01.10.2008
Heute schon mit Gott geredet?
Beten, oft auch als das „Atmen der Seele“ bezeichnet, hat einen viel tieferen Sinn. Der Gottesdienst heute hat mehr als zum Nachdenken angeregt. Einen Menschen den ich mag, liebe, schätze; mit dem muss ich einfach über alles – Sorgen, Nöte, Freuden – reden. Beten ist reden mit Gott. Es ist so vielfältig wie das Leben selbst, oder redest Du nur mit gefalteten Händen? Ich nicht!
Also rede ich mit Gott, aber wie? Oft in Gedanken, wo ich mich einfach mit ihm austausche und frage: „Was denkst Du?“. Das wird manchmal ziemlich lang. Ich meine damit nicht nur ein paar Minuten. Dann auch mal im Gespräch mit einem Menschen, wo ich zwischendurch mit Gott rede, so als wenn er mittendrin ist. Ungewöhnlich? Ich denke nicht. Denn er liebt uns und freut sich sicher über ein Gespräch mit uns. Allein. Gemeinsam. Im Kreis? Aber wie sieht es mit den Gesprächsinhalten aus? Sind die zu jedem Gespräch gleich? Sagen wir mal so: Es ist nicht einfach, denn häufig finden wir uns in bekannten Gebetsmustern wieder – so wie heute im Gottesdienst gesagt. Aber mal ehrlich, wenn ein Mensch, denn Du magst, liebst oder schätzt und er Dir jeden Tag – morgens, mittags, abends – immer wieder das gleiche erzählst, das ist doch langweilig, oder? Du hörst dann nicht mehr wirklich hin, weil Du die Inhalte schon kennst. Gott schon, aber …
Wenn ich Hilfe brauche, dann wende ich mich an jemanden, von dem ich im Vorfeld weiß, dass er das tun wird. Ist das auch so, wenn Du Gott um etwas bittest? Redest Du nur mit ihm, damit Du mal wieder mit ihm gesprochen hast, oder erwartest Du auch wirklich eine Reaktion darauf? Antworten auf Fragen, Hilfe in eigentlich ausweglosen Situationen, Heilung bei Krankheit usw. Glauben extrem – haben wir unlängst mal im Jugendgottesdienst gehört – eine Erfahrung die Du für Dein Leben brauchst. Wie lesen wir in Markus 11, 23-26: „Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berge spräche: Heb dich und wirf dich ins Meer!, und zweifelte nicht in seinem Herzen, sondern glaubte, dass geschehen werde, was er sagt, so wird´s ihm geschehen. Darum sage ich euch: Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt nur, dass ihr´s empfangt, so wird's euch zuteil werden. Und wenn ihr steht und betet, so vergebt, wenn ihr etwas gegen jemanden habt, damit auch euer Vater im Himmel euch vergebe eure Übertretungen.“
Ich habe so meine Erfahrungen mit Bergen gemacht. Die können flacher werden und es kann sein, dass Du plötzlich eine weite Ebene vor Dir hast. Es funktioniert, aber der Glaube daran, dass es auch eintritt, dass ist Glaube pur … Logisch ist das nicht und Gebetsmuster funktionieren da nicht mehr. (mc) |