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03.11.2007
Das göttliche Prinzip

Die Online-Jugendzeitschrift „Wi(e)derhall“ veröffentlicht in loser Reihenfolge Artikel zum Entschlafenenwesen der Neuapostolischen Kirche. Der erste erschien im März diesen Jahres. In der aktuellen Ausgabe folgt der zweite. Mit freundlicher Genehmigung des Autors veröffentlichen wir diese Artikel nun auf unserer Internetseite und werden die weiteren bei Erscheinen nachreichen.

Das Göttliche Pinzip
Der eine oder andere wird sich aus dem aktiven Erleben noch an den Jugendtag 2006 erinnern – insbesondere an das Abendmahl für die Entschlafenen. Zwei Diakone aus dem Kreis der Jugend empfingen es stellvertretend. Vielleicht hat gerade diese Verbindung, das gemeinsame jugendliche Alter, ein Empfinden des aktiven Mitwirkens geweckt, das in der Feststellung gipfeln konnte: da könntest du jetzt stehen!

Im Nachgang wurden über dieses Wochenende, den erlebten Gottesdienst, viele Gedanken im Kreis unserer Jugend ausgetauscht und ging auch mancher Impuls daraus hervor. So auch zu Beginn des Jahres, als die Idee bei einzelnen Jugendlichen aufkam, in Vorbereitung auf den Entschlafenengottesdienst am 03.03.2007 eine Andacht durchzuführen. Nichts aufgesetztes, nicht eine „wolltet-ihr-nich-mal?“-Aktion, sondern aus dem Interesse und dem Willen der Jugend geboren. Einige Wenige hatten die Idee und blieben konsequent dran. Viele ließen sich mitziehen und brachten sich ein. Alle konnten teilhaben und sich einstimmen lassen. Es braucht eben immer ein paar Vorreiter, aus-der-Reihe-Treter, um etwas zu initiieren. (Mal so nebenbei bemerkt!)

Der Herr Jesus ist uns auch darin Vorbild. Nein, nicht falsch verstehen! Er tanzte nicht aus der Reihe (was mit der obigen Bemerkung auch nicht gemeint war) sondern tat den Willen seines Vaters. Den Willen unseres himmlischen Vaters zu tun erregt auch heute schon ´mal Anstoß! Innerhalb wie außerhalb.

Doch zurück zum eigentlichen Thema. Wir stehen wieder vor einem Entschlafenengottesdienst. Dieses Thema soll uns über das Jahr wiederholt in verschiedenen Artikeln beschäftigen. Denn mal ehrlich, wer hat sich nicht schon solche Fragen gestellt wie: „Woher kommt das eigentlich? Warum machen wir das? Was ist der Inhalt? Wozu dient es? usw.

Kritisch könnte man anmerken: Wieder einmal ein Versuch etwas umfänglich zu erklären, neuapostolisches Glaubensgut zu rechtfertigen. Es sollen nach Möglichkeit Antworten auf oben genannte und weitere Fragen gegeben werden, damit das Verständnis wächst und vielleicht manches deutlicher wird. Der Versuch etwas abschließend erklären zu wollen oder dass aus menschlichen Zügen resultierende Bemühen, eigenes Handeln zu rechtfertigen – geistliche Dinge betreffend – müssen scheitern. Im 1. Korinther 13 Vers 8-10 ist zu lesen: „Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.“

So werden auch dieser und im Rahmen des Themas folgende Artikel menschlich „belastet“, eben Stückwerk sein. Jedoch sollen Kerngedanken unseres Glaubens aufgezeigt werden, die unser Empfinden für, unsere Nähe zur Ewigkeit betreffen.

Führt die Behauptung zu weit, dass wir doch an theologischem Hintergrundwissen oftmals sehr wenig aufbieten können? Ich glaube nicht – und betrachte zuerst mich. Es sei vorangestellt, das die hier und in weiteren Artikeln enthaltenen Aussagen über Lehrinhalte, unseren Jenseitsglauben und unsere Zukunftshoffnung den gegenwärtigen Stand der Erkenntnis wiedergeben, wie es auch unser Stammapostel in seinem Vorwort in der Broschüre „Der Jenseitsglaube der neuapostolischen Christen“ zum Ausdruck brachte. Aus diesem Schriftstück sind unter anderem auch die wesentlichsten Aussagen und Hinweise entnommen, basierend auf Aussagen der Bibel und den Offenbarungen des Heiligen Geistes. Es wäre auch vermessen, persönliche Meinung zum Maßstab zu erheben. Was der Geist niederschreiben ließ, kann auch nur er offenbaren.

