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| Z U M N A C H D E N K E N |
Pfingsten – Geburtstag der Kirche Christi
Die Christenheit feiert das Pfingstfest zum Gedächtnis an den Tag, an dem der Heilige Geist von Gott auf die Gläubigen ausgegossen wurde. In der Erinnerung an das Geschehen zu Jerusalem 50 Tage nach Ostern (vergl. Apostelgeschichte 2, 1-9) sprechen wir von Pfingsten als dem „Geburtstag der Kirche Christi“. Es ist ein Fest der Freude darüber, dass der Heilige Geist auch heute die Kirche Christi prägt.
An jenem historischen Pfingstfest wurden erstmals Menschen bleibend mit dem Heiligen Geist erfüllt. Das lässt uns dankbar dessen gedenken, dass wir durch Handauflegung und Gebet eines Apostels Jesu mit dem Heiligen Geist versiegelt worden sind auf „den Tag der Erlösung“ (vgl. Epheser 4, 30). Damit haben wir das Pfand unseres Erbes erhalten und wurden Gottes und Christi Eigentum (vgl. Epheser 1, 13.14), Eigentum nicht als Knechte, sondern als Kinder. Dadurch sind wir auch erbberechtigt und dürfen darauf hoffen, durch Gottes Gnade am Tag Christi zur Herrlichkeit erhoben zu werden (vgl. Römer 8, 14-17).
In den letzten Jahren ist die Bedeutung von Pfingsten in der Neuapostolischen Kirche besonders betont worden: Seit 1981 richtet der Stammapostel jeweils ein Grußwort an die Glaubensgeschwister; seit 1990 werden im Abstand von je drei Jahren internationale Apostelversammlungen durchgeführt, zu denen alle aktiven Apostel eingeladen sind. Stammapostel Streckeisen hatte in einem Artikel zum Pfingstfest 1978 geschrieben: "Das aber ist unsere Pfingstfreude: die Liebe brennt lichterloh in unseren Herzen, und von Tag zu Tag warten wir aufs neue in lebendiger Hoffnung auf unseren Herrn und Seelenbräutigam". Diese Hoffnung, die vom Heiligen Geist wach gehalten und genährt wird, spiegelt sich in allen Grußworten unseres Stammapostels wider.
zur Information
50 Tage nach Ostern haben die verängstigten Jünger den Heiligen Geist erhalten. Somit folgt Pfingsten immer zehn Tage auf Christi Himmelfahrt. Diese Zeitspanne wurde aus der Tradition der Juden übernommen, das Pfingstfest war dort zunächst das Fest der Darbringung der Erstlingsfrüchte im Tempel.
Als christliches Fest wurde Pfingsten erstmals im vierten Jahrhundert erwähnt. Durch den veränderlichen Ostertermin variiert auch Pfingsten und wird so zwischen dem 10. Mai und dem 13. Juni gefeiert. Mit Pfingsten endet die Osterzeit.
Geschichte
Nach dem Tod Jesu am Kreuz waren die Jünger zunächst all ihrer Hoffnungen beraubt, welche sie in den Mann aus Nazareth gesetzt hatten. Doch als Jesus Ostern auferstand, schöpften sie schon bald neuen Mut. Die Jünger trafen sich regelmäßig; auch gemeinsam mit Jesus. Dessen Anwesenheit endete jedoch mit seiner Himmelfahrt.
Durch ein besonderes Ereignis erfuhren die Jünger nach der Himmelfahrt die Nähe Gottes. Am Tag des Erntefestes waren die Jünger abermals versammelt. Völlig unerwartet erhob sich vom Himmel her ein Brausen, wie von einem Sturm herrührend. Es erschienen Feuerzungen, die sich zerteilten und sich auf jeden der Männer niederließen: Der Heilige Geist kam auf sie. Aus einer Schar ängstlicher Männer wurden plötzlich Mutige, die in der Folgezeit in aller Offenheit von ihrem Glauben redeten und sich auf wundersame Weise in vielen Sprachen verständigen konnten.
Die Jünger gingen hinaus auf die Straßen und Plätze und verkündeten, was sie von Jesus gehört und gesehen hatten. Die verschiedenen Sprachen wurden durch das Pfingstereignis nicht abgeschafft, sie wurden zum Symbol für Vielfalt und Reichtum.
Der Heilige Geist wurde ausgesandt, um Person, Wort und Wirken Jesu Christi lebendig zu halten. Gemeinsam mit Gott, dem Vater, und Jesus Christus, dem Sohn, bildet er die „Trinitas Dei“, die göttliche Dreifaltigkeit. Die Geistsendung an Pfingsten war somit der Ausgangspunkt für das missionarische Wirken der Jünger Jesu. Daher wird das Pfingstfest als Geburtstagsfest der Kirche bezeichnet werden.
