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D O W N L O A D S
 
Z U M   N A C H D E N K E N
24.03.2009
Kein Wachstum mehr möglich?

Immer wieder ist von Gemeindezusammenlegungen zu hören und zu lesen. Mal sind es zwei, häufiger aber gleich drei Gemeinden, die zu einer zusammengelegt werden. Eine Tatsache die seit vielen Jahren anhält, ich aber nicht den Eindruck gewinnen kann, dass dem entgegengesteuert wird. Entgegengesteuert dahingehend mal eine Analyse zu betreiben, warum Gemeinden nicht mehr wachsen, denn ohne Ursachenforschung kann kein Konzept entwickelt werden, um den Prozess erst einmal aufzuhalten geschweige denn wieder zu Wachstum zu kommen. Aber anscheinend ist das gar nicht gewollt, denn so musste ich zu meinem Erschrecken in der Zeitschrift „Unsere Familie“ in einem Interview mit Stammapostel Leber lesen: „Wir werden in Deutschland/Europa nicht mehr wachsen!“.  Nun ja. Das ist Motivation pur. Komisch ist nur, dass es viele Gemeinden in Deutschland/Europa gibt die wachsen – richtig wachsen. Nichtchristen geben ihr Leben Jesus hin und werden Christen. Echte Mission. Jesus hatte nicht im Sinn, Christen aus einer Gemeinde in eine andere zu ziehen, als er uns den Missionsauftrag gab. Gott hat uns berufen Menschenfischer zu sein, nicht dazu, Fische zwischen Aquarien hin und her auszutauschen. Eine Gemeinde, die nur durch den Zustrom aus anderen Gemeinden wächst, erlebt kein wirkliches Wachstum – sie mischt nur den Kartenstapel neu.

Mein erster Gedanke zum Interview war: Wie kann ein Kirchenoberhaupt so eine deprimierende Aussage machen, ohne eine mögliche Lösung parat zu haben? Wie verträgt sich das mit der Aussage und vor allem dem Auftrag Jesu in Matthäus 28, 19 nachzulesen „Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Das gilt für ganz Deutschland und für den Rest der Welt. Ich als kleines ehrenamtliches Gemeindemitglied erwarte konkrete Vorschläge meiner „Vorangänger“ und kein RESIGNIEREN. Wir sind doch aufgerufen, das Evangelium zu verkünden. Dass es zu einem Leben in Gemeinschaft mit Gott nur einen Weg gibt – Jesus. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass jeder Mensch unterschiedlich auf diesen Weg geführt wird.

Sagen wir den Menschen folgende 4 Schwerpunkte:
  1. dass Gott sie liebt, dass er sie geschaffen hat und sich wünscht, dass sie eine persönliche Beziehung zu ihm haben
  2. dass die Gemeinschaft mit Gott durch die Sünde des Menschen zerbrochen ist und wir deshalb Gottes Liebe nicht erfahren können
  3. dass Jesus Christus Gottes Ausweg aus dem Dilemma des Menschen ist und wir nur allein durch ihn wieder eine persönliche Beziehung zu Gott finden können.
  4. dass wir Gemeinschaft mit Gott finden können, wenn wir Jesus Christus als unseren Herrn und Erlöser annehmen

Wissen wir das nicht mehr? Bist Du nicht mehr in der Lage, die Freude über Deine Errettung von Sünde und Tod Deinen Mitmenschen weiterzugeben? Liegt das möglicherweise daran, dass Jesus Christus nicht im Mittelpunkt Deines Lebens steht, sondern Dein Ich? Vielleicht sind ja die Ursachen auch in Deiner Gemeinde zu suchen, weil dort Resignation eingetreten ist und viele nur noch physisch da sind, aber innerlich schon längst über alle Berge sind? Von der nicht aufgearbeiteten Historie und falschen Paradigmen will ich gar nicht sprechen.

Meiner Meinung nach liegen die Ursachen des Nichtwachstums bzw. Schrumpfens im eigentlich desolaten Zustand der Gemeinden. Es ist dann – wenn nichts mehr geht – angebracht, die Gemeinde zu wechseln. Mit etwas Musik und permanenter Wiederholung von Sprüchen „wie schön es doch bei uns ist“, wird eine scheinbare Wohlfühlatmospähre durch gute Schauspieler vorgegaukelt, denn wenn es wirklich richtig super wäre, dann kann ich gar nicht anders, als meine Freunde und Kollegen einladen – ohne mir vorher Mut anbeten zu müssen. Es bedeutet: Ich selbst freue mich auf die Predigt und ich habe einen Gemeindeleiter, der das Leben und die Bibel kennt und dabei authentisch ist und nicht mit Phrasen und Zitaten um sich wirft, sondern im Gottesdienst das von Gott in seinem Wort uns gegebene Soll-Bild, das Ideal aufgezeigt. Es müssen aber unbedingt auch die Schwierigkeiten auf dem Wege dahin aufgezeigt werden. Und die Liebe, mit der er uns auf diesem Weg begleitet. Und die Vergebung, die er für unsere Abweichungen vom Soll-Bild bereithält.

Einer der wenigen der dies erkannt hat, ist Bezirksapostel Klingler. Doch mit welchen Widerständen muss er kämpfen? Einzelheiten will ich hier nicht nennen, denn das würde zu weit führen. Festhalten möchte ich aber die Tatsache, dass die Gemeinden im Wesentlichen erstarrt sind. Und wo etwas in Bewegung kommt, da gibt es dann sofort Reichsbedenkenträger, Gerüchte werden gestreut, Dinge verdreht, neue Angebote in der Gemeinde nicht akzeptiert. Es werden sich über alles Mögliche die Köpfe heiß geredet. Nur eines ist in den Diskussionen nicht zu finden: Was erwartet Jesus von uns? Was ist unser Auftrag? Seine Liebe ist auch nicht mehr erlebbar. Und die Erlebbarkeit der Liebe Jesus in der Gemeinde ist eine Grundvoraussetzung für Wachstum. Zur Jesusnachfolge gehört auch Kampf. Nicht aus Prinzip. Nicht jeder Kampf ist vom Heiligen Geist angeschoben. Ich befürchte jedoch, wir leben in einer Zeit, in der sich unter dem Deckmantel der Liebe und Geduld ein feiner Egoismus breit gemacht hat. Dieser Egoismus will sich in seiner Gemütlichkeit nicht stören lassen. Er scheut die Kämpfe, wo es ums Eingemachte geht. Und es geht mittlerweile ums Eingemachte. (mc)

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