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| Z U M N A C H D E N K E N |
19.06.2007
Das Wort Gottes – doch nur gesagt und gehört?
Ein Zitat findet hin und wieder in den Gottesdiensten – ohne
den eigentlichen Geber zu nennen – Verwendung. „Gesagt
ist noch nicht gehört, gehört noch nicht verstanden, verstanden
noch nicht einverstanden, einverstanden noch nicht angewandt und angewandt
noch nicht beibehalten.“ (Lorenz, Konrad Zacharias
(1903-1989), österreichischer Zoologe und Nobelpreisträger,
Mitbegründer der Ethologie)
Zunächst will ich das Zitat einmal in eine mathematische Aufgabe verwandeln. Gesagt = a, Gehört = b, verstanden = c, einverstanden = d, angewandt = e und beibehalten = f.
a b c d e f = N
Was ich mir wünsche ist, dass es nach dem ersten Komma des Zitates weitergeht. Viele haben schon etwas gehört, manche haben wohl auch etwas verstanden – sind aber nicht einverstanden – da früher alles so schön war. Schon an dieser Stelle ist alles verflacht. Dabei sind wir ja noch gar nicht dabei, es überhaupt anzuwenden. Wenn wir nur schon bei „e“ wären, dann steht immer noch eine große Aufgabe vor uns – es 1. beizubehalten und 2. immer wieder neu bei „a“ anzufangen. Das komplizierte dabei ist, wie groß ist die Menge an Menschen „m“ bei a, b, c, d, e und f. Meine Vermutung: Bei „f“ ist man einsam und N < 0,x. Schade, da „N“ für „Gott […] will Neues schaffen“ oder Lebendigkeit stehen kann.
Wie die Worte im allgemeinen verhallen, hat man am Predigtbeitrag von Apostel Wosnitzka in Halberstadt am 28. Januar 2007 gesehen: „[…] Dort wo ungeschriebene Gesetze das Wachstum bremsen, dort hat uns Jesus etwas vorgemacht, sich darüber hinwegzusetzen und dann noch eine Begebenheit: Als man jene Sünderin zum Gottessohn brachte, war eigentlich alles schon klar was mit jener geschehen soll […] Das Volk wollte sein Schauspiel haben und dann kam Jesus und auch er tat etwas ganz Neues. Er setzte sich über dieses Gesetz hinweg. Und er sagte: »Und wer von Euch ohne Sünde ist werfe den ersten Stein.« Das war etwas ganz Neues. Bruder, Schwester - ist das bei uns heute angekommen? Und jetzt können wir ganz leichtfertig sagen, freilich, tun wir doch nicht. Oh! Manches Wort, dass man seinem Nächsten entgegenschleudert ist wie ein Stein und mancher Blick den man seinem Nächsten entgegenbringt - verächtlich - das ist wie ein Stein. Ich will etwas Neues schaffen, Bruder, Schwester, es gab und gibt Anlass, dass wir uns fragen, ist das was Jesus Christus Neues schaffen will bei uns angekommen? Und wenn nicht, dann möge dieser Gottesdienst dazu beitragen, das wir dafür Sorge tragen, dass es angekommen ist.“ Apostel Wosnitzka sprach in diesem Gottesdienst lediglich von ungeschriebenen Gesetzen, verbunden mit dem Aufruf an die Vorsteher und Bezirksvorsteher, sich darüber hinwegzusetzen, wo sie Wachstum bremsen. Jesus hat sich aber auch über die geschriebenen Gesetze hinweggesetzt.