Symbole
Symbole für das Wirken des Heiligen Geistes sind Feuer und Flammen. Feuer entzündet, bringt zum Glühen und setzt große Energie frei. Auch in unserem täglichen Sprachgebrauch kennen wir Redewendungen wie „Feuer und Flamme sein“ oder „der Funke ist übergesprungen“, wenn ein Mensch sich für jemanden begeistert oder von etwas begeistert ist. Ein weiteres Symbol ist die Taube. Seit dem Konzil von Nicäa wird der Heilige Geist durch sie dargestellt. Die Taube galt als Erkennungszeichen von praktizierter Nächstenliebe.
Traditionen
Mancherorts hat sich der Brauch erhalten, Pfingstfeuer anzuzünden. Die lodernde Flamme gilt einerseits als Symbol des Heiligen Geistes und zum anderen als Zeichen der Erleuchtung der Gläubigen. Ein mittelalterlicher Brauch zu Pfingsten war das so genannte Heilig-Geist-Schwingen. Dabei wurden lebendige Tauben in den Kirchenräumen freigelassen, eine hölzerne Taube beim Pfingsthochamt über den Köpfen der Gläubigen an einer Schnur kreisen gelassen oder eine geschnitzte Taube durch eine Öffnung der Kirchdecke herabgelassen. |
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| P F I N G S T G R Ü S S E |
In seiner Amtszeit von 1988 bis 2005 hat Stammapostel Richard Fehr, seit Pfingsten 2005 im Ruhestand, jeweils zu Pfingsten ein Grußwort an die neuapostolischen Christen gesprochen. Dieses Grußwort hatte immer die Wiederkunft Jesu, und damit ein elementares Merkmal des neuapostolischen Glaubens, zum Inhalt. Alle Grußwörter stammen aus dem Neuen Testament der Heiligen Schrift.
1988
„Maran atha! Unser Herr kommt.“
(1. Korinther 16, Vers 22)
1989
„Es spricht der solches bezeugt: Ja, ich komme bald. Amen, ja Herr Jesu!“
(Offenbarung 22, Vers 20)
1990
„Denn noch über eine kleine Weile, so wird kommen, der da kommen soll, und nicht verziehen. Der Gerechte aber wird des Glaubens leben. Wer aber weichen wird, an dem wird meine Seele kein Gefallen haben. Wir aber sind nicht von denen, die da weichen und verdammt werden, sondern von denen, die da glauben und die Seele erretten.“
(Hebräer 10, Vers 37-39)
1991
„Seid ihr auch geduldig und stärket eure Herzen; denn die Zukunft des Herrn ist nahe.“
(Jakobus 5, Vers 8)
1992
„Siehe, ich komme bald; halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme!“
(Offenbarung 3, Vers 11)
1993
„Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, wie nicht gewesen ist von Anfang der Welt bisher und wie auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzt, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzt.“
(Matthäus 24, Vers 21-22)
1994
„Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und behalten, was darin geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe.“
(Offenbarung 1, Vers 3)
1995
„Darum wachet; denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird.“
(Matthäus 25, Vers 13)
1996
„Sollte aber Gott nicht auch retten seine Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er’s mit ihnen verziehen? Ich sage euch: Er wird sie erretten in einer Kürze. Doch wenn des Menschen Sohn kommen wird, meinst du, dass er auch werde Glauben finden auf Erden?“
(Lukas 18, Vers 7-8)
1997
„Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und dasselbe plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune.“
(1. Korinther 15, Vers 51-52)
1998
„Doch was ihr habt, das haltet, bis dass ich komme.“
(Offenbarung 2, Vers 25)
1999
„Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt.“
(Offenbarung 1, Vers 4)
2000
„Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, zu geben einem jeglichen, wie seine Werke sein werden.“
(Offenbarung 22, Vers 12)
2001
„Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus, der unsern nichtigen Leib verwandeln wird, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann.“
(Philipper 3, Vers 20-21)
2002
„So seid nun geduldig, liebe Brüder (und Schwestern), bis zum Kommen des Herrn. Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe.“
(Jakobus 5, aus Vers 7 und 8)
2003
„Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Macht; sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre.“
(Offenbarung 20, Vers 6)
2004
„Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde.“
(2. Petrus 3, Vers 9)
2005
„Darum seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr's nicht meint.“
(Matthäus 24, Vers 44)
2006
„Wir aber sind nicht von denen, die zurückweichen und verdammt werden, sondern von denen, die glauben und die Seele erretten.“
(Hebräer 10, 39) |
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