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| Z U M N A C H D E N K E N |
02.08.2007
Was ist Seelsorge??
„In der alten Kirche ging es bei der Seelsorge primär um den Kampf des Christen gegen die Sünde, die sein endzeitliches Seelenheil gefährdete, und die Aufgabe des Seelsorgers war es, dem einzelnen Christen dabei zu helfen.“ (Quelle: Wikipedia) Das heißt also, es ging den Seelsorgern darum gute Menschen aus den Christen zu machen, die nicht mehr sündigen.
Wie ist das heute? Geht es nur darum Christen zu helfen nicht mehr zu sündigen? Wohl kaum, denn wer sich als Christ mit seinem Glauben beschäftigt und versucht danach zu leben, versucht von sich aus so wenig wie möglich zu sündigen.
Also muss die Seelsorge ja einen anderen Hintergrund haben. Geht es nicht viel mehr darum, Menschen in ihren Nöten zu helfen, ihnen beizustehen, ein Ohr für sie zu haben und ihnen auch mal einen Rat zu geben?
Die Menge der Menschen die der Seelsorge bedürfen ist so groß. Nicht umsonst gibt es unzählige Seelsorgeeinrichtungen, welche sich sogar auf bestimmte Sorgen und Probleme der Menschen spezialisiert haben.
Da gibt es welche für Suchtkranke (auch hier wieder spezialisierte), Gewaltopfer, und so weiter. Ja auch in Selbsthilfegruppen wird Seelsorge betrieben um den Menschen mit ihrem Problem zu helfen und ihnen Jesus nahe zu bringen. Demnach sollte bei der Seelsorge auch der Glaube an Christus nicht vergessen werden, denn schlussendlich geht es doch um das Seelenleben.
Jedoch sollte man die Prioritäten der Seelsorge bedenken. Was hilft es einem Menschen, ihm etwas von Gott und dem Seelenheil zu erzählen, wenn er gar nicht aufnahmefähig ist für solche Themen sondern genug mit sich zu tun hat?
Sicherlich sollte dabei auch unterschieden werden, ob man nun mit Menschen spricht die an Gott glauben, ob man mit gläubigen Christen spricht oder eben mit Menschen die Gott nicht kennen.
Wer kann Seelsorge betreiben?
Grundsätzlich kann man hier antworten: Jeder! Jeder der anderen Menschen einen Hilfe sein möchte, in welcher Form auch immer. Seelsorge heißt nicht, dass man sich bis ins kleinste Detail mit der Bibel und der Auslegung auskennen muss, oder gar ein kirchliches Amt tragen muss! Seelsorge ist auch bereits ein schlichter Besuch von Kranken, das Dasein für seine Mitmenschen, ein offenes Ohr zu haben.
Ja bereits ein unscheinbares Gespräch untereinander kann Seelsorge sein! Ich muss mir nicht immer vornehmen „ich mache jetzt einen Seelsorgebesuch“. Seelsorge kann man nicht planen! Seelsorge geschieht!
Ist es nicht so, dass ein Gespräch unter Freunden, welches unscheinbar beginnt und im Verlauf auf persönliche Probleme – sei es nun um den Glauben oder des allgemeinen Lebens – zu sprechen kommt, eine Seelsorge ist? Fühlen wir uns nicht besser wenn wir uns Freunden anvertraut haben, uns von ihnen verstanden fühlen und uns unseren Kummer von der Seele reden konnten? Sicher ist es bei gewissen Themen sehr von Vorteil wenn man mit jemandem spricht, der auch Ahnung davon hat.
Wenn ich nun spezielle Fragen habe, wie die Meinung der Kirche zu einem Thema ist, ist es natürlich sinnvoller sich an einen Amtsträger zu wenden, da dieser im Normalfall besser informiert sein dürfte.
Aber kann mir nur ein Amtsträger meinen Glauben stärken?? Wohl kaum! Wie schon angesprochen kann mir ein jedes Gespräch mit einer vertrauten Person helfen, und nicht zuletzt – nein, zu aller erst ist es Gott der mir doch meinen Glauben stärkt!
Wobei wir schon wieder bei der Beantwortung der Frage sind: Wer kann mir Seelsorger sein und was erwarte ich von ihm?
Diese Frage kann sich wohl am Besten nur jeder selbst beantworten, doch einen Seelsorger haben wir Christen doch alle gemeinsam – Christus! Wem sich jeder einzelne nun am liebsten anvertraut, mit wem er am liebsten über das eine oder andere Problem spricht oder eben nicht, muss jeder für sich herausfinden! Das ergibt sich und kann nicht einfach angeordnet werden, frei nach dem Motto, „Ich bin jetzt dein Seelsorger“. Da sollte sich auch niemand scheuen und dies offen zur Sprache bringen, denn am Ende geht es doch um die Seele und jeden einzelnen persönlich, und niemand soll sich dabei ständig fragen oder nachdenken: „sage ich ihm das nun, oder lieber nicht?!“
Habe ich kein rechtes Vertrauen oder kein gutes persönliches Verhältnis zu meinem mir zugeteilten Seelsorger, bringt das weder ihm noch mir etwas!
So sollte sich auch jeder, der Seelsorge betreiben möchte, jeder der für einen anderen da sein möchte, selbst fragen: Was kann ich tun, wo kann ich eventuell helfen und wovon habe ich keine Ahnung und sollte mich hüten einen Rat zu geben?
Fazit: Seelsorge geht uns alle an!
Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird zu gegebener Zeit fort gesetzt. (ak) |
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