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13.06.2007
Pharisäer in den Gemeinden?

Schon in den Tagen Jesu benutzten die Pharisäer den Vorwand der „Reinheit“, um den Kontakt zu Nichtgläubigen zu vermeiden. Sie hatten ein Problem mit Jesus und seinen auf Sünder ausgerichteten Dienst. Er machte sie nervös und sie kritisierten ihn schonungslos. Jesus waren die Bedürfnisse der Menschen viel wichtiger als religiöse Traditionen. So lesen wir in Markus 2,17: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.“ Die Pharisäer lebten quasi in Isolation gegenüber den Menschen.

Die Biblische Botschaft und der Auftrag Jesu an die Gemeinde müssen immer im Mittelpunkt stehen. Natürlich sind wir als Christen nicht „von der Welt“, aber wir leben in ihr und es hat keinen Sinn, sich vor ihr zu verstecken. Doch gerade das wurde und wird leider immer noch häufig gemacht. Genau wie Salzwasserfische ihr ganzes Leben in einem Ozean verbringen, ohne mit Salz gesättigt zu werden, so diente Jesus in der Welt ohne von der Welt zu sein. Er hat „unter uns gewohnt“ (Johannes 1,14) und wurde sogar auf jede Weise versucht wie wir auch, hat aber nicht gesündigt. Er bewegte sich unter den Menschen, sprach ihre Sprache, beobachtete ihre Gewohnheiten, sang ihre Lieder, besuchte ihre Partys und benutzte ihre aktuellen Ereignisse (vgl. Lukas 13,1-5), um die Aufmerksamkeit zu erreichen, wenn er zu ihnen sprach. Jetzt kommt aber das Entscheidende – er hat all diese Dinge getan und zwar ohne seinen Auftrag zu verwässern.

Wie sieht es heute aus? Wir sollen möglichst nichts mit der Welt zu tun haben und schon gar nicht ihre Partys besuchen, d.h. man nimmt es gar nicht war, dass es uns gibt. Es gibt noch immer genügend Isolationisten die darauf stolz sind. Dabei muss man unterscheiden zwischen den Werten der Kultur, die Gottes Maßstäben widersprechen und anderen, ethisch neutralen, zeitbedingten Gewohnheiten, Stilen und Vorlieben, die jede Generation entwickelt. Zeitgenössische Musikstile werden genauso abgelehnt, wie von Menschen gemachte Traditionen zu ändern. Traditionalisten haben zuweilen auch eine Kleiderordnung und eine Liste dessen, was erlaubt ist und was nicht und zwar in Bereichen, über die die Bibel nichts aussagt. Hier werden dann mit persönlichen Vorlieben, theologische Mauern errichtet.

Besinnt man sich auf Jesus und seine Aufträge – also ein Ernstnehmen den Menschen so zu dienen, wie es Jesus getan hat, dann kann das dazu führen, dass das religiöse Establishment die „Aufrührer“ beschuldigt einen Ausverkauf zu betreiben, weil Traditionen gebrochen wurden. Diese Angriffe zeichnen sich durch eine hohe Ignoranz aus. Aber was sagte Jesus diesen rigiden religiösen Traditionalisten als sie ihm fragten, „Warum missachten deine Jünger die Überlieferung des Alten?“: „Warum missachtet ihr Gottes Gebot um eurer Überlieferung willen?“ Gottes Auftrag zu erfüllen muss immer Priorität vor der Einhaltung der Tradition haben. Kritik von anderen Christen sollte niemanden davon abhalten, so zu dienen, wie es Christus getan hat. Jesus sollte unser ultimatives Vorbild für den Dienst sein – und niemand anders. (mc)
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