H O M E
W I R   C H R I S T E N
J U G E N D A R B E I T
B E R I C H T E
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K U R Z   N O T I E R T
K I R C H G E M E I N D E N
D O W N L O A D S
 
Z U M   N A C H D E N K E N
Eine Tür mit drei Angeln: Das höchste Gebot

Jesus hebt ein Gebot besonders heraus und bezeichnet es als das höchste: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Lukas 10,27). Es kennt drei Ebenen: die Liebe zu Gott, die Liebe zum Mitmenschen und die Liebe zu mir selbst. Dieses dreifache Liebesgebot kann man sich bildlich als eine Tür mit drei Angeln vorstellen. Keine der drei Beziehungen darf gestört sein, wenn es in meinem Leben „rund“ laufen soll. „Du sollst, den Herrn, deinen Gott, lieben …“

Das höchste Gebot beschreibt sehr detailliert, wie wir Gott lieben sollen:
  • „… von ganzem Herzen“: Im biblischen Sinn ist das Herz auch der Ort, an dem Gefühl und Willen entstehen und wo Entscheidungen getroffen werden.
  • „… von ganzer Seele“: Seele umfasst alles, was zu mir gehört. Seele ist das, was mein Ich ausmacht.
  • „… von allen Kräften“: Unsere Liebe zu Gott drückt sich auch in der Tat aus, in den körperlichen Kräften, die wir in seinen Dienst stellen.
  • „… von ganzem Gemüt“: Luther umschreibt mit Gemüt nicht nur das Gefühl, sondern auch Vernunft und Verstand.

Klar abgrenzen lassen sich die einzelnen Seiten der Gottesliebe nicht, aber eines wird deutlich: Unsere Liebe zu Gott soll eine besondere Qualität haben. Wir sollen Gott mit der Gesamtheit unseres Wesens lieben – oder anders formuliert: mit Seele, Geist und Leib.

Der hohe Anspruch dieses Gebotes ist nicht zu übersehen. Was hilft mir dabei, diesen Anspruch zu erfüllen? Ich möchte nur einen Aspekt unter vielen nennen. Unter Menschen ist Empathie, das Einfühlungsvermögen, ein wichtiger Beziehungsbaustein. Auf meine Beziehung zu Gott übertragen heißt das: Ich möchte seinen Willen immer besser kennen und verstehen lernen und ihn verinnerlichen. Nur dann wird es mir gelingen meinen Willen mit seinem überein zu bringen und damit meine Liebe zu ihm auszudrücken.

„… und deinen Nächsten …“
Die zweite Angel an der dargestellten Tür symbolisiert die Liebe zum Nächsten. Da diese Liebe in anderen Beiträgen dieser Ausgabe ausführlich behandelt wird, beschränke ich mich an dieser Stelle auf einen Gedanken. Das Gebot der Nächstenliebe galt bereits den Israeliten zur Zeit Moses. In seiner Bergpredigt setzte Jesus aber noch einen drauf und forderte die Feindesliebe (vergleiche Matthäus 5,43-45). Denn nur daran könne man erkennen, dass wir tatsächlich Gottes Kinder sind. Den zu lieben, der uns auch liebt, sei leicht. Das könnten sogar die Zöllner, führte Jesus weiter aus.

Die Tatsache, dass Jesus die Feindesliebe gebietet, zeigt, dass es hier mehr um den Willen als um das Gefühl geht. Gefragt ist hier mein Wille zur Liebe, zu einem versöhnten Miteinander – gerade dort, wo ich den Banknachbar, die Klassenkameradin oder der Arbeitskollege am liebsten dorthin wünschte, wo der Pfeffer wächst.

„… wie dich selbst.“
Die dritte Türangel skizziert wie die Liebe zu meinen Mitmenschen sein soll: so wie zu mir selbst. Das „wie“ dürfen wir verstehen als „in dem gleichen Umfang“ aber auch im Sinne von „Behandle andere so, WIE du selbst gerne behandelt werden möchtest“. Außerdem gilt die Aufforderung, uns selbst zu lieben. Eigenliebe hat unter Christen keinen guten Ruf und doch leuchtet ein, dass nur wer sich selbst annimmt, auch andere annehmen kann. Wir verstehen uns als von Gott geschaffene Menschen. Wenn wir uns als solche nicht selbst akzeptierten, ist das so als sagten wir zu Gott: „Was du gemacht hast, ist nicht gut, nicht liebenswert.“

Bezirksapostel Klingler drückte es auf dem Jugendtag 2003 in Wolfsburg so aus: „Nur wer sich selbst als Geschöpf und Gabe Gottes lieben kann, findet auch das rechte Maß, den Nächsten zu lieben.“ (Quelle: www.TIO-online.de - Jugendmagazin der NAK-NRW)
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