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| Z U M N A C H D E N K E N |
Was mich traurig macht
Wie denkt wohl Christus über uns, wenn er sieht, wie wir handeln? Er bat seinen Vater (Johannes 17):
20 Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, 21 damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. 22 Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.
Welche Bitte! Welche Aufgabe für uns Christen!
An allen Ecken und Enden ist von Ökumene die Rede. Versöhnte Verschiedenheit. Den Nächsten lieben wie sich selbst. Aber was ist die Realität?
Da wird über den Bruder, der sich dem Ökumenegedanken verschrieben hat die Nase gerümpft. Na der schon wieder …
Die Schwester, die damit nichts anfangen kann, lieber an althergebrachten, konservativen Überzeugungen festhält, von progressiven Geschwistern schräg angesehen. Ist das geschwisterliche Liebe? Ist das christlich?
Wir schaffen es nicht innerhalb der eigenen Kirche, der eigenen Gemeinde, Ökumene – versöhnte Verschiedenheit – zu leben und wollen im gleichen Atemzug ökumenische Kontakte zu anderen Christen aufbauen.
Wen wundert es? Wer kommt mit dem Auf und Ab, dem Hin und Her der Aussagen unserer Kirche zu wichtigen Fragen des Glaubens noch klar?
Öffentliche Verlautbarungen und Lehränderungen (Schärfungen) machen Hoffnung auf eine weitere Öffnung der Kirche. Progressive Kräfte wittern Morgenluft. Dann werden diese durch Aussagen in Gottesdiensten relativiert.
Zutiefst enttäuschte Geschwister sprechen gar von einem Rückfall in eine Zeit von vor … Ich will es gar nicht aussprechen.
Ich muss gestehen, dass ich manchmal auch nicht mehr so richtig weiß, wie es weiter geht.
Wieso können wir nicht unterschiedliche Meinungen und Ansichten innerhalb der eigenen Kirche und Gemeinde akzeptieren? Vielfalt bereichert, macht das Gemeindeleben interessant, schützt vor einschläfernder Monotonie.
Warum können unterschiedlich denkende Geschwister nicht nebeneinander in der Kirchenbank sitzen, ohne über den Nachbarn und seine „komischen“ Ansichten nachzudenken und auf den nächsten Fehler zu warten? Warum können wir nicht Lehraussagen mit Begründungen in Schriften festhalten ohne in jedem Gottesdienst auf der unbedingten Notwendigkeit dieser Lehraussagen herumzuhacken? Ist das die Verkündigung des Evangeliums Christi? Können wir den Lehraussagen keine Taten folgen lassen, die diese von sich aus untermauern? Muss das Apostelamt immer wieder betont werden, kann es nicht durch sein Handeln und Wirken seine Echtheit unter Beweis stellen? Muss immer wieder die Bindung des Heiligen Geistes an das Apostelamt propagiert werden, kann der Heilige Geist nicht für sich reden und zeugen?
Haben wir das wirklich nötig?
Es gibt gottlob Beispiele die zeigen, das nicht. Für mich steht außer Frage: Apostel sind notwendig. Nur: wer ist wann und warum ein Apostel Jesu, ein vollmächtig Gesandter Christi?
Ich habe einen Traum! Eine Kirche, die
- ihre Lehraussagen begründet feststellt und an Stellen, die nichteindeutig sind sagt: aus diesen und jenen Gründen sehen wir das so, aber es ist nicht eindeutig.
- Nicht sagt: nur durch uns ist Heil möglich, nur bei uns wirkt der Heilige Geist
- Ihr Handeln demütig unter den Willen Gottes stellt
- Bereit ist sich weiter zu entwickeln und Fehler oder Irrtümer offen eingesteht
- Andere Ansichten und Auslegungen akzeptiert (sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kirche)
- Seelsorge in den Mittelpunkt stellt und auf Drohbotschaften, so gut sie im Einzelfall auch gemeint sind, verzichtet
- Schlussendlich das reine Evangelium Christi verkündet und lebt
Nur, wird dieser Traum je irgendwo in vollem Umfang Realität sein? Solange wir Menschen das Sagen in Gemeinde und Kirche haben, wohl nicht. Unser Handeln wird immer unvollkommen bleiben. Aber wie sagte Bezirksapostel Klingler vor wenigen Tagen? „Das Evangelium ist so breit.“ Breit. Nicht beliebig! Es hat für alle Platz. Ich sehe für mich keine Alternative. Die Neuapostolische Kirche ist für mich noch immer die Kirche, die meinen Vorstellungen am meisten entspricht. Jedoch habe ich einen Satz im Ohr, den unser ehemaliger Bezirksapostel in meinem Besein vor einigen Jahren sagte:
„Sagt mir wo es schöner ist, ich komme mit!“
Möge jeder seinen Weg innerhalb des Evangeliums finden und seine Gaben in seiner Gemeinde und in seiner Kirche zum Wohl der Geschwister und zur Ehre Christi einsetzen und einsetzen dürfen. Auch auf die Gefahr hin, das ich mich wiederhole: „Die Menschen nehmen einer zerstrittenen Christenheit die frohe Botschaft von Christus nicht ab!“ (os) |
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