Das Zitat lässt sich auch im Zusammenhang mit dem Gleichnis von Jesus, welches wir im Markus 4, 1-9 und in Verbindung mit Markus 4, 13-20 nachlesen können vergleichen. Dazu reduzieren wir die mathematische Formel auf 4 Punkte und fassen verstanden und einverstanden sowie angewandt und beibehalten zusammen. Dann haben wir also a b c d = N. Schauen wir uns also die Deutung des Gleichnisses vom Sämann in Markus 4, 13-19 an. „13 Und er sprach zu ihnen: Versteht ihr dies Gleichnis nicht, wie wollt ihr dann die andern alle verstehen? 14 Der Sämann sät das Wort. 15 Das aber sind die auf dem Wege: wenn das Wort gesät wird und sie es gehört haben, kommt sogleich der Satan und nimmt das Wort weg, das in sie gesät war. 16 Desgleichen auch die, bei denen auf felsigen Boden gesät ist: wenn sie das Wort gehört haben, nehmen sie es sogleich mit Freuden auf, 17 aber sie haben keine Wurzel in sich, sondern sind wetterwendisch; wenn sich Bedrängnis oder Verfolgung um des Wortes willen erhebt, so fallen sie sogleich ab. 18 Und andere sind die, bei denen unter die Dornen gesät ist: die hören das Wort, 19 und die Sorgen der Welt und der betrügerische Reichtum und die Begierden nach allem andern dringen ein und ersticken das Wort, und es bleibt ohne Frucht. 20 Diese aber sind's, bei denen auf gutes Land gesät ist: die hören das Wort und nehmen's an und bringen Frucht, einige dreißigfach und einige sechzigfach und einige hundertfach.“ Daraus kann man in Bezug auf das o.g. Zitat ableiten, dass
a = fällt auf den Weg
b = felsiger Grund
c = zwischen den Dornen und
d = gutes Land ist.
Die Realität ist, dass weniges auf „gutes Land fällt“ und selbst das Wort eines Apostels zu heftigen Reaktionen führt, anstatt sich damit zu befassen, also „das Wort Gottes“ „auf den Weg“ gefallen ist. Es reicht nicht aus, den Aussagen der Bibel zu glauben; ich muss vielmehr mein Denken mit dem Wort Gottes füllen, damit der heilige Geist mich mit seiner Wahrheit verändern kann. Es gibt fünf Wege dies zu tun: akzeptieren, lesen, studieren, auswendig lernen und reflektieren. Wir müssen das Wort Gottes anwenden, also in die Praxis umsetzen, oder „Täter des Wortes“ (Jakobus 1,22) werden. Dies ist der schwerste Schritt von allen, denn Satan versucht alles, um uns davon abzuhalten und es gelingt ihm oft, sehr oft! Wir täuschen uns selbst, wenn wir glauben, dass es ausreicht, etwas zu hören und zu lernen und es zu verinnerlichen. Wir müssen das gelernte praktisch anwenden. Oft vergisst man es auf dem Weg zur nächsten Veranstaltung. Ohne Umsetzung ist alles wertlos. Jesus sagte: „Wer diese meine Worte hört und sich nach ihnen richtet, wird am Ende dastehen wie ein kluger Mann, der sein Haus auf einen Felsen baut“ (Matthäus 7,24 GN). Jesus sagte auch, dass Gott dort segnet, wo wir seinem Wort gehorchen und es nicht nur hören. „Wenn ihr das eingesehen habt, dann handelt danach und Gott wir euch segnen“ (Johannes 13,17).
Wie wollen wir dann ernsthaft Menschen zu Jesus und in seine Familie führen, ihnen zu helfen, zu immer größerer Christusähnlichkeit heranzureifen und sie für den Dienst in der Gemeinde und für das Zeugnis ihres Lebens in der Welt auszurüsten, um Gottes Namen zu verherrlichen, wenn wir das selbst noch lange nicht sind und tun. So lange bringt es gar nichts „Geht und erzählt“ oder „Kommt und seht“ zu sagen. Die Wahrheit wird uns freimachen, aber zuerst wird sie uns vielleicht einige Dinge schmerzhaft klarmachen, denn nur Wahrheit verändert uns.
Schließen möchte ich diesen Beitrag mit einer Frage zum nachdenken: Was hat Gott uns in seinem Wort schon gesagt, das wir noch nicht umgesetzt haben? (mc) |
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