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Z U M   N A C H D E N K E N
29.12.2007
Ein Informationsabend und seine unterschiedlichen Wirkungsweisen

Lange war er angekündigt, viele Erwartungen waren daran geknüpft. Vielleicht wurde auch viel, zu viel, in diesen Abend hinein interpretiert. Manche Aussage wie „Lasst euch überraschen" aus berufenem Munde ließ entgegen dem gesunden Menschenverstand doch das Eine oder Andere erwarten. Doch dann kam der 04.12.2007 …
Hier soll nicht auf Inhalte oder Darstellungen, schon gar nicht auf visuelle Eindrücke und Empfindungen eingegangen werden. Einzig und allein: was hat dieser Abend gebracht, verändert, bewirkt?

Eins vorab. Er hat die „neuapostolische Welt" verändert, ja ich möchte mich zu dem Schluss hinreißen lassen: erschüttert. Das möchte ich an verschiedenen Personengruppen festmachen, die diesen Abend unterschiedlich erlebt haben und bewerten.

Da sind zuerst die Geschwister, denen schleierhaft erscheint, warum man manche Themen nach so vielen Jahren wieder aufrührt, denen egal ist, was einmal war und was Schwestern und Brüder erleiden mussten. Wir leben ja heute und nicht damals … Den meisten dieser Gruppe geht dieser Abend (entschuldigt bitte) am Allerwertesten vorbei. Hauptsache es bleibt schön kuschelig in unseren Gemeinden.

Dann sind da die nicht wenigen tiefgründig-ehrlichen konservativen Geschwister, die sich nach dieser Veranstaltung folgende Frage stellen: Wenn damals die viel beschworene Aposteleinheit nicht war, was sie immer vorgab zu sein, wie sieht es dann heute aus? Ihnen schwant fürchterliches … wie sieht es heute aus? Ist das, was ich geglaubt habe, gar nicht so wie es mir immer glauben gemacht wurde? Für diese Schwestern und Brüder brach eine Glaubenswelt zusammen.

Nicht zuletzt sind die Geschwister zu nennen, die sich schon längere Zeit kritisch-konstruktiv mit Geschichte und Lehre ihrer Kirche auseinander gesetzt haben. Die die leise Hoffnung hatten, es bewegt sich was, wenn auch nur langsam. Es wächst etwas auf! Diese wurden zutiefst enttäuscht und wenden sich entweder von dieser, ehemals ihrer, Kirche ab oder flüchten sich in Trotzreaktionen: Jetzt erst recht – wir machen weiter, so lange wir dürfen!

Nicht zu vergessen sind die Geschwister, die die im geschichtlichen Teil behandelte Zeit mit erlebt haben und dadurch Verletzungen und Verluste nicht nur durch Gemeinden sondern auch Familien hindurch hinnehmen und ertragen mussten. Dabei handelt es sich bei Leibe nicht „nur" um Schwestern und Brüder aus der Apostolischen Gemeinschaft. Nein, auch treue neuapostolische Geschwister verließen unter Kopfschütteln und Tränen diese Veranstaltung.

Bleibt die Frage: Was sollte das? Ihr Brüder in der Kirchenleitung, was habt ihr der Kirche, der ihr dient und den Schwestern und Brüdern, die euch anvertraut sind, angetan? War euch das nicht bewusst oder habt ihr das billigend in Kauf genommen? Ich traue mich nicht, diese Frage zu beantworten …

Zu guter Letzt kann ich nur noch ein Zitat hinzu fügen. Es stammt von Peter Strauch, seines Zeichens (noch) Präses der FeG (Freie evangelische Gemeinden), aus seinem Artikel zum neuen Jahr in der idea-spektrum, bezüglich seiner Hoffnungen und Träume zu der Zusammenarbeit und dem Zusammenlebens der Christen unterschiedlicher Konfessionen und Denominationen. Das lässt sich ohne weiteres auf jeder einzelne Kirche beziehen, auch auf unsere: „ Aber ich befürchte, es wird ein Jahr , wie wir schon viele hatten, geprägt von Rivalitäten, Animositäten und gegenseitigen Grabenkämpfen, die zu vielen Absicherungen und sprachlichen Zusätzen führen. Dabei sollten wir mindestens die Kosten überschlagen: Unsere säkularisierten Zeitgenossen werden immer weniger begreifen, worauf es eigentlich ankommt - im Leben und im Sterben." (os)
L I N K S   Z U M   T H E M A

Informationsabend am 04.12.2007

Die Neuapostolische Kirche in der Zeit von 1938-1955. Entwicklungen und Probleme

Schreiben der VAG an die Leitung der Neuapostolischen Kirche International

Stellungnahme der Apostel der Gebietskirche Nordrhein-Westphalen zum Informationsabend an die VAG

Informationsabend löst Wellen der Entrüstung aus

Offener Brief von Gerrit Sepers an Stammapostel Leber: Heilsnotwendige Information oder Kirchenstrategie?

Stammapostel Wilhelm Leber beantwortet das Schreiben von Gerrit Sepers

Bezirksapostel de Bruijn: Schuldfrage für Versöhnung unwesentlich

Offener Brief von Apostel a.D. Gerrit Sepers vom 01.02.2008

Erklärung der Apostel und Bischöfe der VAG zur Geschichte

 
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