nur um eines: Christus im Zentrum des Lebens zu haben und gemeinsam mit anderen Christen, die genauso denken, das Reich Gottes schon hier auf Erden zu bauen. Über Gemeinde- und Konfessionsgrenzen hinweg. Es geht nicht um Mitgliederwerbung und äußerliches Gemeindewachstum. Es geht um den Auftrag Christi: Geht hin in alle Welt und machen zu Jüngern alle Völker! Und das geht mit verschiedenen Gemeinden, die an einem Ort an einem Strang ziehen, das geht mit anderen Christen einfacher als als „Einzelkämpfer“ oder vor dem Hintergrund immer mehr abbröckelnden christlichen Lebens vor Ort. Kein Gedanke davon: Zum Glück, die Neuapostolischen sind weg, jetzt gibt es nur noch uns und die Katholischen, dann bleibt mehr für unsere Gemeinden übrig. Nein! Es geht um eines:
Auch für uns Christen zählt: Nur gemeinsam sind wir stark! Alles Andere als Einheit unter den Christen untergräbt die Glaubwürdigkeit von Jesus Christus und seinen Nachfolgern vor der Welt.
Ich denke, darüber lohnt es sich nachzudenken. (os)
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