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A R C H I V   T E L L E R R A N D   2 0 0 7
09.05.2007
Verpatzte Chance berufliches Handeln nach christlichen Prinzipien zu gestalten

Bereits im letzten Jahr initiierte die Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen ein Forum für Unternehmer. Im November 2006 beteiligten sich über 270 neuapostolische Unternehmer am ersten Unternehmer-Treffen in Schwerte. Das Ziel von Bezirksapostel Brinkmann damals: „Die Teilnehmer sollten sich kennen lernen, Gedanken und Erfahrungen austauschen und all dies zum gemeinsamen Erfolg nutzen.“ (Zitat: www.nak-nrw.de) Eine schwache Vorlage aus christlicher Sicht.

Am 03.05.2007 gründete die Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen den Verein "NAK Unternehmerforum NRW e.V.". Am 04.05.2007 Freitag wird der ganz schnell aus der Taufe gehobene Verein den Teilnehmern des zweiten Unternehmertreffens in Dortmund vorgestellt. Hier können die Teilnehmer eine Mitgliedschaft, natürlich gegen Mitgliedsbeitrag und Eintrittsgebühr, erwerben. Aber welche Personengruppe gehört zu den so genannten Unternehmern? Unternehmer, Freiberufler, Selbstständige und Personen mit Führungsverantwortung. Also es ist eine Personengruppe von besser gestellten Kirchengliedern. Schon hier kam es zu kritischen Anmerkungen.

Dies ist kein guter Start für ein Unternehmerforum für die Gebietskirche Nordrhein-Westfalen, in dem die wichtigsten und einflussreichsten „Posten“ auch noch von Mitgliedern der Kirchenleitung und nicht von Unternehmern besetzt sind. Grundsätzlich ist es möglich auch mit vielen Anwesenden einen Verein zu gründen, denn es gab schließlich großes Interesse, dies in dieser Rechtsform zu tun. Der kritischste Punkt - so hört man von Beobachtern – ist die Tatsache, dass eventuell „nicht steuerbare“ Leute in den Vorstand kommen. So fragt man sich landauf landab, wer eigentlich Interesse an so einem Verein hat - die Unternehmer oder die Kirchenleitung. Kein gutes Omen für die weitere Arbeit des Vereins, denn der wird vom Vorstand geleitet und bestimmt wo es lang geht. Letztlich müssen die Mitglieder entscheiden.

Der richtige Weg wäre gewesen, zu einer Gründungsversammlung einzuladen. Dann hätte jeder entscheiden können, wer diese annimmt und damit Gründungsmitglied wird und natürlich für den zu besetzenden Vorstand kandidiert. Also ein abgekartetes Spiel.

Grundsätzlich ist ein Zusammenschluss von Unternehmern, Freiberuflern, Selbstständigen und Personen mit Führungsverantwortung zu begrüßen. Gerade in Zeiten von Werteverlust in der Gesellschaft sind es u.a. die Unternehmer die Führungspersonen sind. So wäre es wünschenswert, wenn mit dem Wissen, Erfahrungen und Überzeugungen – basierend auf einem biblisch orientierten Wertefundament – ein qualifizierten Netzwerk entsteht und Menschen zu einem aktiven Christsein auch im beruflichen Umfeld ermutigt werden und christliche Orientierungshilfen für den Arbeitsalltag geboten werden.

Von Vorteil wäre gewesen, dass Christen im Bereich der Wirtschaft ermutigt und unterstützt, biblische Prinzipien und Werte in Unternehmen gefördert werden und Jesus Christus und seine gute Nachricht Geschäftspartnern, Kollegen und Mitarbeitern bekannt gemacht würden. Darüber hinaus sollte man Wirtschaftsthemen aus christlicher Perspektive beschreiben, diskutieren und publizieren. Keiner hat sich gefragt, wozu wir als Christen in der Wirtschaft berufen sind, was, wann und für wen wir es tun? Diese Chance wurde mit den oben genannten Schwierigkeiten vergeben.

Das Unternehmerforum hätte für ganz Deutschland gegründet werden müssen, um unter diesem Dach weitere Regionalgruppen und Foren zu organisieren. Ein Verein lebt vom ehrenamtlichen Engagement der Mitglieder, lange Anreisewege gestalten sich daher als schwierig. Diese Dezentralisation ist aber nicht mit der hierarchischen Körperschaft des öffentlichen Rechts vereinbar, denn die Regionalgruppen würden sich durch eine hohe Selbstständigkeit und eigenverantwortliches Handeln auszeichnen. (mc)
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