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05.09.2008
Inthronisation einer Königin

Zur Einweihung der vollendeten Rösel & Hercher-Orgel in der Jüdeweiner Kirche fanden sich etwa 200 Besucher aus Pößneck und darüber hinaus ein. Das Konzert war eintrittsfrei, die Gäste spendeten allerdings insgesamt 1060 Euro, die nun für kirchenmusikalische Zwecke verwendet werden sollen. Das nächste Orgelkonzert in der Jüdeweiner Kirche findet am 21. September um 18 Uhr statt, es spielt Domorganist Rolf Müller aus Altenberg im Bergischen Land. Neue Orgel in Jüdeweiner Kirche in Pößneck mit sehr gut besuchtem Konzert eingeweiht.
Viele Orgeln, „Königinnen der Instrumente“, sind ein großer Reichtum der Thüringer Kirchgemeinden. Leider sind noch viele von ihnen in einem erbärmlichen Zustand. Um Orgeln zu restaurieren oder gar neu zu bauen, braucht es gedeckter Kirchendächer und renovierter Kirchenräume. Die Orgeln sind also immer das Letzte, das repariert wird, oft erst, wenn einer Gemeinde die Mittel ausgegangen sind.

Die Pößnecker haben also zusammen mit Vereinen, Sponsoren und Spendern ein Wunder vollbracht. Sie haben nicht nur die Jüdeweiner Kirche vor dem völligen Verfall bewahrt, sie haben auch den Bau einer neuen Orgel durch die Firma Rösel & Hercher aus Saalfeld ermöglicht. Mit Gottes Hilfe!

Zur Einweihung der Orgel am vergangenen Sonntag sprach Pfarrer Jörg Reichmann davon, dass Musik in der Kirche mehr ist als nur Kunstgenuss. Sie ist im Gotteslob Lebensäußerung der christlichen Gemeinde. Die Orgel steht mit ihrer Klangfülle in besonderer Weise für diesen Lobpreis.

Über die eher weltlichen Stücke des abwechslungsreichen Programms hat Gott aber bestimmt auch erfreut gelächelt. Starke Kontraste wie zwischen Bachs sehr forsch angegangerer Toccata und Fuge d-Moll und Mozarts zartem F-Dur-Andante waren sicher beabsichtigt.

Kantor Hartmut Siebmanns Orgelspiel war die kräftigende Freude an dem neuen charakterstarken Instrument mit seiner kräftigen Mittellage und Tiefe sowie den solistisch gut verwendbaren drei Zungenstimmen, die dem Tuttiklang Kraft und der Orgel klares Profil geben, jedenfalls anzumerken. Man wünschte dem Plenum noch etwas mehr die klare, zeichnende Höhe, und die Flöten und gedackten Register könnten etwas differenzierter sein. Und beim nächsten, hoffentlich auch so gut besuchten Orgelkonzert, sollte man vielleich den Einfluss der vielen Konzertbesucher auf die Akustik der kleinen Kirche noch einmal überprüfen.

Auf jeden Fall gibt es viel Grund zu Dankbarkeit. Den begeisterten Beifall am Ende des Konzertes belohnte Hartmut Siebmanns mit einer Zugabe. Bleibt nun zu hoffen, dass die Restaurierung der Stadtkirchenorgel in Pößneck mit ähnlicher Begeisterung und Spendenbereitschaft wie bei der Jüdeweiner Kirche in Angriff genommen wird. (Quelle: Ostthüringener Zeitung, Lokalausgabe Pößneck)

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