Der Maßstab ist Jesus Christus. Die Auferstehung Christi ist ein Kernstück des Evangeliums. Ohne Auferstehung ist Glaube sinnlos. Sie „begründet die Hoffnung auf ein seliges Leben über den Tod hinaus“ und „gibt dem Leben wahren Sinn.“ 1) Nicht alle erfassen diesen Sinn und gehen doch zu ihrer Zeit in die jenseitige Welt. Viele sind es, derer wir gedenken, die uns nahe stehen. Da sind sie wieder, die Fragen: Was wird aus …? Findet er/sie Gnade? Sie/er hat doch soviel Gutes getan! …

Es ist unsere Liebe zum Nächsten, die auch darin zum Ausdruck kommt, dass man sich um die Seele sorgt, eben in der Fürbitte für sie eintritt. „Wir handeln aus der Überzeugung, dass das Gebet des Gerechten viel vermag (vgl. Jakobus 5,16)“ 2).Mit Blick auf den Entschlafenengottesdienst gewinnt dies wieder mehr Gewicht. Jedoch nicht nur an diesem Sonntag, sondern auch darüber hinaus. Unsere Fürbitte richten wir an unseren himmlischen Vater, im Glauben daran, das sein göttliches Prinzip greift – Gnade! (ub)

1) Der Jenseitsglaube der neuapostolischen Christen, Seite 18
2) ebenda Seite 38


Das Göttliche Prinzip – „Lazarus“
Schon mal gehört die Überschrift? Stimmt, zumindest zu Teilen – bis zum Bindestrich. Gutes Gedächtnis! Im März diesen Jahres war es, als das Thema Entschlafenengottesdienst seinen Wiederhall fand.

Wir (die Red.) hatten uns vorgenommen es immer wieder aufzugreifen, um auf Fragen nach dem Woher, dem Warum und dem Wozu einzugehen. Oftmals fehlt uns das Wissen um biblische Hintergründe, um bei weitem nicht Erklärbares mit einem verstehenden Glauben „fassen“ zu können. Nicht das das Verstehen den Glauben hervorbringen soll, aber in der Bibel nachzulesen, Wissen zu mehren, letztendlich der Aufforderung sich „... mit dem Wort zu beschäftigen ...“ nachzukommen, kann nicht falsch sein. Und wenn ich dem Heiligen Geist Raum lasse zu offenbaren – im Gottesdienst und nach dem Maß wie es der liebe Gott gibt - kann die Erkenntnis – wiederum nach seinem Maß – wachsen.

Es gibt manches zum Nachlesen. Die in der Märzausgabe erwähnte Broschüre 1), kann wie ein Stein im Wasser helfen, das weitestgehend „unbekannte geistliche Gelände“ zu begehen. Fehltritte nicht ausgeschlossen. Dennoch, die Schrift lehrt es: „ Denn dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündigt, das sie zwar nach Menschenweise gerichtet werden im Fleisch, aber nach Gottes Weise das Leben haben im Geist.“ (1. Petrus 4, 6). 2) Vor diesem Hintergrund kann es uns eine Freude und Verlangen sein, im Gebet und durch persönliche Heiligung im Jetzt unseren Glauben für die Seelen in der Ewigkeit einzubringen. “Soll unsere Fürbitte Wirkung zeigen, so muss sie getragen sein von der Liebe zu Gott sowie vom Glauben an das Verdienst Christi“ 3). Die wenigen Worte an dieser Stelle können bei weitem nicht die Thematik umfassend bewältigen, aber zum NachDenken anregen!

