H O M E
W I R   C H R I S T E N
J U G E N D A R B E I T
B E R I C H T E
V E R A N S T A L T U N G E N
K U R Z   N O T I E R T
K I R C H G E M E I N D E N
D O W N L O A D S
 
Z U M   N A C H D E N K E N
12.11.2007
Was trägt mich?

Gestern, Sonntag, 9:30, Gemeinde Pößneck. Wir singen zu Beginn des Gottesdienstes das Lied (NGB 177) „Stark ist meines Jesu Hand“. Am Anfang der zweiten Strophe tippt mich meine Frau an und deutet auf die ersten Zeilen: „Wenn der Kläger mich verklagt, Christus hat mich schon vertreten“ (Anm.: im Original ist das die dritte Strophe). Der Hintergrund dazu ist, in der vergangenen Zeit haben wir uns mehrfach über dieses Thema in kleineren und größeren Kreisen unterhalten.
Auch sonst passte dieses Lied „wie die Faust aufs Auge“ zu diesem Gottesdienst: „Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich.“ (Johannes 14,1 - Luther Rev. 84)

Heute, Montag, 8:00, im Auto. Auf ERF höre ich den Beitrag von Jürgen Werth zum „Lied der Woche“. Welches mag dies wohl sein? „Stark ist meines Jesu Hand“. Schön denke ich, aber erst als es um die dritte (zweite) Strophe geht, werde ich richtig munter: „Wenn der Kläger mich verklagt, Christus hat mich schon vertreten“. Hey, das ist doch das Lied, das mich gestern so aufgerüttelt hat.

Und da waren sie wieder, die Gedanken von gestern: Was trägt mich? Will sagen, wo finde ich Halt in schwierigen Situationen? Wenn ich nicht mehr weiß, wie es weiter gehen soll. Wenn ich nicht verstanden werde oder gar missverstanden und ausgegrenzt ...

Trägt mich die Gemeinschaft von Mitchristen? Oder die Gemeindeleitung, nach neuapostolischer Lesart die Vorangänger im Glauben, die Segensträger? Finde ich Halt in meiner Familie? Bitte nicht missverstehen. Sicher kann man hier und dort Halt finden. Aber was trägt mich bis zuletzt? Wer ist immer für mich da? Die einzig wirkliche Basis, auf der ich mein Leben fest bauen kann ist Christus. Wie heißt es in dem zitierten Lied?

Stark ist meines Jesu Hand,
und er wird mich ewig fassen,
hat zu viel an mich gewandt,
um mich wieder loszulassen.
Mein Erbarmer lässt mich nicht,
dies ist meine Zuversicht.

Wenn das der Grund meines Lebens ist, dann kann ich sicher sein: Ich kann nie tiefer fallen als bis in Gottes Hand! Diese Zuversicht kann mir keiner nehmen. Und das ist die Grundlage dafür, das so viele Christen unvorstellbares ertragen können und dabei noch freudig von ihrem Herrn und Erlöser erzählen.

Gestern war der weltweite Gebetstag für verfolgte Christen. Ich wünsche diesen meinen Schwestern und Brüdern eines: Herr, schenke ihnen den Blick auf diese eine Basis und lass sie spüren, das sie in jeder Situation in deiner Hand aufgefangen sind.

Oder anders ausgedrückt, wie es Jürgen Werth in seinen Worten zu diesem „Lied der Woche“ sagt:
Unser Lied ist nicht das Lied eines großen und starken Gottesmannes. Es ist das Lied eines kleinen und angefochtenen Gottesmannes. Ein Lied aus der Tiefe. Aber vielleicht erfährt man nur in der Tiefe, wie stark die Hand Jesu ist. Martin Luther ist sogar einmal so weit gegangen, dass er gesagt hat: „Wer nicht angefochten ist, der ist kein Christ.“ Wenn Sie sich auch dazu zählen, zu den Angefochtenen, zu den Mühseligen und zu den Beladenen, dann ist das Ihr Lied in dieser Woche. Vielleicht singen Sie es mit. „Stark ist meines Jesu Hand. Und er wird mich ewig fassen.“

Stark ist meines Jesu Hand,
und er wird mich ewig fassen,
hat zu viel an mich gewandt,
um mich wieder loszulassen.
Mein Erbarmer läßt mich nicht,
dies ist meine Zuversicht.

Sieht mein Kleinmut auch Gefahr,
fürcht ich auch zu unterliegen,
Christus beut den Arm mir dar,
Christus hilft der Ohnmacht siegen.
Daß mich Gottes Held verficht,
das ist meine Zuversicht.

Wenn der Kläger mich verklagt,
Christus hat mich schon vertreten;
wenn er mich zu sichten wagt,
Christus hat für mich gebeten.
Daß mein Bürge für mich spricht,
das ist meine Zuversicht.

Will mein Herr durch strenge Zucht
mich nach seinem Bild gestalten,
o so will ich ohne Flucht
seiner Hand nur stille halten.
Dann erschreckt mich kein Gericht;
das ist meine Zubversicht

Seiner Hand entreißt mich nichts;
sollt ich ihn mit Kleinmut schmähen?
Mein Erbarmer selbst verspricht's;
sollt' ich ihm sein Wort verdrehen?
Nein, er läßt mich ewig nicht;
das ist meine Zuversicht. (Karl-Bernhard Garve)
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