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19.09.2007
Neue Zugänge für Christen und Nichtchristen

Ausstellung mit Druckgrafiken zu den Zehn Geboten in der Jüdeweiner Kirche in Pößneck „Die Beschäftigung mit den Zehn Geboten hat einiges an Sichtweisen in meinem Leben verändert“, sagt die Künstlerin Jana Eilhardt, die ihre Druckgrafiken zu diesem Thema bis 8. Oktober in der Jüdeweiner Kirche zeigt. Die Gäste der Vernissage am Samstag konnten eine Künstlerin erleben, die leidenschaftlich und tiefsinnig zugleich durch die Ausstellung führte. Mit einem atheistischen Weltbild aufgewachsen, fand sie ganz eigene Ausdrucksformen zu den Inhalten der Gebote, die sowohl Christen als auch Nichtchristen Zugänge ermöglichen.

Die beeindruckenden Bildtafeln fragen nach der aktuellen Bedeutung der Gebote. „Das zentrale Gebot, um das sich alle anderen legen wie die Häute einer Zwiebel, ist für mich ´Du sollst nicht töten´, weil der Schutz des menschlichen Lebens das höchste Gut ist“, sagt Jana Eilhardt. Auf blutrotem Grund, der Farbe des Lebens, ist ein An- und Ausschalter zu sehen. Dieses Bild hat Besucher der Vernissage tief beeindruckt. Ein winziger Moment wie die falsche Betätigung eines Schalters kann das Leben eines Menschen beenden.

Jana Eilhardt stellt mit Hilfe der Gebote Fragen an unser Zusammenleben: „Was bestimmt unser Denken und Handeln, dient alles und jeder nur noch dem Geld und dem Markt?“ So zeigt ihre Arbeit zum ersten Gebot „Du sollt keine anderen Götter haben neben mir“ im Hintergrund eine Fläche aus Dollar- Banknoten, vor dem ein Börsen-Bulle zu sehen ist. Das Gebot „Du sollst nicht stehlen“ deutet sie nicht nur als Auftrag für das persönliche Leben des Einzelnen, sondern im weltweiten Zusammenhang. Leni Riefenstahls „Nuba-Bilder“, die afrikanische Menschen als seltsam fremde Wesen darstellen, kombiniert sie mit dem Foto des ersten Stiefelabdrucks eines Menschen auf dem Mond, der die symbolische Inbesitznahme armer Länder durch die Industriestaaten ausdrückt. (Quelle: Ostthüringer Zeitung, Lokalausgabe Pößneck)
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