Ich scheue mich fast, subjektive Aussagen zu treffen, ohne sie mit Zitaten aus der Schrift oder schriftlich festgehaltenem Erkenntnisstand zu untermauern. Liebe LeserInnen, deshalb sei an dieser Stelle ein Teil aus der Märzausgabe wiederholt. Zitat: “Der Versuch etwas abschließend erklären zu wollen oder dass aus menschlichen Zügen resultierende Bemühen, eigenes Handeln zu rechtfertigen – geistliche Dinge betreffend – müssen scheitern. Im 1. Korinther 13 Vers 8-10 ist zu lesen: ‚Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.“ Zitat Ende.

Ein Gleichnis soll im Hinblick auf den Sonntag angeschnitten werden, das auf den Gottesdienst einstimmen oder ihn nachklingen lassen kann, ohne das an dieser Stelle umfassende Erklärungen gegeben werden können. Lest selbst einmal nach!

Zur zentralen Botschaft der Heiligen Schrift gehören Aussagen über Auferstehung und ewiges Leben 4). Ein Beispiel dafür ist das Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus (Lukas16, 19-31). Beide, der Reiche und Lazarus, sterben, und gehen in verschiedene Bereiche über. Der Reiche wünscht sich, was Lazarus im Irdischen nicht zu Teil wurde - Hilfe! Das Gleichnis macht auch deutlich, das eines jeden Handeln Konsequenzen nach sich zieht. Die Schuld des Reichen bestand nicht „in seinem Reichtum, sondern in der Tatsache, das er das Gesetz der Liebe missachtet hatte. … Das Lobenswerte an Lazarus ist nicht seine Armut, sondern das er das von Gott zugelassene Übel erduldete.“ 5) Beide waren durch eine unüberwindliche Kluft voneinander getrennt. Auch die späte Einsicht half dem Reichen nicht. Wesentliche Feststellung aus dem Gleichnis: es gibt ein Leben nach dem Tod. Jedoch erst mit dem Opfertod Christi kam die Wende zum Neuen und damit die „Brücke“ über die Kluft. Hilfe ist nun für Lebende wie Verstorbene möglich. Voraussetzungen für diese Hilfe sind „die Gnade des Herrn und der Glaube des Menschen an ihn“ 6) – Jesus Christus.

Das Gleichnis lässt auch erkennen: Nichts von dem, was Geist und Seele erfüllt hat, stirbt 7). Der Seelenzustand ist jedoch – die Gnade Christi und den Willen diese zu ergreifen vorausgesetzt – veränderlich 8). Über alle trockene Erläuterung ist vielleicht gerade diese letzte Feststellung Lichtblick in der Unwissenheit, für manchen ein Trost, wo Erinnerungen an den Nächsten wach werden.


Ein Gedanke: Wie nehmen wohl Kinder oder wir auch selbst solche Gottesdienste auf? Wie kann man „verstehen“? Gestattet bitte einen Vergleich: Vielleicht sind wir wie ein Fanclub der die Mannschaft, den Sportler unterstützt, ihn anfeuert und motiviert. Wir rufen: “Komm, lauf, ergreife, ...!“. Unsere Fürbitten können solche Rufe sein, die „motivieren“ das ewige Leben zu ergreifen, auf „dem Weg“ zu laufen und letztendlich zu Jesus Christus zu kommen. Aber wir greifen nicht in das Spiel ein, wir machen nicht die Regeln und bestimmen nicht die Nachspielzeit.

Aus unserer Glaubensüberzeugung ist es unsere Fürbitte, die himmlische Kräfte freimachen kann - immer mit der Gnade Gottes als Fundament. Eigentlich sind solche Gottesdienste freudige Höhepunkte in unserem Glaubensleben, auch, wenn sie uns Verlust wahrnehmen lassen. Denn sie erinnern uns insbesondere daran, dass, so wie es die Übersetzung aus dem Hebräischen für den Namen Lazarus bedeutet, „Gott hilft!“ (ub)

1) Der Jenseitsglaube der neuapostolischen Christen, NAK International
2) ebenda Seite 13
3) ebenda Seite 38
4) ebenda Seite 8
5) ebenda Seite 10
6) ebenda Seite 13
7) ebenda Seite 32
8) ebenda Seite 31
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